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Noch ein Aufstieg in der Werder-Familie

U23-Coach Kohfeldt Noch ein Aufstieg in der Werder-Familie

Nachdem die U23-Fußballer des SV Werder Bremen erst am letzten Spieltag der vergangenen Saison mit dem 2:1-Sieg in Aalen Rang 17 und damit den Drittliga-Verbleib hauchdünn gesichert hatten, steht der Bundesliga-Unterbau nach zehn Spieltagen der aktuellen Spielzeit mit neun Punkten erneut direkt vor den Abstiegsplätzen.

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Als Tabellen-17. der Dritten Liga derzeit am Boden, aber der neue Chefcoach Florian Kohfeldt (blaue Jacke) verlangt, dass die jungen Spieler des SV Werder Bremen II aufstehen und schon im Auswärtsspiel bei Holstein Kiel ihre Qualitäten zeigen.

Quelle: imago

Bremen/Kiel. Das soll kein Dauerzustand bleiben. Meint Florian Kohfeldt, der mit dem Nachwuchsteam von der Weser am Sonnabend (14 Uhr) im Auswärtsspiel bei Holstein Kiel sein Debüt als Cheftrainer im Profibereich gibt.

 Der gebürtige Siegener verdankt seinen neuen Job den klassischen Gepflogenheiten in der Werder-Familie. Am 4. Oktober, einen Tag vor seinem 34. Geburtstag, übernahm er die U23, nachdem Vorgänger Alexander Nouri zum Chefcoach des Erstliga-Kaders befördert worden war. Die Rochade kam Kohfeldt auch deswegen gut zupass, weil er am 18. September als Assistenztrainer von Viktor Skripnik gemeinsam mit seinem Chef freigestellt worden war. Dass der lizenzierte Fußballlehrer auf 70 Spiele als Bundesliga-Co zurückblicken kann, gereichte dem ehemaligen Torwart der dritten Mannschaft nun zum Vorteil – ein schönes Geburtstagsgeschenk.

 Auf den Vollbartträger wartet ein Haufen Arbeit. Von den zehn Spielen der laufenden Saison haben die Werder-Youngster sieben verloren, in den jüngsten drei Partien wollte unter Interimstrainer Thomas Wolter kein einziges Tor gelingen. „Natürlich könnte es besser aussehen. Aber man muss auch sehen, wie wir gespielt haben. Beim 0:1 gegen Wehen Wiesbaden waren wir nicht die schlechtere Mannschaft. Darüber hinaus haben wir nur bei den Niederlagen in Münster und Duisburg keine guten Leistungen gezeigt“, erläuterte Kohfeldt am Dienstag gegenüber dieser Zeitung. „Die Jungs sollen einfach an ihre Qualitäten glauben.“

 Ganz so simpel wird das Projekt Klassenerhalt aber wohl nicht zu realisieren sein. Immerhin haben die Grün-Weißen wie Schlusslicht FSV Mainz 05 II mit neun Toren die wenigsten geschossen und mit 20 Treffern die meisten kassiert. „Wir müssen an der Konsequenz vor dem Tor und am Defensivverhalten arbeiten“, ergänzte der in Delmenhorst aufgewachsene Coach, der – unüblich in der Branche – einen unbefristeten Vertrag hat. Pause, gedämpftes Lachen in der Telefonleitung, weil Verbesserungen in Offensive und Abwehr ja eigentlich das gesamte Spiel umfassen. Dass (Galgen-)Humor womöglich hilft, deutete sich beim 5:0 (1:0)-Sieg im Testspiel am vergangenen Freitag in Ahlhorn gegen Regionalliga-Spitzenreiter SV Meppen an. „Nach drei Tagen Zusammenarbeit mit der Mannschaft war dieser Erfolg nicht mein Verdienst“ blieb der Trainer gelassen. „Vielleicht haben die Jungs für den neuen Trainer etwas mehr Gas gegeben. Auf jeden Fall haben wir in der Defensive wenig zugelassen und waren vorne sehr effizient.“

 Ernst wird es ohnehin erst am Sonnabend bei den KSV-Kickern, denen Kohfeldt das Potenzial attestiert, „am Ende der Saison unter den ersten vier Teams zu stehen. Ich hätte mir zum Einstand eine einfachere Aufgabe vorstellen können“. Holsteins Co-Trainer Tom Cichon kennt er vom gemeinsamen Fußballlehrer-Lehrgang und weiß: „Bei Holstein Kiel wird exzellente Arbeit geleistet.“ Doch nicht nur Cichon berichtet Gutes. Auch Werders Kapitän Rafael Kazior (33), zwischen 2006 und 2015 insgesamt fünf Jahre in Holsteins Diensten, wird seinen neuen Übungsleiter entsprechend briefen. „Ich weiß, was uns in Kiel erwartet“, sagte Florian Kohfeldt abschließend, diesmal mit viel Ernsthaftigkeit in der Stimme.

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