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Holstein Kiel verliert Pokalfinale nach Fankrawall

0:1 beim VfB Lübeck Holstein Kiel verliert Pokalfinale nach Fankrawall

Der SHFV-Lotto-Pokalsieger 2015 heißt VfB Lübeck! Der Fußball-Regionalligist bezwang am Mittwochabend im Endspiel auf heimischer Lohmühle Titelverteidiger Holstein Kiel durch einen Treffer von Christopher Kramer (17.) mit 1:0 (1:0). In einer Partie, in der die Störche nur höchst selten Drittliga-Niveau bewiesen – und die unter abenteuerlichen Rahmenbedingungen litt.

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Stefan Richter im Duell mit Hauke Wahl.

Quelle: Jörg Lühn

Lübeck. Ob die Lohmühle eine ehrliche Zukunft als Austragungsort des Höhepunktes des schleswig-holsteinischen Fußballs besitzt, darf zumindest infrage gestellt werden. Nach den skandalösen Vorfällen beim bis dato letzten Finale gegen die KSV Holstein in der Hansestadt 2011 verzögerte sich auch am Mittwoch der Anpfiff aus Sicherheitsgründen um 40 Minuten. Polizeibeamte in Kampfmontur durchforsteten den äußeren Block der Haupttribüne nach Personen, die mutmaßlich gefährliche Gegenstände bei sich trugen. Unter den geschätzten 300 Besuchern dieses nicht gesicherten Parts des Stadions hatten sich aus wenig nachvollziehbaren Gründen nicht unbedingt friedfertig wirkende VfB-Anhänger unter anderem mit grün-weißen Sturmhauben mischen können – vorbei an Einlass- und Kartenkontrollen! Der rund 300-köpfige Störche-Block hielt mit Rauchbomben beim Abspielen der Landeshymne dagegen.

Der Polizeieinsatz im Lübecker Fanblock führte zu einem verspäteten Anpfiff.

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Die Mannschaften, die während dieser Szenen in der Kabine auf den Anpfiff warteten, mussten sich ein zweites Mal erwärmen, ertrugen diesen unfreiwilligen Spannungsabfall aber zumindest äußerlich mit Gleichmut; begleitet von ebenso schwachsinnigen wie ritualisierten Hassgesängen aus beiden Fan-Lagern. Für die sportliche Musik sorgte dagegen zuerst der leidenschaftlich und rustikal zu Werke gehende Viertligist. Nach Freistoß-Flanke Marcello Meyers stieg ausgerechnet der Ex-Storch Christopher Kramer (17.) nicht das einzige Mal höher als KSV-Innenverteidiger Denis-Danso Weidlich und bugsierte die Kugel per Hinterkopf vorbei an dem wenig glücklich postierten Niklas Jakusch zur 1:0-Führung des VfB. Stefan Richter (27.) verpasste nach sehenswerter Ballstafette sogar das 2:0.

Nur mühsam kamen die favorisierten Störche auf Drehzahl. Es fehlte über weite Strecken die Bindung zwischen den Mannschaftsteilen und trotz eines Technikers wie Fabian Schnellhardt die Präzision im Passspiel – Motto: elf Spieler, aber kein Team. Manuel Schäffler (39.) besaß nach Zuspiel Marc Heiders die einzige echte Torchance zum Ausgleich.

Der zweite Durchgang begann mit grün-weißer Pyrotechnik hinter dem eigenen Tor, einer erneuten Unterbrechung und der Warnung eines Spielabbruchs im Wiederholungsfall. Das war fast der größte Aufreger bis zum Abpfiff. Erst in der Schlussphase wurde es noch einmal spannend, als Janzer und Siedschlag mit einer Doppelchance aus kurzer Distanz fast noch der Ausgleich gelungen wäre (90.). SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer sagte nach der Partie: "Das waren Horrorstunden für den schleswig-holsteinischen Fußball."

Statistik:

VfB Lübeck: Toboll – Bohnsack, Wehrendt, Marheineke, Simais – Voss (70. Lange), Meyer – Maletzki, Kramer (82. Sezer), Sievers – Richter (86. Barendt).

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Weidlich, Wahl, Kohlmann – Krause, Wirlmann (75. Janzer) – Siedschlag, Schnellhardt – Schäffler, Heider.

Schiedsrichter: Fynn Kohn (Husum) – Tore: 1:0 Kramer (17.) – Zuschauer: 4148 – Gelbe Karten: Meyer/Weidlich, Krause.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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Holstein Kiel
Foto: SHFV-Lotto-Pokalfinale zwischen den VfB Lübeck und Holstein Kiel: Auch auf der Tribüne zündelten die Fans.

Erst blieb das Tor auf dem Spielfeld verschlossen, nach dem Schlusspfiff ließ sich die Kabinentür von Holstein Kiel zunächst nicht öffnen. Im SHFV-Lottopokalfinale erlebten die Störche die erste Bauchlandung der neuen Spielzeit.

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