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„Holstein ist der klare Favorit“

KSV-Gegner Osnabrück „Holstein ist der klare Favorit“

Nicht nur für Holstein Kiel ist es eine wegweisende Partie: Die Zukunft von Osnabrücks Interims-Coach Joe Enochs entscheidet sich just nach dem Spiel gegen die Störche. Anpfiff ist am Sonnabend um 14 Uhr. Verfolgen Sie die Begegnung im KN-KSV-Liveticker.

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VfL-Trainer Joe Enochs während seiner Drittliga-Trainer-Premiere beim Auswärtssieg am Dienstag in Cottbus.

Quelle: imago

Kiel. Seit ihrer Gründung 2008 hat die Dritte Fußball-Liga knapp 100 Trainerwechsel erlebt. Das sind im Schnitt – Stand heute – 12,5 pro Saison und gerechnet auf die Spielzeit 1,25 pro Monat. Nun hatte zwar eine Analyse von 150 Trainerentlassungen im Profibereich ergeben, dass das ständige Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel auf lange Sicht meist ein sinnloses Unterfangen ist. Beim VfL Osnabrück, am Sonnabend (14 Uhr, live im NDR) Gastgeber von Holstein Kiel, sieht man das seit Dienstag freilich aber etwas anders.

 Das war zu Wochenbeginn ziemlich schnell gegangen. Am Montag hatte der VfL-Vorstand Trainer Maik Walpurgis beurlaubt, am Dienstag schon saß der bisherige Osnabrücker U19-Coach Joseph Andrew Enochs, von allen nur Joe gerufen, schon auf der Bank der Profis. Und siehe da: In Minute 90 + 4 bescherte Halil Savran mit seinem Treffer zum 2:1 bei Energie Cottbus dem VfL den ersten Saisonsieg, gleichbedeutend mit dem ersten Auswärtssieg seit über elf Monaten. Darf die Enochs-Inthronisation nun also als Beweis dafür herhalten, dass neue Besen doch besser kehren als die alten, abgewetzten? Beim VfL war man emsig bemüht, diesen Umstand nicht überzubewerten. Vor allem Joe Enochs. „Das war kein Befreiungsschlag. Denn wir stehen immer noch da, wo wir nicht stehen wollen. Aber der Sieg gibt uns mehr Sicherheit“, sagte der 43-Jährige unserer Zeitung.

 In einem Song von 2004 singt die Berliner Band Beatsteaks übersetzt: „Hello Joe – alles ist schief gelaufen, aber ich wusste, ich bin nicht allein.“ Unwahrscheinlich, dass das Lied den VfL-Bossen in den Sinn gekommen ist, als sie die Walpurgis-Nachfolge durchdachten und Enochs um Hilfe baten. Es führte auch ohne die passende Liedzeile kein Weg an dem Osnabrücker Urgestein vorbei. 1994 aus San Francisco zunächst zum FC St. Pauli II ausgewandert, fand der gebürtige US-Amerikaner zwei Jahre später den Weg zum VfL. Es folgten 78 Zweit- und 325 Viertligaspiele an der Bremer Brücke. Eine beispiellose Quote, die Enochs das Etikett VfL-Rekordspieler aller Zeiten bescherte. Wenn also einer von sich behaupten darf, das Vereinswappen im Herzen zu tragen, dann Joe Enochs.

 Nach seiner aktiven Karriere schlug der Kalifornier mit dem sympathischen US-Akzent die Trainerlaufbahn ein. Natürlich beim VfL – meist war er für die VfL-Reserve verantwortlich, immer mal wieder mit Abstechern zu den Profis, mal als Co-, mal als Interimstrainer. Heute leitet er zudem das Nachwuchsleistungszentrum der Lila-Weißen. Enochs ist zunächst für zwei Spiele als Feuerwehrmann vorgesehen. Ob er dauerhaft Fuß als Drittliga-Cheftrainer fassen wird, entscheidet sich am Sonntag. „Wir haben vereinbart, uns nach dem Kiel-Spiel zusammenzusetzen. Generell wäre ich bereit. Aber es muss für alle passen“, sagt Enochs.

 Als Spieler kreuzte der Torschütze des Monats von 2004 15 Mal mit Holstein Kiel die Klingen und ging dabei neunmal als Sieger vom Platz. Morgen feiert er seine Trainer-Premiere gegen die Kieler Störche. Einen besonderen Draht pflegt Enochs zu Holsteins Sportlichen Leiter, Ralf Heskamp. Immerhin stand Heskamp 26 Jahre in Diensten des VfL. „Wir waren nicht nur Kollegen“, verrät Enochs und spricht von einer tiefen Freundschaft. „Ich habe seine beiden Söhne trainiert, und Ralf hat auch schon auf meinen Hund aufgepasst. Ich freue mich auf Samstag. Aber erst zählt nur das Spiel. Das erwarte ich ganz eng. Trotzdem ist Holstein für mich der klare Favorit.“

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