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Trendwende oder Tristesse?

KSV-Trainer Neitzel Trendwende oder Tristesse?

Tag drei auf dem letzten Tabellenplatz. Eine Situation, die auch für Karsten Neitzel als Trainer von Holstein Kiel neu ist. Dem Coach ist klar, dass es vor dem „Spiel der Wahrheit“ am Sonnabend (14 Uhr) gegen die SG Sonnenhof Großaspach so wie bislang nicht mehr weitergehen kann.

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Steckt seine „gesamte Energie“ in die Mannschaft und erwartet das auch von den Spielern: Holstein-Trainer Karsten Neitzel.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Nach den Niederlagen gegen die beiden derzeit führenden Teams aus Dresden (1:2) und Münster (0:2) mutet es wie eine Ironie des Schicksals an, dass der baden-württembergische Dorfklub auf jenem Tabellenrang drei steht, der Holstein am Ende der vergangenen Punkterunde in die – sportlich tragische – Relegation gegen den TSV 1860 München führte. Zwar geht es im kommenden Heimspiel nicht um den Aufstieg, aber immerhin um die Antwort auf die brennende Frage: aktuelle Trendwende oder anhaltende Tristesse?

 Karsten Neitzel nimmt Veränderungen vor, personell, strategisch und im mentalen Bereich; im Training und im Spiel. Den „roten Faden“ will er jedoch in der Hand behalten: „Das Team hat das Selbstvertrauen, um sich spielerisch zu befreien. Ein taktischer Plan ist immer zu erkennen, nur die Umsetzung ist mangelhaft.“ Das Kombinationswerk mit den kurzen Pässen bleibt das Fundament, das jedoch einen weiteren taktischen Überbau erhalten soll. Die zentralen Rollen spielen dabei die Außenbahnen. Die Kreativspieler Maik Kegel und Fabian Schnellhardt besetzen das Zentrum, auf den Flügeln sollen Flitzer wie Steven Lewerenz, Manuel Janzer oder Marc Heider stets anspielbar sein. „20 bis 25 Meter vor dem Tor ist jeder gefragt, um einen Abschluss herbeizuführen. Die Spieler müssen nachrücken“, ergänzt der Trainer. Ein neues Anforderungsprofil auch für die Außenverteidiger Patrick Herrmann und Patrick Kohlmann. Eine klassische 4-1-4-1-Formation eben, die nach Neitzels Plan das derzeit größte Defizit beheben soll: „Der Chef auf dem Platz ist die Spielsituation. Und wir finden keine Lösungen, um zum Torabschluss zu kommen.“

 So weit, so – in der Theorie – gut. Doch die weiteren Probleme lassen sich durch taktische Variationen kaum bis gar nicht beheben. Stichwort Angriff: Für Manuel Schäffler und Heider ist Tore schießen seit Wochen eine „Mission impossible“. Stichwort Abwehr: Aufmerksam, handlungsschnell und konsequent sollen die Spieler sein, sind sie aber (zu) oft nicht – so wie exemplarisch beim ersten Gegentor in Münster, als Tim Siedschlag und Schäffler Preußens Innenverteidiger Marco Pischorn nach einer Ecke einfach einköpfen ließen. „Da liegt es nicht am System, am Wetter, am Platz oder an der Trikotfarbe, da musst du dich einfach um deinen Gegenspieler kümmern“, ist Neitzel noch immer erzürnt über diese Szene.

 Der Übungsleiter verlangt „Wachheit“ von seinen Profis. In diesem Sinne will er in dieser Woche raus aus dem „Trainings- und Aufstellungstrott“, will eine Spannung, die sich nicht erst am Spieltag aufbaut. Ohne Details zu nennen, ändert Neitzel die Abläufe auf dem Projensdorfer Klubgelände, um daraus „personell und taktisch das Beste mitzunehmen, ohne alles über den Haufen zu werfen“. Der Coach steckt seine „gesamte Energie“ in das Team, und genau das erwartet er auch von seinen Spielern. Alles andere, beispielsweise Spekulationen darüber, ob Karsten Neitzel nächste Woche noch Trainer der KSV Holstein ist, „darf mich nicht interessieren“.

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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