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Da wäre noch eine Kleinigkeit...

Holstein torlos Da wäre noch eine Kleinigkeit...

Die beim Auswärtsspiel im Duisburg starken Holstein-Profis offenbarten nur ein einziges, aber nicht unwesentliches Defizit: Sie trafen nicht ins Tor. Warum? „Power ist nothing without control“ lautete vor diversen Jahren der Werbeslogan eines Autoreifen-Herstellers, Kraft ist nichts ohne Kontrolle.

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Wenn schon die Kollegen vorn nicht ins Duisburger Tor treffen, dann muss wenigstens hinten die Null stehen: Maßgeblichen Anteil daran hatte Holsteins erneut formstarker Innenverteidiger Dominik Schmidt (li., gegen Kevin Wolze).

Quelle: imago

Kiel. Im übertragenen Sinne galt diese These am Dienstagabend auch für den Fußball-Drittligisten Holstein Kiel und dessen 0:0 beim Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg. Die Störche entwickelten auf dem Territorium der Zebras eine technisch-taktische und athletische Dynamik, die nahtlos an den furiosen 3:1-Erfolg in Paderborn und die zweite Halbzeit gegen Osnabrück (0:1) anknüpfte. So weit, so gut. Wenn da nicht die fehlende Kontrolle im Torabschluss wäre.

Wie schon im Heimspiel am vergangenen Freitag gegen die Veilchen versäumte es die Mannschaft von Trainer Markus Anfang auch im Westen, gute und sehr gute Chancen in Zählbares zu verwandeln. Man kann nun vortrefflich darüber diskutieren, was schlimmer ist: schlecht spielen und kein Tor schießen (wie in der ersten Halbzeit gegen Osnabrück) oder gut spielen und kein Tor schießen. Die Stimmungslage war bei den Kielern nach der Nullnummer beim Tabellenzweiten gespalten. „Wir haben eine super Mannschaftsleistung geboten und hätten den Sieg verdient gehabt. Aber ich allein hatte drei Chancen, die ich hätte nutzen können, müssen. Das ist sehr ärgerlich“, brachte Steven Lewerenz die emotionale Zerrissenheit der gesamten Holstein-Delegation auf den Punkt. „Uns hat speziell in der zweiten Halbzeit, als wir mehr Räume bekamen, die letzte Ruhe, die letzte Cleverness vor dem Tor gefehlt“ ergänzte Sportchef Ralf Becker.

Zufall oder Defizit?

Dieser Trend sollte sich nicht verfestigen. Ein Paradoxon ist dabei die Tatsache, dass mit Mittelstürmer Mathias Fetsch (3 Treffer) und Flügelmann Lewerenz (2) ausgerechnet die in der klubinternen Torjägerliste führenden Profis in den beiden jüngsten Spielen die meisten und besten Chancen vergaben. Zufall oder ein Defizit, das behoben werden kann und muss? Markus Anfang tendiert zu Zweiterem. „Wir hätten ein paar Tore schießen können. Diese Gelegenheiten werden die Gegner in Duisburg nicht oft bekommen. Aber uns fehlte die Effektivität, daran müssen wir eben noch arbeiten“, befand der KSV-Coach, der jedoch gleichzeitig betonte, dass „wir ein richtig gutes Fußballspiel gezeigt und in fünf von sechs Halbzeiten unter meiner Führung überzeugt haben“.

Der 42-Jährige bat erneut um Geduld: „Wir fangen gerade erst an und stecken in einem Prozess . Und es wird auch wieder Rückschläge geben.“ Der gebürtige Kölner war die „Wunschlösung“ der KSV-Führung und hat natürlich jede Menge Kredit. Aber auf absehbare Zeit müssen der spielerische Aufwand und der Tor-Ertrag das sportliche Ziel (oberes Tabellendrittel) als dauerhaft realisierbar erscheinen lassen. Spielmacher Dominick Drexler formulierte das aktuelle Anforderungsprofil: „Jetzt müssen wir gegen Mainz 05 II gewinnen, damit die englische Woche einigermaßen über die Bühne geht.“ Alsdann.

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