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Ein Sportlicher Leiter soll her

KSV-Krise Ein Sportlicher Leiter soll her

Nach der ernüchternden Niederlage in Münster steht Trainer Karsten Neitzel nicht in der Kritik. Stattdessen will Holstein Kiel im November die Suche nach einem Sportlichen Leiter intensivieren. Ist Helmut Schulte ein Kandidat für die Kieler Förde?

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Schulterschluss: Beim Zusammenwachsen der neu formierten Krisen-Störche sieht Holstein-Präsident Roland Reime noch Luft nach oben. Dessen Credo: „Dazu wäre mir jede Methode recht, die legal ist.“

Quelle: imago sportfotodienst

Münster. Die wichtigen Funktionsträger des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel erinnerten am Sonnabend nach dem Abpfiff der Partie in Münster in ihren Aussagen und mit ihrer Körpersprache an Politiker in Zeiten des aktuellen Krisenmanagements. „Münster hat in der ersten Halbzeit zwei Chancen und macht zwei Tore. Am Ende können wir sogar statt mit 0:2 auch 0:3 oder 0:4 verlieren“, beschrieb der Kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Schwenke die Rasen-Realität im Preußenstadion. „Ungemütlich“ sei die Situation der Störche nunmehr.

 Und dann legte der Ex-Handballnationalspieler und -Bundesligatrainer Schwenke verbal Zeugnis seines in sechs Holstein-Jahren gewachsenen Fußballsachverstandes ab: Vorne viel zu harmlos, keinen zweiten Ball erobert, keine Bälle in vorderster Front festgemacht, zu ungenaue Abspiele im Spielaufbau. Ins gleiche, deutlich nach Analyse des Cheftrainers Karsten Neitzel klingende Horn stieß Roland Reime. Dazu nahm der KSV-Präsident wie dessen „Vize“ Schwenke die verunsichert wirkenden Profis in die Pflicht: „Die Mannschaft muss jetzt wie in der Rückserie der vergangenen Saison noch enger zusammen rücken. Ich glaube, da ist noch Luft nach oben.“ Die erstaunliche Anmahnung der offenkundig ausbaufähigen Komponente „Teamgeist“ als unabdingbarer Schlüssel auf dem Weg zur Wende? „Ja“, antwortete Reime: „Und dazu wäre mir jede Methode recht, die legal ist. Dafür ist das Trainerteam zuständig.“

 Neitzel selbst steht bei den Top-Funktionären des Kieler Fußball-Flaggschiffs indes trotz des Sturzfluges der Störche derzeit nicht infrage. „Ein Trainerwechsel bringt allenfalls ein kurzes Strohfeuer, aber keine Nachhaltigkeit. Es wird mit Sicherheit bei uns Ruhe bewahrt. Ich plädiere nicht dafür, jetzt kurzfristig zu handeln“, erklärte Reime. Schwenke, zurzeit Holstein-Solist im operativen Geschäft, drückte sich noch unmissverständlicher aus: „Ein Trainerwechsel steht bei uns überhaupt nicht zur Diskussion.“ Dafür aber das Füllen eines Vakuums. Fakt ist, dass die Störche vor dem freiwilligen Abgang des Sportlichen Leiters Ralf Heskamp fünf Spiele in Folge ohne Niederlage (vier Remis, ein Sieg) und lediglich einem Gegentor verbuchten. Und danach in Wiesbaden (1:3), gegen Dresden (1:2) und jetzt in Münster drei Niederlagen in Serie kassierten. „Wenn wir den Richtigen sehen, hätten wir den am liebsten schon gestern verpflichtet“, so Reime zur Stellenbesetzung des Sportlichen Leiters. Konkrete Gespräche mit potenziellen Kandidaten seien für den November terminiert. Laut Informationen dieser Zeitung könnte es sich dabei unter anderem um den Ex-St. Paulianer und -Düsseldorfer Helmut Schulte handeln.

 Spätestens Anfang des kommenden Jahres, so der laut Reime angedachte Zeitplan, müsse der neue Mann seine Arbeit aufnehmen. Für die Einstellung des Heskamp-Nachfolgers ist der siebenköpfige Aufsichtsrat, zugleich oberstes Kontrollgremium des Vereins inklusive des Präsidiums, zuständig. Reime stellte aber auch klar: „Aus meiner Sicht hat unsere sportliche Situation nichts mit dem Fehlen eines Sportlichen Leiters zu tun.“

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