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Kickers Würzburg, alles andere als ein Neuling

Holstein Kiel Kickers Würzburg, alles andere als ein Neuling

Die Ausgangslage ist klar: Mit einem Heimsieg gegen Holstein Kiel am Sonnabend (13.30 Uhr) haben die Würzburger Kickers das Ticket für die Aufstiegsspiele zur Zweiten Liga gegen den Tabellen-16. des Bundesliga-Unterhauses in der Tasche. Ein Fußball-Wunder aus Unterfranken?

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Erfolgstrainer Bernd Hollerbach macht mit seinen Kickes Furore in der Dritten Liga.

Quelle: ok

Würzburg.  Schließlich trägt der FWK den trügerischen Titel Drittliga-Neuling. Tatsächlich ist den Kickers im Juni 2015 der Aufstieg gelungen – geplant war dies im Rahmen eines Dreijahres-Planes bis 2017. Doch bis auf Peter Kurzweg (22) und Ioannis Karsanidis (22) besitzen alle anderen zwölf Akteure des jüngsten 2:1-Erfolges in Cottbus Erfahrung in Liga drei. Mehr noch: Torwart Robert Wulnikowski (38), Kapitän Amir Shapourzadeh (33), Nejmeddin Daghfous (29), Rico Benatelli (24) und Marco Haller (31) haben sich in insgesamt 269 Zweitliga-Einsätzen bereits höherklassig bewiesen.

 Aktuell haben die Kickers wahrlich beeindruckende Werte vorzuweisen: Bestes Rückrundenteam (35 Punkte in 17 Spielen), beste Auswärtsmannschaft, zweitbeste Defensive (24 Gegentore), 15 Mal stand hinten die Null, seit zehn Partien ungeschlagen (die letzte Niederlage datiert vom 21. Februar beim 0:1 in Erfurt), zuletzt vier Dreier am Stück.

 Der Architekt des Aufschwungs, Cheftrainer Bernd Hollerbach, ist stolz auf das bislang Erreichte. Doch der gebürtige Würzburger, der sich als aktiver Profi beim FC St. Pauli und dem HSV in den Geschichtsbüchern verewigt hat, weiß um die Schnelllebigkeit des Geschäfts: „Wer auf die Tabelle schaut, der beschäftigt sich mit Dingen, die in der Zukunft passieren. Ich lebe aber im Hier und Jetzt.“

 Euphorie wegen neuerlicher Aufstiegsträume? Nein! Was ausschließlich zähle, sei die Planungssicherheit für die Dritte Liga, „nichts anderes hatten wir uns zu Saisonbeginn vorgenommen“. „Ho-Ho-Hollerbach“, wie die Fans im Norden den beinharten Linksverteidiger einst auf den Rängen priesen, sieht in einer gut organisierten Defensive das Fundament des aktuellen Erfolges: „Wer sich die vergangenen Drittliga-Spielzeiten angesehen hat, stellt fest, dass die Teams, die wenige Gegentore bekommen haben, meist nichts mit dem Abstieg zu tun hatten.“

 Hollerbach, der Meister des Understatements. Hollerbach, der Erfolgstrainer. Mit dem VfL 93 holte er gleich auf seiner ersten Station einen Titel (Oberliga Hamburg). Als Assistent von Felix Magath gewann der heute 46-Jährige mit dem VfL Wolfsburg die deutsche Meisterschaft. Und nur zwölf Monate nachdem der gelernte Metzger 2014 die Kickers übernommen hatte und in seinem Sog eine ganze Region inklusive potenter Geldgeber den Kurs Profifußball einschlug, feierte Würzburg Platz eins in der Bayern-Liga mit dem glorreichen Finale der Aufstiegsduelle gegen den 1. FC Saarbrücken.

 Einer der besten Freunde Hollerbachs ist Kickers-Trikotsponsor Herbert Seckler, der „Erfinder“ des Kult-Restaurants „Sansibar“ in den Sylter Dünen. Die Schwester des berühmtesten Sport-Sohnes der Stadt, Dirk Nowitzki, ist häufig bei den Heimspielen in der Flyeralarm-Arena. Unterrichtet den Mega-Basketballstar über das lokale Fußball-Geschehen. Die Kickers unterstützen zudem ein soziales Projekt Nowitzkis. Kein Zweifel, sie halten zusammen in Würzburg. Selbst die Justizorgane. So hat das Verwaltungsgericht eine Klage von sieben Anwohnern gegen die Aus- und Umbaumaßnahmen am vereinseigenen Kickers-Stadion abgewiesen. In der Zweitliga-Relegation käme sogar die Torlinientechnik zum Einsatz, 14 zusätzliche Kameras müssten dazu installiert werden. Niemand zweifelt daran, dass der „Neuling“ auch diese Herausforderung meistern wird.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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