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Holstein Kiel verspielt Auftakt-Sieg

Unentschieden Holstein Kiel verspielt Auftakt-Sieg

Holstein Kiel ist mit einem Unentschieden in die Drittliga-Saison 2016/17 gestartet: Das Heimspiel gegen den FSV Frankfurt endete 1:1 (1:0). Torschütze in der 31. Minute war Saliou Sané. Fünf Minuten vor Abpfiff fiel der Ausgleich.

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Traf zum 1:0 für Holstein Kiel: Saliou Sané.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Lange Gesichter am Sonnabendnachmittag beim Fußball-Drittligisten Holstein Kiel. Trotz einer couragierten und streckenweise auch spielerisch guten Vorstellung sowie zahlreicher Tormöglichkeiten kamen die Störche zum Saisonstart vor 5339 Zuschauern im Holsteinstadion nicht über ein 1:1 (1:0) gegen den Zweitligaabsteiger FSV Frankfurt hinaus. Saliou Sané (31.) hatte Kiel per Hacke in Führung gebracht, Fabian Schleusener glich fünf Minuten vor dem Abpfiff per Kopf für die glücklichen Gäste aus.

Dem Sonne-Wolken-Mix entsprechend präsentierten sich die Störche in Durchgang eins. Mit der erwarteten Formation (Evans Nyarko im defensiven zentralen Mittelfeld, Steven Lewerenz und Milad Salem auf den Mittelfeld-Flügeln) gingen die Kieler vom Anstoß mit hohem Laufaufwand an beherzt zur Sache. Doch die mit 19 Neuzugängen bunt zusammen gewürfelten Gäste präsentierten sich nach kurzen Abstimmungsproblemen auf dem regennassen Rasen als Ansammlung taktisch erprobter Routiniers. Der FSV machte den noch zu unpräzise kombinierenden Nordlichtern das Leben mit kompromisslosem und kompaktem Defensivverhalten schwer.

Zum Pechvogel unter den Störchen avancierte frühzeitig Salem, der nach einem Sprintversuch mit Verdacht auf Muskelfaserriss im Oberschenkel nach 16 Minuten Manuel Janzer Platz machen musste. Und plötzlich offierten die Hessen Kostproben ihrer Offensivqualität. Christopher Schorch (21.) verpasste die Gästeführung. Wie sieben Minuten später auch der von Niklas Hoheneder anfangs nicht immer zu stoppende Ranisav Jovanovic, der nach Zuspiel von  Schleusener allein auf Kenneth Kronholm zulief. Der KSV-Keeper blieb cool bis ins Mark, bewies seine alte Klasse bei Eins-gegen-Eins-Situationen.

Glückliches 1:0 durch Saliou Sané

Und der Kieler Angriff? Er verpuffte zumeist im letzten Drittel vor dem gegnerischen Gehäuse. Auch deshalb, weil Sané in vorderster Front kaum einen Ball festmachen konnte. Um dann doch das Sahnestück der ersten 45 Minuten zu servieren. Steven Lewerenz tanzte auf der FSV-Torausline Sebastian Schachten aus und passte flach in die Mitte. Sané (31.) war zur Stelle und bugsierte die Kugel per Hacke zu dem zu diesem Zeitpunkt eher glücklichen Kieler 1:0 in die Maschen. Das erste Drittliga-Tor des Kieler Stürmers seit August 2014.

Erst in der Folge verdienten sich die Störche ihre Führung. Und hätten sie leicht ausbauen können. Der starke Mittelfeld-Regisseur Alexander Bieler spielte einen 40-m-Pass der Extraklasse in den Lauf von Patrick Herrmann. Dessen Flanke wollte Dominick Drexler veredeln, wurde aber von Marc Heitmeier regelwidrig zu Fall gebracht. Lewerenz lief zum zweifelsfreien Foulelfmeter an – und schoss flach, lasch und mittig, so dass der Frankfurter Torwart Sören Pirson wenig Mühe hatte, den Ball abzuwehren.

Kraftloser FSV Frankfurt

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte wirkte der FSV saft- und kraftlos, schien von der Rolle. Sané (55.) eroberte sich 30 Meter vor dem Frankfurter Tor den Ball, sprintete los und drosch die Kugel, noch abgelenkt von Pirson, an die Querlatte. Den Nachschuss von Drexler kratzte Schorch von der Linie, den folgenden Abpraller schnappte sich Janzer und verfehlte aus 14 Metern das Ziel nur um Zentimeter.

Und weiter ging’s im Kieler Offensivtakt. Die entblößte und auf Dreierkette umgestellte Frankfurter Abwehr wankte bedenklich. Lewerenz (61.) zirkelte nach Drexler-Zuspiel den Ball aus acht Metern über das Gäste-Tor. Nach erneutem Traumpass Bielers zündete Drexler (71.) den Turbo, doch der finale Lupfer prallte von der Brust Pirsons ins Seitenaus. Bielers 16-m-Direktabnahme (76.) zischte Millimeter am FSV-Kasten vorbei.

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Dann erlebte die alte Fußball-Lehre, wonach es sich überzogener Chancenwucher zumeist bitter rächt, eine aus Störche-Sicht leidvolle Renaissance. Bentley Baxter Bahns Heber (83.) blieb noch ohne zählbare Folge. Doch nach der zweiten Ecke der Hessen verlängerte Heitmeier die Kugel per Kopf auf  den sträflich frei stehenden Schleusener (85.), der aus Nahdistanz keine Mühe hatte, die Kugel mit der Stirn ins Holstein-Netz zu stoßen.

Der am Ende der Partie strahlend blaue Himmel besaß nur für die Frankfurter Symbolwirkung. Wie in den drei Jahren zuvor war Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel der Sieg in einem Saison-Auftaktspiel verwehrt geblieben. „Wir sind nur mit dem Ergebnis total unzufrieden. Aber Fußball ist halt ein Ergebnissport. Deshalb ist dieser Nachmittag für uns heute brutal. In der richtig guten Phase von uns haben wir es versäumt, das 2:0 zu machen. Das müssen wir uns vorwerfen lassen. Insgesamt war das aber ein guter erster Auftritt. Jetzt müssen wir den späten Ausgleich unter der Woche aus den Kleidern schütteln und uns auf die kommende Partie in Aalen konzentrieren“, lautete sein Abschlussfazit.

Statistik      

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Hoheneder, Czichos, Kohlmann – Nyarko, Bieler – Salem (16. Janzer), Lewerenz (87. Schindler) – Sane (70. Fetsch), Drexler.

FSV Frankfurt: Pirson – Schachten (46. Chihi), Schorch (57. Schäfer), Heitmeier, Corbin – Ochs, Streker – Barry (67. Kader), Bahn, Schleusener – Jovanovic.

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel) – Tore: 1:0 Sane (31.), 1:1 Schleusener (85.) – Zuschauer: 5339 – Gelbe Karten: Kohlmann, Janzer, Hoheneder, Drexler/Corbin, Ochs - Besonderes Vorkommnis: Pirson pariert Foulelfmeter von Lewerenz (39.).

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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