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Neitzel fordert die Kieler Wagenburg

Hallescher FC gegen Holstein Kiel Neitzel fordert die Kieler Wagenburg

Bessere Ergebnis-Vorleistungen gibt’s in der Dritten Fußballliga zurzeit nicht: Der Hallesche FC empfängt am Sonntag (14 Uhr) den Tabellenzweiten Holstein Kiel. Jene Nordlichter, die aus den vergangenen neun Spielen acht „Dreier“ und ein Unentschieden verbuchten. Fiebern Sie mit beim KN-KSV Liveticker.

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Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel (re.) appelliert an das bedingungslose Wir-Gefühl seiner Profis.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel/Halle. Die Störche sind in 2015 ungeschlagen und in den zurückliegenden elf Auswärtsauftritten ohne Niederlage geblieben – Drittliga-Rekord eingestellt!

Eine Bilanz auf fremden Plätzen, die seit Gründung der eingleisigen Dritten Liga im Sommer 2008 nur Heidenheim, Karlsruhe und Union Berlin vorweisen konnten. Ein Trio, das danach jeweils in die Zweite Bundesliga aufstieg. „Das kann man mit unserer aktuellen Lage nicht vergleichen. Wir hatten damals einen besseren Start und waren schon nach der Hinrunde Tabellenerster“, erinnert sich Holsteins Linksverteidiger Patrick Kohlmann an das Spieljahr 2008/09, als er noch das Trikot von „Eisern Union“ trug.

 Auch Störche-Cheftrainer Karsten Neitzel hält im Regelfall nicht viel von statistischen Werten. Vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, von 1989 bis 1992 schnürte Neitzel die Stiefel für den HFC, aber sagt er: „Wir müssen aus unserer Auswärtsbilanz Kraft und Stärke ziehen.“ Zudem appelliert der 47-Jährige im Liga-Endspurt an den Kieler Schulterschluss: „Wir sind in einer Situation, in der uns niemand erwartet hat. Jetzt müssen wir eine Wagenburg bauen: Trainer, Spieler, Umfeld und Fans!“

 Noch besser als die Störche schnitt in fremden Gefilden indes ausgerechnet der morgige Gastgeber ab. Auf der Gegenseite rangieren die Hallenser in der Heimspiel-Wertung (fünf Siege/zwei Remis/neun Niederlagen) auf dem vorletzten Platz der Konkurrenz. Fast schon wie ein Widerspruch wirken ob dieser Zahlen die jüngsten Resultate der Rot-Weißen in ihrem Erdgas-Sportpark: 3:1 gegen Cottbus, 3:0 gegen Münster.

Brandgefährliche Standards

 „Halle verfügt über eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und einigen, die im besten Fußballalter sind“, erklärt Neitzel und verweist auf die brandgefährlichen Standards des Gegners und deren schnelle Umschaltspieler Akaki Gogia und Sören Bertram, der an sechs der letzten sieben HFC-Treffer beteiligt war. Holsteins Mittelfeld-Bulldozer Mikkel Vendelbo fehlt derweil am Sonntag wegen Gelbsperre ebenso wie die noch nicht einsatzfähigen Fabian Wetter, Saliou Sane und Manuel Hartmann.

 Am Sonntag um 8.30 Uhr aktivieren die Kieler Geist und Körper pikanterweise auf dem Platz des HFC-Gegners im Landespokal-Finale, VfL 96 Halle. Für den 32-jährigen Kohlmann trotz der stetig steigenden Spannung normaler Profi-Alltag. „Wir haben noch sechs Spiele vor der Brust. Und wir haben unser Saisonziel schon vor Wochen erreicht. Diese Spiele jetzt machen besonderen Spaß, wir können nur gewinnen“, erklärt der gebürtige Dortmunder mit irischen Wurzeln. Abschalten, ein bisschen Fernsehen oder lesen und früh schlafen – so bereitet sich Kohlmann vor. Früher habe er sich, so der Routinier, auf Auswärtsfahrten mit der Playstation abgelenkt. „Da würde ich jetzt aber gegen die jungen Kollegen nicht mehr gut aussehen. Als Vater eines fünfjährigen Sohnes und einer zweijährigen Tochter fehlt mir die Zeit zum Üben“, flachst der Westfale. Wohl wissend, dass die virtuelle Fußball-Welt zum Glück nichts mit der zurzeit aus Kieler Sicht so glänzenden Realität gemeinsam hat.

 Die mögliche Holstein-Formation: Kronholm – Herrmann, Gebers (Auracher), Wahl, Kohlmann – Siedschlag, Kegel, Krause, Heider – Schäffler, Kazior.

 Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück), 36, Realschullehrer, pfiff unter anderem bei Holsteins 1:0-Heimsieg gegen Bielefeld.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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