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Mit dem linken Fuß in die richtige Spur

KSV – Kickers Mit dem linken Fuß in die richtige Spur

Sieben Punkte, 11:13 Tore, Rang 15 – Fußball-Drittligist Holstein Kiel steht am Sonnabend (14 Uhr) im Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers erstmals in dieser noch jungen Saison unter Druck.

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Augen auf: Holstein-Neuzugang Evans Nyarko will am Sonnabend gegen die Stuttgarter Kickers für das geforderte Gleichgewicht zwischen defensiver Ordnung und dem Mut zum Offensivrisiko sorgen.

Quelle: Frank Molter

Kiel. Nach zuletzt zwei Niederlagen und einem Remis fordert KSV-Cheftrainer Karsten Neitzel die Balance zwischen defensiver Stabilität und Mut zum Risiko „zum richtigen Zeitpunkt“. Eine schwierige Mission, kommen die Schwaben doch mit ihrer gefürchteten 4-3-3-Strategie an die Förde. Den Neu-Störchen Evans Nyarko und Denis-Danso Weidlich könnte eine wichtige strategische Aufgabe Aufgabe zukommen.

Einmal in der Woche, so erzählt Nyarko, bittet Kollege Denis-Danso Weidlich in dessen Haus zu Tisch. Ein Termin, den der 23-jährige Neuzugang sehr gerne einhält. Trifft er dort doch neben dem Gastgeber und dessen Familie auch noch den Störche-Flügel Steven Lewerenz. Alle drei stehen seit dieser Saison bei den Kielern unter Vertrag, kennen sich aber schon aus ihrer Zeit beim Hamburger SV. „Mit Steven habe ich dort zusammen gespielt, Danso habe ich vor vier Jahren über seinen Bruder Kevin kennengelernt“, so Nyarko. Dass das Hanseaten-Trio allerdings am Sonnabend (14 Uhr) gemeinsam in der Startelf gegen die Stuttgarter Kickers auf Punktejagd geht, scheint aus personalstrategischen Gründen eher unwahrscheinlich.

Kickers bieten gleich drei Angreifer auf

Die technisch versierten Schwaben kommen entgegen der Mehrzahl der Konkurrenz nicht mit zwei, sondern mit drei Stürmern an die Förde. Eine Taktik, auf die Holstein-Cheftrainer mit speziellen Maßnahmen reagieren will. Höchstwahrscheinlich mit drei Manndeckern und einem „frei schwebenden“ Akteur in der letzten Kette. Der könnte als zusätzlicher Sicherheitsposten in der eigenen Gefahrenbox aushelfen oder bei eigenem Ballbesitz Überzahl beim Umschaltspiel herstellen. Eine taktisch anspruchsvolle Aufgabe, die sowohl der Ex-Rostocker Weidlich als auch Nyarko übernehmen könnte.

Der grundsätzliche Neitzel-Plan steht derweil fest. „Trotz der letzten Resultate und der hohen Anzahl von Gegentreffern ist es wichtig, nicht zu sehr auf Sicherheit zu spielen“, rät der 47-Jährige nach zwei Niederlagen und einem Remis in der englischen Woche und den bereits 13 Gegentoren. Deshalb sollen die Störche „zum richtigen Zeitpunkt Risiko gehen“. Wie Nyarko zuletzt beim 2:3 in Osnabrück, als er nach seiner Einwechslung ab der 50. Minute gute Akzente auf seiner Lieblingsposition als „Sechser“ im defensiven Mittelfeld setzte und im lila-weißen Strafraum beim Anschlusstreffer zum 2:3 (75.) ungeahnten Torinstinkt bewies. „Osnabrück hat kräftemäßig total abgebaut, wir hatten nach dem 0:3-Halbzeitrückstand nichts mehr zu verlieren. So war es leichter für mich, ins Spiel zu kommen. Natürlich gab mir das Tor gleich in meinem ersten Drittliga-Einsatz für Holstein ein schönes Gefühl“, sagt Nyarko im Rückblick.

Nyarko nach holprigem Start in der Spur

Ein Premieren-Auftritt, der den in Kumbasi geborenen und mit sieben Jahren nach Uetersen gekommenen Deutsch-Ghanaer in die Rubrik Hoffnungsträger befördert. Dabei verlief der Start an der Förde alles andere als programmgemäß. Früh in der Saisonvorbereitung zog sich Nyarko einen Muskelfaserriss im Hüftbeuger zu, musste mehrere Wochen auf Sparflamme trainieren. „Die Verletzung ist komplett auskuriert“, freut sich der von Borussia Dortmund II nach Kiel gewechselte Defensiv-Allrounder. Der „gelernte Innenverteidiger“, der sein Herren-Debüt am 8. August 2010 beim HSV II als A-Jugendlicher mit einer 1:2-Niederlage ausgerechnet gegen Holstein feierte, beschreibt sich selbst als „Hamburger Jung“. Seine Familie lebt in Uetersen und Wandsbek, seine Freundin hat in Norderstedt eine Ausbildung zur Bürokauffrau begonnen. „Auch aus diesen Gründen habe ich mich natürlich über das Angebot von Holstein gefreut“, gibt Nyarko, dessen Vorbild der Ivorer Yaya Toure von Manchester City ist, zu Protokoll.

Auch am Sonnabendnachmittag wird der abergläubische Nyarko den Rasen des Holsteinstadions zuerst mit dem linken Fuß betreten. Ob als Start- oder Ergänzungsspieler, hängt von Neitzels Personalplänen ab. Im obligatorischen Mannschaftskreis vor dem Anpfiff stehen Nyarko, Weidlich und Lewerenz dann aber auf jeden Fall mit den Kollegen Seite an Seite. Der Schulterschluss der Störche mit einer Zielrichtung: Saisonsieg Nummer drei.

Verfolgen Sie das Spiel im KN-KSV-Liveticker.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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Partie gegen Stuttgarter Kickers
Foto: Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel und Assistent Jan Sandmann stehen vor dem Duell mit den Süddeutschen vor einer personaltaktischen Denksportaufgabe.

Holstein-Cheftrainer Neitzel grübelt über Taktik und Personal vor der Heimpartie am Sonnabend (14 Uhr) gegen die Stuttgarter Kickers. Vor dem Gegner hat er großen Respekt. Auf den Spektakel-Charakter könnte Störche-Cheftrainer Karsten Neitzel angesichts der bereits 13 Gegentreffer gerne zu Gunsten eines höheren Punkteertrages verzichten.

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