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Feuer und Flamme für das Projekt Holstein Kiel

Neuer Sportchef Feuer und Flamme für das Projekt Holstein Kiel

Der Fußball-Drittligist stellte nach Andreas Bornemann, Ralf Heskamp und Uwe Stöver mit Ralf Becker den vierten Geschäftsführer Sport binnen zwei Jahren vor.

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Holstein vor der Brust: Ralf Becker, der neue Geschäftsführer Sport, ist mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet worden und sieht den Drittligisten vor einer erfolgreichen Zukunft.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Und der seit vergangenem Montag gültige Dreijahresvertrag des 45-Jährigen soll seine Erfüllung finden; auf diese Zielvorgabe legten die Beteiligten in der KSV-Geschäftsstelle nachdrücklich Wert.

Mit der unsteten Vergangenheit mochten sich Becker, Tholund und der Kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Schwenke nicht lange aufhalten. Denn es gilt Visionen zu realisieren, die weit über Einzelschicksale hinausgehen. Dazu hatte der neue Sportchef zügig etwas zu sagen: „Ab der kommenden Saison gehören wir ins obere Tabellendrittel. Und wenn meine Amtszeit in drei Jahren endet, sollten wir eine Klasse höher spielen.“ Mit dieser Aussage ist Becker der erste operativ Verantwortliche, der für den angestrebten Zweitliga-Aufstieg ein konkretes Zeitfenster nennt. „Ich möchte das Optimale herausholen.“

 Dass der ehemalige Profi sein Engagement bei Holstein Kiel als Projekt betrachtet, das man nicht aus persönlichen Gründen vorzeitig abbricht, darauf deuten neben seinen Worten auch weitere Indizien hin. Obwohl seine Ehefrau und die drei Kinder erst in einem Jahr in den Norden nachkommen werden, bezieht der gebürtige Leonberger, der am 7. Februar als Chefscout des VfB Stuttgart freigestellt worden war, schon jetzt ein Haus im Kieler Umland. Außerdem ist der Job als Geschäftsführer Sport mit Sitz im Präsidium genau jene Chance, auf die er lange hingearbeitet hat: „Ich wollte Verantwortung in entscheidender Position.“

 Ohne pathetische Begriffe zu benutzen, deutete der lizensierte Fußball-Lehrer an, dass mit dem bislang erfolgten Umbau der Mannschaft, der wohl auch noch nicht abgeschlossen ist, eine neue Ära bei der KSV beginnen soll. Deren Kern: Konstanz auf hohem Niveau. „Nach dem knapp verpassten Aufstieg 2015 war die vergangene Spielzeit natürlich schwierig. So eine Konstellation kann auch gefährlich werden“, äußerte Becker Verständnis für eine wechselhafte Saison, die mit dem 14. Rang zumindest tabellarisch unbefriedigend endete. Im Umkehrschluss könnte das auch heißen: Die Zeiten der mehr oder weniger stichhaltigen Ausreden sind vorbei. Sofern großes Verletzungspech ausbleibt, soll Holstein sich als eine Spitzenkraft in der Dritten Liga etablieren.

 Das bestätigte Wolfgang Schwenke indirekt mit der Kostenplanung für den Kader: „Der Etat wird mit 3,6 Millionen Euro mindestens so groß sein wie in der vergangenen Saison.“ Eine Aufstockung ist möglich, wenn es sich sportlich lohnt, beispielsweise mit einer Verpflichtung des bisherigen Leihspielers Fabian Schnellhardt vom Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg. Die Verhandlungen laufen mit den Zebras, die den Filigran-Techniker in ihrem vorläufigen Aufgebot für die neue Saison gar nicht aufführen...

 Auch das Holstein-Stadion, mittlerweile eine der marodesten Arenen in der dritten Spielklasse, mag Ralf Becker nicht zwingend als Wettbewerbsnachteil betrachten. „Mir gefällt das Stadion. Wenn es gut gefüllt ist, kann hier eine prima Atmosphäre aufkommen“, sagte der Sportchef. Begeistert hat den Schwaben zudem das Klubgelände in Projensdorf inklusive Nachwuchsleistungszentrum: „Ein wichtiger Baustein bei der Kaderplanung.“ Es ist also angerichtet – jetzt muss „nur“ noch Fußball gespielt werden.

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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