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Lockerheit im Kopf bewahren

KSV Holstein in Großaspach Lockerheit im Kopf bewahren

Großaspach, Halle, Bielefeld, Duisburg: Viermal noch in dieser Serie hat Fußball-Drittligist Holstein Kiel die Möglichkeit, seine Qualität als zweitstärkstes Auswärtsteam in fremden Stadion unter Beweis zu stellen. Den Auftakt am Sonnabend in Großaspach (14 Uhr) verfolgen Sie auch in unserem KN-KSV-Liveticker.

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Gutes Zeichen für einen eventuellen Jokereinsatz: Finn Wirlmann stand im Hinspiel erstmals in Holsteins Startelf und erzielte sein erstes Drittliga-Tor.

Quelle: Uwe Paesler

Stuttgart. Nehmen die Störche allerorts etwas Zählbares mit, dürften die Reisen zur Abschiedstournee und der Traum von der Zweiten Bundesliga Stück für Stück zu Realität mutieren.

Seitdem sich die KSV dank ihrer imposanten Erfolgsserie von sieben Siegen am Stück auf Rang zwei katapultiert hat, sind die Störche auf die bundesweite Presse-Landkarte zurückgekehrt. Während St. Pauli und der HSV ums Überleben kämpfen, nimmt 85 Kilometer nördlich für die Kollegen eine mögliche Erfolgsstory immer schärfere Konturen an. Vermehrt tauchen die Kieler plötzlich in den Gazetten der Republik auf.

"Gallierdorf im deutschen Fußball"

Bei ihren Anfragen wollen die Journalisten vor allem eins hören: das Zauberwort. Doch auch südlich der Förde weiß man nun, dass Holstein-Verantwortliche und Spieler die Begrifflichkeit Zweitliga-Aufstieg (offiziell) aus ihrem Wortschatz gestrichen haben. „Die Zweite Liga ist in der Mannschaft kein Thema“, ließ beispielsweise Störche-Coach Karsten Neitzel unter der Woche die Deutsche Presseagentur wissen. Immerhin lieferte KSV-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke, morgen Abend TV-Gast im Sportclub auf N3, schon mal ein zitierfähiges Synonym für den Fall der Fälle frei Haus: Sollte die Mannschaft den Aufstieg tatsächlich schaffen, wäre Kiel das „Gallierdorf im deutschen Fußball“, formulierte er in der „Frankfurter Rundschau“ – vermeintlich vorbeugend. Zu Zeiten von Falko Götz hatte die Presse Holstein noch „das zweite Hoffenheim“ getauft.

In Projensdorf fährt man sicher gut damit, den Ball flach zu halten. Was unausweichlich ist, ist hingegen der Fakt, dass das Saisonende immer näher rückt, und obwohl es für einen Sieg weiterhin nur drei Punkte gibt, die Resultate einen immer höheren Stellenwert erreichen. „Jeder Dreier, den wir jetzt holen, ist vermutlich noch mal 0,1 Punkte mehr wert, als am 17. Spieltag. Das ist uns bewusst“, sagt Neitzel. Wichtig sei deshalb, die „Lockerheit im Kopf“ zu bewahren: „Wir müssen fokussiert sein, dürfen aber keine Scheuklappen tragen und einen Tunnelblick haben.“

Knifflige Aufgabe in Großaspach

Die heutige Aufgabe beim wieder erstarkten Tabellen-16. stuft Neitzel als knifflig ein. „Die haben aus den letzten fünf Spielen gegen starke Mannschaften elf Punkte geholt“, erklärt der 47-Jährige, den die Aspacher 4-4-2-Formation mit ihrer hochstehenden Viererkette „so ein bisschen an die Stuttgarter VfB-Schule erinnert“. Bei der VfB-Reserve kassierte Holstein seine erste Saisonniederlage.

Inwiefern sich der Neitzel-Code bei der Mission siebter Auswärtssieg umsetzen lässt, hängt allerdings auch von der körperlichen Verfassung von Mikkel Vendelbo ab. Ob der angeschlagene Däne spielen kann, wird sich erst am Vormittag entscheiden. Gut möglich, dass bei seinem Ausfall Rafael Kazior im Mittelfeld auftauchen wird. Eine Alternative ist auch Finn Wirlmann, zumindest als Joker. Klarheit herrscht hingegen bei Marlon Krause und Manuel Hartmann. Aufgrund muskulärer Probleme stieg das Duo gestern Nachmittag nicht in den Flieger.

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Holstein Kiel
Foto: Am 21. März noch Gegner, künftig Kollegen? Regensburgs Aias Aosman (vorne) und Kiels Marlon Krause.

Die Auswärtshürde SG Sonnenhof Großaspach am Ostersonnabend (14 Uhr) vor Augen, die Planungen für die nächste Saison im Kopf: Fußball-Drittligist Holstein Kiel übt dieser Tage den Spagat zwischen Aufstiegskampf zur Zweiten Bundesliga und personeller Ausrichtung für die noch ungewisse sportliche Zukunft.

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