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Holstein will Dresdens Aufstiegsparty verschieben

KSV bei Dynamo Holstein will Dresdens Aufstiegsparty verschieben

Dynamo Dresden, Spitzenreiter der Dritten Fußball-Liga, kann am Sonnabend seinen Aufstieg perfekt machen. Etwas dagegen hat vor allem Holstein Kiel, die sich als Spielverderber auf den Weg nach Sachsen machten.

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Mach’s noch einmal, Siedo! Holsteins Mittelfeld-Motor Tim Siedschlag zeigt voller Vorfreude auf den erneuten Auftritt bei Dynamo das Video mit seinem Siegtreffer zum 2:1 in Dresden am 26. August 2014.

Quelle: Patrick Nawe

Kiel/Dresden. Freitagmittag, 12.51 Uhr, Hamburg-Hauptbahnhof: Der EC 177 in Richtung Drittliga-Hauptstadt Dresden nimmt Fahrt auf. An Bord sind die Fußball-Profis von Holstein Kiel. Ihr kühner Plan: Ausgerechnet beim überragenden Spitzenreiter aus Sachsen heute (14 Uhr/MDR live) minimal einen Punkt auf dem Weg zum endgültigen Klassenerhalt zu erobern. Und damit zugleich vor rund 30000 Zuschauern in der randvollen DDV-Arena die erhoffte Aufstiegsfeier der Dynamos zu torpedieren – der Zug der Party-Crasher.

Mit einem Heimerfolg der Gelb-Schwarzen und einem zeitgleichen Patzer des VfL Osnabrück in Erfurt (Remis, Niederlage) hätte der Fußball-Stolz aus Elbflorenz sein Ziel Bundesliga-Unterhaus fünf Spieltage vor Saisonende erreicht. Dresden das neue Duisburg? Exakt vor elf Monaten und sieben Tagen unterlagen die Störche beim MSV, verspielten mit dem 1:3 die eigene Chance auf den direkten Sprung in die Liga zwei und standen am Ende nur Spalier für die vor Freude hüpfenden und tanzenden Zebras. „Das war nicht so schön“, erinnert sich KSV-Cheftrainer Karsten Neitzel.

Auch Mittelfeld-Organisator und Vize-Kapitän Tim Siedschlag hat diese Szenen vom 16. Mai 2015 aus dem Gedächtnis verbannt. Der 28-Jährige denkt lieber zurück an den 26. August 2014. An jenen Abend, an dem er im Hinspiel der vergangenen Serie in der 89. Minute das 2:1-Siegtor in Dresden erzielte. „Jetzt so schnell wie möglich den Klassenerhalt klar machen. Egal, gegen wen. Und wenn’s gegen Dynamo dazu so läuft wie im vergangenen Spieljahr hätten wir bestimmt nichts dagegen“, sagt Siedschlag vor dem neuerlichen Duell vor prächtiger Kulisse: „Die können aufsteigen vor ausverkauftem Haus. Das wollen wir denen versauen.“

Eine Vorstellung, die Sturmspitze Mathias Fetsch teilt: „Für Dynamo brennt nichts mehr an. Wenn die in der nächsten Woche ihren Aufstieg feiern, würde ich mich mächtig mitfreuen.“ Der Grund liegt auf der Hand. Fetsch war nur fünf Tage nach Siedschlags vorerst letztem Husarenstück in Dresden vom FC Augsburg zu Dynamo gewechselt. Und im Januar dieses Jahres von dort ins Nest der Störche übergesiedelt. „Die Zeit in Dresden war schön, ich bin nicht im Streit gegangen. Ich freue mich sehr auf das Wiedersehen mit den Fans und den alten Kumpels. Die haben gesagt, ich soll etwas langsamer machen und kein Tor schießen. Das konnte ich leider nicht zusagen“, so der 27-Jährige.

Die Dynamo-Shirts hätten im Trikotschrank zu Hause bei der Mutter in Karlsruhe einen Ehrenplatz. Und eines ganz besonders. Das vom Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern am 17. August 2015. Es war Fetschs offizielles Comeback nach seinem Kreuzbandriss im Dezember zuvor. „Das war sehr, sehr emotional. Ich habe mein Trikot nach dem Abpfiff auch nicht getauscht.“

Ein Nachmittag der großen Gefühle steht den Störchen auch heute bevor. Es wartet die Torfabrik der Liga mit exquisiten Individualisten wie dem Knipser-Duo Justin Eilers und Pascal Testroet oder dem von der Bundesliga umgarnten Spielmacher Marvin Stefaniak. Ein überragend konstantes, physisch starkes und vor Selbstbewusstsein strotzendes Team, das zuhause nur gegen Cottbus verlor und das sich der frenetischen Unterstützung seines Anhangs sicher sein darf. Fetsch kennt die Zutaten für diesen außergewöhnlichen Hexenkessel nur zu genau. Den Siegtreffer des Kollegen Siedschlag vom 24. August 2014 dagegen hatte er noch nicht gesehen. Die gut vierstündige Zugtour bot die optimale Gelegenheit, Verpasstes zwecks optimaler Einstimmung nachzuholen.

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