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KSV sortiert Heider, Weidlich und Schäffler aus

Holstein Kiel KSV sortiert Heider, Weidlich und Schäffler aus

Paukenschlag bei Holstein Kiel: Einen Tag nach Saisonende will der Drittligist Marc Heider, Denis-Danso Weidlich und Manuel Schäffler aussortieren. Das hat der Verein am Sonntag offiziell bestätigt.

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Marc Heider spielt seit 2009 für Holstein Kiel - nun soll sich der Fußballer einen neuen Verein suchen.

Quelle: Frank Molter (Archiv)

Kiel. Keine 24 Stunden nach der peinlichen 0:3 (0:1)-Heimpackung gegen RW Erfurt zum Saisonabschluss setzte Fußball-Drittligist einen Paukenschlag der besonderen Art: Dem Trio Marc Heider, Manuel Schäffler und Denis-Danso Weidlich wurde am Pfingstsonntag mitgeteilt, dass der Klub trotz ihrer bis zum 30. Juni 2017 datierten Verträge für das kommende Spieljahr ohne sie plane. Auch der in dieser Serie in seinen Leistungen stark schwankende Spielgestalter Maik Kegel muss sich einen neuen Arbeitgeber suchen, der auslaufende Kontrakt des 26-Jährigen wurde nicht verlängert.

„Bei Maik haben wir uns sehr schwer getan“, sagte Störche-Cheftrainer Karsten Neitzel. Letztlich habe den Ausschlag gegeben, dass das Team künftig aus dem zentralen Mittelfeld heraus mehr Torgefahr ausstrahlen müsse. Kegel blieb in den 29 Einsätzen dieser Serie ohne eigenen Treffer.

Für die Ausmusterung von Heider, Schäffler und Weidlich seien, so Neitzel weiter, rein sportliche Gründe entscheidend gewesen. In der Tat konnte der iaus Rostock an die Förde gewechselte Weidlich zu keinem Zeitpunkt den angedachten Nachweis erbringen, ein Leit-Storch mit Führungsqualitäten zu sein. Schäffler brachte es im Angriff zwar auf 36 Einsätze in Liga drei, diese waren allerdings zumeist Kurzzeit-Jobs. Drei Treffer und drei Assists standen am Ende auf dem Konto des gebürtigen Bayern, der nach Informationen dieser Zeitung bereits in der Winterpause mit einem Wechsel zu den Stuttgarter Kickers spekuliert haben soll.

Siegermentalität und Leidenschaft

Für öffentliche Diskussionen sorgt vor allem der Fall Heider. Seit 2009 trägt der für seine Siegermentalität und Leidenschaft bekannte Offensiv-Allrounder das KSV-Trikot, absolvierte in dieser Zeit 235 Partien für die Störche mit insgesamt 81 Toren. In dieser Serie musste sich der in Mönkeberg wohnende Heider, der am Mittwoch seinen 30. Geburtstag feiert und mit der Ex-Holstein-Fußballerin Justine verheiratet ist, mit drei Buden und drei Torvorlagen begnügen. In den beiden zurückliegenden Drittliga-Jahren waren es zwölf und zehn Treffer für den zweifachen Familienvater gewesen.

Sturm-Konkurrent Saliou Sane, der ebenfalls ein gültiges Arbeitspapier bis 2017 besitzt, hat letztmals am 6. August 2014 beim 2:0-Heimerfolg gegen Hansa Rostock getroffen. „Saliou passt nach unserer Meinung am besten in das Personalpuzzle für die neue Offensive“, so Neitzel.

Fragezeichen stehen noch hinter der Zukunft der hauseigenen Talente Finn Wirlmann (er soll bei Verlängerung seines auslaufenden Vertrages für ein Jahr ausgeliehen werden) und Rene Guder (Kontrakt bis 2017), bei dem ebenfalls eine Ausleihe beabsichtigt ist. Kreativkopf Fabian Schnellhardt würde dagegen nach eigenen Worten nur zu gerne im Nest der Störche bleiben. Dies dürfte maßgeblich vom sportlichen Erfolg seines Stammvereins abhängen. Gelingt dem MSV Duisburg über die Relegation der Zweitliga-Klassenerhalt, könnte das Leihgeschäft mit dem 22-Jährigen verlängert werden. „Ich hoffe, die Vereine einigen sich“, sagte Schnellhardt nach der Erfurt-Partie.

Deren Ausgang sorgte am Sonnabend bei immerhin noch 5098 Zuschauern für Frust im Übermaß. Ohne die angeschlagenen Stammkräfte Mathias Fetsch, Tim Siedschlag, Patrick Herrmann, Patrick Kohlmann, Domink Schmidt und Willi Evseev offenbarte das KSV-Restaufgebot eine Mischung aus individueller Liga-Untauglichkeit und kollektiver Arbeitsverweigerung. Und manifestierte mit dieser Niederlage zugleich seine eklatante Schwäche vor heimischer Kulisse in dieser Saison (sechs Siege, fünf Remis acht Pleiten/Rang 18 der Heimtabelle). „Wir haben den Erfurtern in keiner Minute körperlich etwas entgegen zu setzen gehabt. Mit Halbgas gewinnst du in dieser Liga nichts“, lautete der Abschlusskommentar von Kapitän Rafael Czichos – Kopfschütteln inklusive.

Diese Spieler sollen Holstein Kiel verlassen

Marc Heider (29): seit dem 01.07.2009 bei Holstein Kiel, Vertrag bis 30.06.2017, Mittelstürmer

Manuel Schäffler (27): seit dem 31.01.2014 bei Holstein Kiel, Vertrag bis 30.06.2017, Mittelstürmer

Denis-Danso Weidlich (29): seit dem 01.07.2015 bei Holstein Kiel, Vertrag bis 30.06.2017, Innenverteidiger

Maik Kegel (26): seit dem 01.07.2014 bei Holstein Kiel, Vertrag bis 30.06.2016, zentrales Mittelfeld

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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Holstein Kiel
Foto: Der beim Fußball-Drittligisten Holstein Kiel am vergangenen Sonntag ausgemusterte Stürmer wechselt zum Liga-Rivalen VfL Osnabrück.

Schnelles Ende der beruflichen Unsicherheit für Marc Heider. Der beim Fußball-Drittligisten Holstein Kiel am vergangenen Sonntag ausgemusterte Stürmer wechselt zum Liga-Rivalen VfL Osnabrück. Der seit Mittwoch 30-Jährige hat bei den Lila-Weißen einen Zweijahresvertrag unterschrieben.

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