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Generalprobe für die Relegation

Holstein Kiel Generalprobe für die Relegation

Es hätte die finale Entscheidung im Aufstiegskampf zur Zweiten Fußball-Bundesliga werden können, jetzt firmiert das Duell zwischen Holstein Kiel und den Stuttgarter Kickers unter dem Titel „Generalprobe für die Relegation“.

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Das 1:3 von Duisburg und seine Folgen: Nach der ersten Niederlage nach zuvor 15 ungeschlagenen Holstein-Partien in Folge griff sowohl Störche-Verteidiger Patrick Auracher (oben) als auch Torjäger Manuel Schäffler (re., hier noch mit Oberlippenbart) zum Rasierer. Das Zeichen der Unbesiegbarkeit musste weichen.

Quelle: mah

Kiel. Die Störche wollen in ihrem ausverkauften Stadion heute ab 13.30 Uhr die Drittliga-Punktspielsaison mit dem 19. Sieg beenden, als unumstößlich fest stehender Tabellendritter die 70-Punkte-Marke erreichen und dann morgen ab 15.30 Uhr entspannt die Entscheidungen im Keller des Bundesliga-Unterhauses verfolgen. Ermittelt wird der Drittletzte, der am 29. Mai in Kiel und am 2. Juni (Anstoß: jeweils 20.30 Uhr) mit den Störchen um die Zweite Liga kämpft.

Das jüngste 1:3 beim MSV Duisburg war die erste Holstein-Schlappe nach zuvor 15 Partien in Folge ohne Niederlage. Das erste Negativerlebnis dieses Jahres schlug zugleich die Tür zur direkten Zweitliga-Qualifikation zu – und sorgte so ganz nebenbei für eine frei erwählte Schönheitskorrektur im Doppelpack. Torjäger Manuel Schäffler und Innenverteidiger Patrick Auracher, die zwei Kumpel aus der Vierzimmer-WG mit Fördeblick, hatten nach dem 2:0-Triumph in Cottbus am 7. Februar beschlossen, zum Zeichen der Unbesiegbarkeit ihre Oberlippenbärte bis zur nächsten Kieler Niederlage sprießen zu lassen. Am vergangenen Sonnabend an der Wedau war es dann soweit. Schäffler griff noch in der Kabine zum Rasierer, Auracher vertagte diese Prozedur auf den Morgen nach der Rückkehr. „Endlich“, atmet der 25-jährige Auracher heute auf: „Wir haben den Bart mal gestutzt und mal gefärbt. Aber eigentlich hat er nur genervt.“

Eines aber steht für den gebürtigen Schwaben fest: „Der Bart ist ab, doch unser Traum vom Aufstieg lebt nach einer überragenden Saison weiter. Wir sind gerüstet!“ Der Rückschlag bei den Duisburger Zebras habe keinen Knacks im Team verursacht, so der kopfballstarke Defensivakteur, der in dieser Serie acht Einsätze im Trikot der Störche verzeichnete. Und der erst am 22. September 2014 von den Kielern verpflichtet worden war. „Ich habe im letzten Jahr wirklich Krasses erlebt, habe mich naiv auf Worte verlassen. Und dann sind die interessierten Vereine am letzten Tag abgesprungen“, erzählt Auracher. Am 30. Juni war für den gelernten Sport- und Fitnesskaufmann nach zehn Jahren in Diensten der Stuttgarter Kickers Schluss bei den Blau-Weißen, sein Vertrag wurde nicht verlängert, am Ende musste er sich als arbeitsloser Profi bei der Spielergewerkschaft VdV fit halten. „Dass ich bei Holstein eine Chance erhalten habe, war klasse. Mittlerweile fühle ich mich pudelwohl hier.“ Dass sein Kontrakt an der Förde am 30. Juni ausläuft, nimmt Auracher gelassen: „Ich habe aus meinen Fehlern gelernt.“

Am Sonnabend steht zunächst ein besonderes Spiel für ihn auf dem Programm. Die Partie gegen seinen Heimatverein. Freundin Julia und Schwester Nicki werden beim Wiedersehen alter Freunde im Holsteinstadion sein. „Ich habe mit einigen der aktuellen Kickers-Spieler zehn Jahre zusammen gekickt und noch intensiven Kontakt. Sie kommen nach Kiel, um zu gewinnen. Das hat man mir in den vergangenen Tagen sehr deutlich klar gemacht“, sagt Auracher und lacht. Dass mit Soriano, Calamita, Badiane, Baumgärtel, Stein und Fennell gleich sechs Stammkräfte ausfallen, macht das Unterfangen der Schwaben nicht eben leichter.

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