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Auf eigenen Füßen stehen

Holstein Kiel Auf eigenen Füßen stehen

In Aalen geboren, im Alter von zwölf Jahren ins knapp 80 km entfernt gelegene Internat des VfB Stuttgart gewechselt und im vergangenen Spieljahr Zweitliga-Luft beim 1. FC Heidenheim geschnuppert – mehr Verbundenheit mit der schwäbischen Heimat als beim Flügelflitzer Manuel Janzer geht kaum. In dieser Saison wagt der 23-Jährige den Klimawechsel und öffnet beim Drittligisten Holstein Kiel das nächste Kapitel seiner noch jungen Profikarriere.

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Energischer Torschuss von Manuel Janzer (2. v. li.), doch Pierre Kanstrup (SonderjysE, vorne) blockt den Ball.

Quelle: Matthias Hermann

Kiel. „Ich bin schon früh von zu Hause weg. Der einzige Unterschied zu meinem bisherigen Leben ist die größere Kilometerdistanz zu Freunden und Familie“, sagt Janzer und ergänzt mit Blick auf seine persönliche Fortentwicklung im Norden: „Aber es ist auch gar nicht so schlecht, einmal komplett auf eigenen Füßen zu stehen.“

 Im April erfolgte der erste Kontakt mit den Störchen. „Für mich war es in Heidenheim nach der Winterpause nicht so gut gelaufen. Dann kam der Anruf von Herrn Neitzel“, so der ehemalige U17-Europameister, der kurz darauf dem Kieler Cheftrainer die Zusage für einen Zweijahresvertrag gab. „Heidenheim, das ist Marc Schnatterer“, erklärt Janzer, warum der Durchbruch beim Zweitliga-Aufsteiger für ihn ausblieb. Der FCH-Kapitän, Synonym für den Höhenflug des Klubs, habe ihm schlichtweg die linke Außenbahn, die er als Rechtsfuß bevorzuge, versperrt.

 Zuvor beim VfB Stuttgart galt Janzer als Dauerbrenner – allerdings nur in der U23, für die er 94 Drittligaspiele (15 Treffer) absolvierte. Auch durch die zahlreichen Trainerwechsel sei ihm, so Janzer, möglicherweise der Sprung auf die Bundesliga-Bühne verwehrt geblieben. „Vielleicht war ich aber auch zu lange im Verein. Manchmal zählt der Prophet im eigenen Landes nicht genug.“

 Durchsetzungsvermögen muss der Sprinter-König unter den Störchen („Auf der Laufbahn bin ich deutlich langsamer. Deshalb habe ich auch keine 100-m-Zeit“) nun auch in neuer Umgebung beweisen. Die Adduktorenprobleme, die ihn in der Saisonvorbereitung für zehn Tage zur Schonung zwangen, sind fast vollständig abgeklungen. Eine Drei-Zimmer-Wohnung in der Kieler City ist bezogen, der Besuch aus dem „Ländle“ kann kommen. Und sollte das bislang Vertraute doch einmal fehlen, weiß er mit Holsteins Abwehrroutinier Manuel Hartmann einen schwäbischen Landsmann an seiner Seite. „Ich freue mich schon auf seine Maultaschen“, lautet Janzers Rezept gegen anfängliche Folgen des Klimawechsels.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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