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Markus Anfang peilt oberes Tabellendrittel an

Mit Video Markus Anfang peilt oberes Tabellendrittel an

Neuer Trainer, neuer Versuch: Nach einem durchwachsenen Saisonstart möchte Markus Anfang mit dem Drittligisten Holstein Kiel im vorderen Tabellendrittel landen. Ihm schwebt eine offensive Spielweise vor.

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Der neue Holstein-Kiel-Trainer Markus Anfang will mit dem Fußball-Drittligisten um die vorderen Tabellenplätze mitspielen.

Quelle: Frank Molter

Kiel. Siege mit den Störchen konnten sie natürlich noch nicht vorweisen, nicht einmal in der Theorie garantieren. Aber Pluspunkte in eigener Sache sammelten Markus Anfang und Tom Cichon, das neue Trainergespann des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel, an ihrem ersten offiziellen Arbeitstag an der Förde reichlich. Smart, rhetorisch clever, gut gelaunt, keiner Frage ausweichend, um keinen Flachs verlegen, vor Tatendrang sprühend – so präsentiert sich Chefcoach Anfang am Mittwochmorgen auf der Pressekonferenz im Nachwuchsleistungszentrum Projensdorf.

Keine Frage, seine lange Karriere als Aktiver (79 Erstliga- und 19 Zweitligapartien, dreimal österreichischer Meister mit dem FC Tirol Innsbruck unter Jogi Löw) und die vergangenen drei Jahre als Nachwuchscoach bei Bayer Leverkusen haben beim 42-Jährigen positive professionelle Spuren hinterlassen.

Nein, seine Familie werde vorerst nicht nach Kiel ziehen, bleibe im Ruhrgebiet wohnen. „Die Kinder sollen erst einmal die Schule beenden“, so Anfang. Ja, seine Spielidee sei auf Ballbesitz ausgerichtet. „Wir wollen schon so oft wie möglich den Ball haben, dominieren. Bestimmen, was auf dem Platz passiert.“

Störche-Sportchef Ralf Becker lauscht mit Spannung den Worten seines Wunschtrainers. Rund 50 Kandidaten hätten, so Becker, zwei Tage nach der Freistellung des Coaches Karsten Neitzel am 16. August zur Auswahl gestanden. Mit zehn habe er persönlichen Kontakt gehabt. Doch ihm sei sofort klar gewesen, dass „Markus der richtige Mann für uns ist“.

Anfang bestätigt die zügige Einigung. „Zwei Tage nach der ersten Kontaktaufnahme per Telefonat bin ich mit Tom Cichon in Kiel gewesen. Natürlich überlegt man kurz, wenn man bei einem Champions-League-Klub arbeitet. Aber bei der Möglichkeit, bei einem Verein wie Holstein Kiel als Cheftrainer wirken zu können, muss man einfach zusagen. Die ganze Struktur, auch das Trainingszentrum, sind zweitliga- oder sogar bundesligatauglich.“

Auch wegen der Rahmenbedingungen identifiziert sich Anfang mit dem Dreijahresplan der Störche in Richtung Bundesliga-Unterhaus. Für ihn ist Kiel die erste Station als Profi-Herren-Trainer. Den größten Unterschied zwischen Nachwuchs- und Seniorenfußball sieht der ehemalige Mittelfeldspieler darin, dass „die Toleranz bei Fehlern im Profibereich deutlich geringer ist als beim Nachwuchs“. Und man müsse sich nicht um Fahrdienste kümmern, lautet der mit einem Augenzwinkern verbundene Zusatz.

Anfang will mit "Trainer" angesprochen werden

Anfang versteht sich als Teamplayer. Noch am Dienstagabend habe er sich mit seinen Übergangs-Vorgängern Ole Werner und Hannes Drews sowie dem Funktionsteam intensiv ausgetauscht.

Ist er als Chefcoach ein harter Hund oder eher der Kumpeltyp? „Sowohl als auch. Als Trainer musst du ein offenes Ohr für die Spieler haben. Auf der anderen Seite gibt es klare Ansagen, wenn einer die Regeln nicht befolgt.“ Er duze die Spieler, die dürfen ihn mit „Trainer“ anreden. Wild gestikulierend wie Guardiola oder besonnen wie Anchelotti am Seitenrand? „Da gibt es keine Schublade. Das ist ganz vom Spielverlauf abhängig“, antwortet stellvertretend der 40-jährige Cichon, der während der ersten Übungseinheit lange mit Dominick Drexler und Luca Dürholtz spricht. „Die hatte ich schon in der Bayer-Jugend unter meinen Fittichen“, erklärt Cichon.

Auf neue Akteure muss das Duo Anfang/Cichon zunächst verzichten. Laut Becker hat die KSV Holstein von einer Verpflichtung des Probestürmers Kevin Koffi kurz vor Schluss der am Mittwoch beendeten Transferperiode abgesehen. Der erste Test unter Anfangs Leitung steigt am Freitag (18.30 Uhr) beim SH-Ligisten FC Kilia. Die Einnahmen sollen den Erdebenopfern in Italien zugutekommen.

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