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Holsteins Lieblingsgegner Münster?

KSV beim SCP Holsteins Lieblingsgegner Münster?

Drei Siege, ein Unentschieden lautet die Bilanz des Drittligisten Holstein Kiel gegen Preußen Münster in den vier Partien seit dem Wiederaufstieg der Störche in die Premium-Liga des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) 2013. Heute (14 Uhr) sind die westfälischen Adler Gastgeber des fünften Duells der Traditionsklubs.

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Als am 24. August 2013 aus Holstein-Profis „Förde-Brasilianer“ wurden: Nach Vorlage von Marc Heider (vorne) trifft Tim Siedschlag (2. v. li.) per Hacke zum 3:0 in Münster. Das erste von bislang vier Drittliga-Duellen zwischen preußischen Adlern und Kieler Störchen.

Quelle: Patrick Nawe (Archiv)

Kiel/Münster. Die große Chance für den Tabellen-17. aus Kiel, beim „Lieblingsgegner“ die im aktuellen Abstiegskampf so bitter benötigten Punkte einzufahren? Zumindest die jüngere Geschichte lässt hoffen.

24. August 2013: Der Neuling von der Ostsee rockt die Liga. In Münster gewinnt Holstein nicht nur triumphal mit 3:0, sondern sorgt mit einer fast optimalen Balance zwischen aggressivem Pressing und vor Leichtigkeit strotzenden Spielkultur für positive Schlagzeilen. Von den „Förde-Brasilianern“ ist plötzlich die Rede. Marcel Gebers und Marc Heider treffen zur 2:0-Führung. Tim Siedschlags Hackentor zum 3:0 bringt ihm den Spitznamen „Sidinho“ ein. Der Sprung auf Tabellenplatz zwei lässt in Kiel kühne Träume reifen.

8. Februar 2014: Der Liga-Alltag hat den Störchen die große Flatter beschert. 13 Spiele in Folge hatten die Kieler zwischenzeitlich nicht gewinnen können, Absturz auf Platz 18. Der letzte Heimsieg liegt 161 Tage (!) zurück. KN-Fotograf Uwe Paesler entwirft eine Fotomontage mit dem Titel „Brennende Leidenschaft“ (siehe Logo rechts). Der kurz zuvor aus Ingolstadt verpflichtete Manuel Schäffler stürmt erstmals für die KSV. Marc Heider (2) und Fiete Sykora zünden drei Böller gegen das Abstiegsgespenst. 3:0 – Jubel in Kiel, Frust bei Münster-Coach Ralf Loose: „Ich habe meine Spieler gefragt, ob sie sich darüber bewusst sind, was es bedeutet, die Farben eines Vereins zu repräsentieren.“

30. August 2014: Holstein hat den Klassenerhalt am letzten Spieltag der Vorsaison eingetütet, erwartet am siebten Spieltag der neuen Serie Münster. Machtkampf der Nachbarn im Tabellen-Mittelfeld. Die erste Halbzeit bestimmen vor 4150 Zuschauern die Gäste, in Führung ziehen die Kieler durch Fabian Wetter (47.). Erst in der Schlussminute gelingt Amaury Bischoff der Ausgleich. Niemand an der Förde ahnt, was in den folgenden Monaten passieren würde.

21. Februar 2015: Der schlafende Riese aus Kiel ist erwacht. Die noch zu Weihnachten klar Aufstiegskurs steuernden Preußen haben sich derweil eine Schwächephase gegönnt. 35 Minuten lang macht die Kieler Abwehr, schon zu diesem Zeitpunkt die beste der Liga, ihr Freischwimmer-Abzeichen. Der Holstein-Däne Mikkel Vendelbo sorgt mit einer Brutal-Grätsche gegen Bischoff bereits nach 13 Minuten für eine aufgeheizte Atmosphäre. 3:0, gar 4:0 müssen die Westfalen führen, doch lediglich Mehmet Kara (35.) versenkt die Kugel im Holstein-Netz. Dann das Kieler Wunder. Fast im Gegenzug schießt Jaroslaw Lindner aus dem Nichts zum 1:1 ein. „Capitano“ Rafael Kazior (42. 70.) versetzt Kiel mit seinem Doppelpack zum 3:1 in Party-Stimmung. Der endgültige Brustlöser für die Störche auf ihrem phantastischen Flug in die Zweitliga-Relegation. Die Preußen resignieren und üben sich fortan im internen Zwist.

31. Oktober 2015: Holstein reist wieder einmal nach Münster. Mit schwerem Gepäck: Nur ein Sieg in den vergangenen elf Spielen, Abstiegskampf pur. Die Preußen liegen ebenso überraschend wie komfortabel auf Platz drei, haben seit neun Spielen keine Niederlage mehr kassiert. Die Fanblöcke der Ultras im Preußenstadion bleiben nach vorherigen Pyro-Zwischenfällen gesperrt. Und Dominik Schmidt, der im Frühjahr nach einem öffentlich gewordenen Streit zwischen Anhängern und ihm auf einer Kirmes von den Münsteranern nach dreijährigem Engagement suspendiert worden war und mittlerweile das Trikot der Störche trägt, kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Ein neues Kapitel der dramaturgischen Geschichte zwischen Preußen und Holstein? Erfahren Sie alles über das Spiel im KN-KSV-Liveticker.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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Münster – Kiel
Foto: Augen auf und einfach drauf: Auch für Holsteins Klassetechniker Fabian Schnellhardt (hier im Duell mit den Dresdner Querin Moll/li. und Niklas Kreuzer) gilt am Sonnabend in Münster die Devise: Knackige Fernschüsse sind nicht verboten!

Fußball-Drittligist Holstein Kiel singt den Herbst-Blues. Rang 17, nur ein Tor Vorsprung auf die Abstiegsränge – nie zuvor in der Amtszeit von Trainer Karsten Neitzel waren die Störche nach 14 Spieltagen schlechter platziert. Hoffnung macht aber der kommende Gastgeber Preußen Münster (Sonnabend, 14 Uhr).

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