23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Ralf Heskamp verlässt Holstein Kiel

Sportlicher Leiter Ralf Heskamp verlässt Holstein Kiel

Ralf Heskamp gibt mit sofortiger Wirkung sein Amt als Sportlicher Leiter bei Holstein Kiel ab. Als Grund für den Rücktritt werden private Gründe genannt. Wie der Verein am Mittwoch mitteilte, sollen die Aufgaben zunächst von Geschäftsführer Wolfgang Schwenke übernommen werden.

Voriger Artikel
Störche als emotionale Grenzgänger
Nächster Artikel
„ZiSch“-Kiebitze bei den Störchen

Ralf Heskamp ist nicht länger Sportlicher Leiter bei Holstein Kiel.

Quelle: Uwe Paesler (Archiv)

Kiel. Länderspielpause. Zeit zur Besinnung, zur mentalen Fokussierung in Reihen des seit fünf Partien in Folge ungeschlagenen Fußball-Drittligisten Holstein Kiel auf den Angriff in Richtung höhere Tabellenregionen? Eher nicht! Denn am Nachmittag überraschten die Störche mit der Pressemitteilung, dass der Sportliche Leiter Ralf Heskamp nach lediglich gut neunmonatiger Dauer sein Amt „aus privaten Gründen mit sofortiger Wirkung abgibt“.

Der Verein akzeptiere das Anliegen des 50-Jährigen, bestätigte auf Anfrage der Aufsichtsratsvorsitzende der KSV Holstein, Stefan Tholund. Heskamps Aufgaben werden zunächst vom Kaufmännischen Geschäftsführer Wolfgang Schwenke im Zusammenwirken mit Cheftrainer Karsten Neitzel übernommen. „Ralf Heskamp ist am Montag mit seinem Wunsch an mich herangetreten, seinen bis zum 31. Dezember 2017 datierten Vertrag vorzeitig aufzulösen. Wir haben uns sehr vernünftig geeinigt“, so Tholund weiter. Zuallererst naturgemäß in den finanziellen Fragen. Es gebe, so Tholund, nur eine „kurze Übergangsregelung und keine Abfindung. Wir haben keine personelle Notlage, wollen aber einen neuen Sportlichen Leiter verpflichten und suchen deshalb nun in aller Ruhe“.

Ralf Heskamp hatte erst am 1. Januar dieses Jahres seinen Job bei den Störchen angetreten. Der in Rheine geborene Ex-Profi (235 Zweitligaspiele) hatte zwar zuvor nie in derartiger Funktion gearbeitet. Das Urgestein des VfL Osnabrück (13 Jahre Spieler, 13 Jahre Leiter der Geschäftsstelle) brachte aber das Wissen von zwei kaufmännischen Ausbildungen zum Industriekaufmann und Steuerfachangestellten sowie ein Netzwerk-Nachwuchsfußball mit. Denn vor seinem Engagement in Kiel stand der Trainer-A-Lizenzinhaber eineinhalb Jahre als Scout beim Rekordmeister FC Bayern München unter Vertrag. Heskamps Credo im Januar lautete: „Ich habe große Lust, selbst zu gestalten.“

Ob diese Vision für den Mann der leisen Töne im Binnenverhältnis mit dem seit 2009 in Diensten der Störche stehenden Alphatier Schwenke und Neitzel nicht umsetzbar war, oder ob Heskamp das Anforderungsprofil der Störche im Berufsalltag doch nicht erfüllen konnte, ob er durch seine nach außen verbindliche Art zu wenig knallharte „Macher“-Mentalität versprühte, blieb unklar. Alle Beteiligten verwiesen auf die offizielle Vereinsmitteilung. „Es sind keine gesundheitlichen Gründe, die mich zur Vertragsauflösung bewogen haben. Mehr möchte ich dazu nicht sagen“, erklärte Ralf Heskamp selbst. Auch über eine neue Beschäftigung sei derzeit nichts Spruchreifes zu vermelden. Er ziehe jetzt zurück nach Osnabrück. Am Mittwoch verabschiedete sich Heskamp zunächst vom Trainerstab und der Mannschaft.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Holstein Kiel 2/3