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Heimliche Ambitionen

Osnabrück gegen Holstein Heimliche Ambitionen

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Seit dem letzten Abstieg aus der Zweiten Fußball-Bundesliga im Jahr 2011 versucht der VfL Osnabrück, sich im oberen Drittel der dritten Klasse zu etablieren, mit der „heimlichen“ Option auf den Aufstieg. Am Freitag um 19 Uhr trifft Osnabrück auf Holstein Kiel.

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Schon drei Torvorlagen in dieser Saison: Der Ex-Kieler Marc Heider im VfL-Trikot.

Quelle: imago

Osnabrück/Kiel. In dieser Saison hat die Mannschaft von Chefcoach und Klublegende Joe Enochs mit dieser Zielsetzung einen Konkurrenten mehr – Holstein Kiel. Wer mit seinen Plänen in der Frühphase der Spielzeit fortgeschrittener ist, könnte sich am Freitag (19 Uhr) zeigen, wenn die Störche im Heimdebüt ihres neuen Trainers Markus Anfang die Veilchen zum Leistungsvergleich der Tabellennachbarn empfangen.

 Die Sache mit dem oberen Drittel hat an der Bremer Brücke in den vergangenen fünf Spielzeiten weitgehend geklappt (lediglich 2014/15 reichte es nur zu Rang elf), doch die Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus blieb stets ein Traum. Vor der siebten Etappe des nächsten Versuchs kommt der VfL als Siebter zur einen Rang tiefer platzierten KSV. Nur der Sieger dürfte sich bis auf Weiteres im definierten Zielraum festsetzen.

 Das ewige Spannungsfeld zwischen den hohen Erwartungen der Fans und den begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten hat die Klubführung der Niedersachsen erneut zu dem rhetorischen Spagat genötigt, wonach der Aufstieg offiziell gar nicht angestrebt wird. „In der Dritten Liga ist es so eng, und für eine Prognose ist es ohnehin viel zu früh“, umschiffte auch Joe Enochs die Frage dieser Zeitung nach den Ambitionen für 2016/17. Der US-Amerikaner, der seit der Jahrtausendwende seine gesamte Karriere als Spieler und Trainer beim VfL verbracht hat, hadert nicht mit den Fährnissen, sondern will das Beste draus machen. „Unsere Finanzen sind angespannt, aber konsolidiert. Wir zahlen keine Ablösesummen, das ist unsere Politik, und setzen auf junge, hungrige Spieler, denen engagierte Routiniers helfen sollen.“

 Zwölf Profis gingen vor der Saison, zwölf kamen. „Das ist schon ein Umbruch“, sagte Enochs. „Aber von den Neuen sorgen schon sechs in der Startelf für eine gute Mischung.“ Zu der gehört auch Marc Heider, der seit 2009 insgesamt 237 Spiele (81 Tore) für Holstein absolvierte, ehe er in diesem Sommer einen Zweijahresvertrag bei seinem Stammverein unterschrieb, für den der Stürmer am 3. Dezember 2005 sein erstes Regionalliga-Tor erzielt hatte, an der Seite des heutigen Trainers und damaligen Mittelfeldspielers. „Dem VfL habe ich viel zu verdanken. Hier habe ich angefangen, professionell Fußball zu spielen“, sagte der 30-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

 Und derzeit schaut es so aus, als könne „Heidi“ den Lila-Weißen Einiges zurückgeben. In allen sechs Ligaspielen stand er 527 Minuten auf dem Platz und gab dabei drei Torvorlagen. Enochs ist überaus zufrieden mit dem Heimkehrer: „Marc ist mit seiner Erfahrung und Robustheit sehr wertvoll für uns und darüber hinaus charakterlich super.“

 Vielleicht legt Marc Heider auch an alter Wirkungsstätte einen VfL-Treffer auf, „denn wir haben bislang in jedem Spiel mindestens ein Tor erzielt“, betontte Enochs, „und wollen in Kiel mindestens einen Punkt holen“. Da blitzte sie kurz auf, die Ambition, die keine sein darf.

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