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Nur noch ein Tor vom Abstiegsplatz entfernt

Holstein Kiel Nur noch ein Tor vom Abstiegsplatz entfernt

Holstein Kiel hat das Heimspiel gegen Spitzenreiter Dynamo Dresden 1:2 (0:2) verloren. Für die Störche traf Tim Siedschlag in der 74. Minute, Torschützen für die Sachsen waren Marvin Stefaniak (12. Minute) und Justin Eilers (35.).

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Tim Siedschlag (Holstein Kiel) minimierte den Rückstand in der 75. Minute.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Jetzt sind starke Nerven gefragt. Nach der verdienten, aber am Ende doch vermeidbaren 1:2 (0:2)-Heimniederlage gegen Spitzenreiter Dynamo Dresden ist Fußball-Drittligist Holstein Kiel nur noch wegen des gegenüber Cottbus um einen Treffer besseren Torverhältnisses vom ersten der drei Abstiegsplätze entfernt. Dass die Störche am kommenden Sonnabend beim Aufstiegsanwärter Preußen Münster antreten müssen, färbt die Situation nicht rosarot.

Dabei erweckten die Kieler, die auf Evans Nyarko (Wadenbeschwerden) verzichten mussten, vor 6639 Zuschauern in der Anfangsphase den Eindruck, als wollten sie das Selbstvertrauen der Gäste voller Wagemut im Keime ersticken. Extrem früh, teilweise schon an deren Strafraum attackierten sie die Dynamos. Die sich andeutende Herrlichkeit war aber schon nach 13 Minuten Geschichte. Einen stümperhaften Schnitzer von Dominik Schmidt 35 Meter vor dem eigenen Gehäuse nutzte Dresdens Juwel Marvin Stefaniak zur gelb-schwarzen Führung aus dem absoluten Nichts. Ein Nackenschlag für die Störche, der den Matchplan von Cheftrainer Karsten Neitzel frühzeitig über den Haufen warf.

Taktik dominierte das Spiel

Im Spielaufbau präsentierten sich die Überflieger aus Sachsen zwar überaus irdisch. Da aber der Dresdner Deckungsverband um den cleveren Michael Hefele trotz unübersehbarer Geschwindigkeitsdefizite zu diesem Zeitpunkt kaum Schwächen verriet, genügte auch eine Durchschnittsleistung, um den rund 1200 Schlachtenbummlern 45 Minuten lang einen ruhigen Nachmittag zu servieren. Daran hatte allerdings auch die harmlose, zu oft nach dem Klein-Klein-Prinzip operierende Kieler Offensive ihren Anteil, die allenfalls in Ansätzen diesen Namen verdiente.

Die von Taktik bestimmte Partie plätscherte wenig unterhaltsam dahin. Bis urplötzlich Liga-Top-Torjäger Justin Eilers an den Ball kam, blitzschnell die Situation erkannte und den „Sicherheitsabstand“ von Gegenspieler Rafael Czichos per knackigem 18-m-Linksschuss durch dessen Beine zum 2:0 (35.) nutzte. Zweiter Schuss, zweites Tor – die gnadenlose Effektivität eines künftigen Zweitligisten.

Hier sehen Sie Bilder vom Spiel Holstein Kiel - Dynamo Dresden 1:2 (0:2)

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Volles Risiko – so lautete Holstein Kiels Motto für die zweite Halbzeit. Schmidt blieb nicht nur wegen akuter Rot-Gefahr in der Kabine, Steven Lewerenz sollte stattdessen für neuen Schwung sorgen. Und hinten formierte sich eine in dieser Formation noch nie gesehene und in Manndeckung operierende Kette mit Denis-Danso Weidlich, Rafael Czichos und Tim Siedschlag als „Sechser“.  Mit dem Mute der Verzweiflung stemmte sich Holstein Kiel gegen die drohende Niederlage. Eine Flanke von Patrick Kohlmann verfehlte der heranfliegenden Patrick Herrmann (47.), bester Akteur seiner Farben, nur um Zentimeter. Auf der Gegenseite hatte Stefaniak (52.) die Entscheidung auf dem Fuß, der Ball prallte aber gegen den Pfosten des KSV-Tores.

Schlagzahl wurde erhöht

Glück, das den Kielern in der 58. Minute fehlte. Fabian Schnellhardts Schuss prallte im Dynamo-Strafraum an den Arm von Modica. Der zwingende Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Frank Willenborg indes blieb aus. Dynamo Dresden verwaltete den Vorsprung, Holstein Kiel erhöhte die Schlagzahl. Und als Rechtsverteidiger Herrmann sein Herz in beide Hände nahm, per Turbosprint auf die Grundlinie die Gäste-Abwehr düpierte und flach in die Mitte passte, sorgte Tim Siedschlag (74.) mit seinem Anschlusstor für neue Hoffnung auf den Rängen. Angriffswelle auf Angriffswelle brandete in Richtung sächsische Box. Keine Spur mehr von der Souveränität, die den Tabellenführer zuvor ausgezeichnet hatte. Schäffler zog sich nach Zweikampf  mit Modica einen Riss der Unterlippe zu. Linksverteidiger Patrick Kohlmann musste nach Foul von Dynamo-Routinier Andreas Lambertz mit einer schweren Schienbeinprellung ausscheiden.

Was den Kielern trotz großer Moral und neu entflammter Leidenschaft fehlte, war die letzte Entschlossenheit in und an der gegnerischen Box. Und nachdem ein Lewerenz-Schuss (90.+1) ohne Folgen geblieben war, durften die Gäste endgültig jubeln. „Wir müssen gnadenloser vor dem gegnerischen Tor agieren. Und wir dürfen uns jetzt nicht vom Tabellenbild leiten lassen, nicht ängstlich werden und nur auf Toreverhinderung gehen. Das entspricht nicht dem Charakter der Mannschaft. Das zu schaffen, ist eine Herausforderung“, sagte Neitzel nach der Partie. Die zweite Halbzeit sollte dabei als Mutmacher dienen.        

Statistik

Holstein Kiel: Zentner – Herrmann, Schmidt (46. Lewerenz), Czichos, Kohlmann – Weidlich – Siedschlag, Kegel, Schnellhardt – Schäffler, Heider.

Dynamo Dresden: Blaswich – Kreuzer, Modica, Hefele, Fabian Müller – Moll – Lambertz, Aosman, Tekerci – Eilers, Stefaniak.

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück) – Tore: 0:1 Stefaniak (13.), Eilers (35.), 1:2 Siedschlag (74.) – Zuschauer: 6639 – Gelbe Karten: Schmidt, Kegel/Tekerci, Lambertz, Aosman.

Ein großes Polizeiaufgebot war beim Spiel Holstein Kiel - Dynamo Dresden vor Ort. Hier treten die Dynamo-Fans die Heimreise an.

Quelle: Frank Behling
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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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Foto: Als am 24. August 2013 aus Holstein-Profis „Förde-Brasilianer“ wurden: Nach Vorlage von Marc Heider (vorne) trifft Tim Siedschlag (2. v. li.) per Hacke zum 3:0 in Münster. Das erste von bislang vier Drittliga-Duellen zwischen preußischen Adlern und Kieler Störchen.

Drei Siege, ein Unentschieden lautet die Bilanz des Drittligisten Holstein Kiel gegen Preußen Münster in den vier Partien seit dem Wiederaufstieg der Störche in die Premium-Liga des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) 2013. Heute (14 Uhr) sind die westfälischen Adler Gastgeber des fünften Duells der Traditionsklubs.

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