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Auswärtsspiel endet mit einem Unentschieden

SV Wehen Wiesbaden gegen Holstein Kiel Auswärtsspiel endet mit einem Unentschieden

Erneut steckten die Profis des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel am Sonnabend emotional zwischen Baum und Borke. 0:0 hieß es nach 93 intensiven Minuten beim SV Wehen Wiesbaden. Die fundamentale Erkenntnis indes war die gleiche wie beim jüngsten Auswärtsauftritt, dem 0:1 von Magdeburg.

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Holstein Kiel am Sonnabend beim Auswärtsspiel in Wiesbaden.

Quelle: imago

Wiesbaden. Die Kieler haben die beste Abwehr der Liga, zeigen auch stetig zumindest in Ansätzen das größte spielerische Potenzial der Konkurrenz. Was aber zur absoluten Spitzenmannschaft fehlt, ist ein eiskalter Vollstrecker! Die 2007 Zuschauer in der Wiesbadener Brita-Arena erlebt die Version 2.0 dieses Mankos. Von Beginn an entwickelte sich auf dem tiefen Rasen eine hektische, beinhart umkämpfte, temporeiche und spannende Partie – mit zahlreichen Abspielfehlern auf beiden Seiten. Dabei agierten die aggressiv anlaufenden Hessen in der ersten Viertelstunde überlegen, hatten durch den Ex-Kieler Manuel Schäffler (3.) früh die erste Halbchance.

Doch in der Folge nahmen die Störche die robuste Gangart des Gegners an, wirkten nun spritziger und wacher, bekamen dank besseren Pressings und einer klügeren Raumaufteilung im Mittelfeld mehr Zugriff. Zwar dominierte weiter die gepflegte Grätsche anstelle der feinen Klinge. Doch Kingsley Schindler setzte auf der rechten Kieler Angriffsseite Nadelstiche, Dominick Drexler sorgte für kreative Momente. Was fehlte, war die von Holstein-Cheftrainer Markus Anfang geforderte letzte Entschlossenheit in der gegnerischen Box. So blieb Mathias Fetschs Abschluss (12.) nach exquisiter Drexler-Vorarbeit zu schwach.

Es wurde noch rüder

Der SVWW musste sich zum Verdruss seines Coaches Torsten Fröhling zumeist auf Konter im eigenen Stadion beschränken. Die aber hatten es durchaus in sich. Schäffler (29.) zögerte acht Meter vor dem Kieler Gehäuse zu lange, der scharfe und abgefälschte Nachschuss von Niklas Dams flog knapp am Pfosten vorbei. Und als Stephane Mvibudulu Sekunden vor dem Pausenpfiff erstmals den bis dahin starken KSV-Kapitän Rafael Czichos, der für Niklas Hoheneder in die Anfangself gerückt war, düpiert hatte, drohte Holstein zählbares Ungemach. Störche-Keeper Kenneth Kronholm (45.) indes bewahrte seine Farben vor dem Rückstand. In Durchgang zwei gings’s noch rüder zur Sache. Die Akteure beharkten sich nach Herzenslust, provozierten und reklamierten, was das Profi-Wissen hergab. Schiedsrichter Thorben Siewer verlor den Überblick, reizte zudem die Nerven des Gastgebers ob der berechtigten Gelb-Roten Karte gegen Vladimir Kovac (63.) nach dessen Fouls gegen Drexler im 120-Sekunden-Doppelpack bis an die Grenzen.

Vorne kein Glück - hinten fast Pech

Doch schon vor der 30-minütigen Überzahl hätten die nun überlegenen Störche die Signale im einsetzenden Regen auf Sieg stellen können, sogar müssen. Immer wieder angetrieben vom Drittliga-Ausnahmekicker Drexler verpassten Steven Lewerenz (52.), Kingsley Schindler (54.) und Czichos (62.) das 1:0. Schindlers Knaller (74.) nach Turbo-Konter prallte von der Unterkante des SVWW-Tores zurück ins Feld. Und nach brillantem Drexler-Solo (88.) reagierte Dominic Peitz dicht vor dem Ziel zu spät.

Vorne kein Glück – und hinten fast im Pech. Denn die Hessen kamen nach zwei Standards durch Kevin Schindler (81.), der frei vor Kronholm scheiterte, und Kevin Pezzoni (85.) ebenfalls zu zwei Hochkarätern. „Heute haben wir nicht unser bestes Auswärtsspiel gemacht, aber zumindest einen Punkt geholt. In Magdeburg waren wir besser, haben aber verloren“, rang Anfang im Rahmen des offiziellen Teils der Pressekonferenz angesichts der erneut wenig erbaulichen Effektivität um innere Balance. Im kleinen Kreis wurde der 42-Jährige deutlicher: „Wehen hat uns heute gehörig gefordert. Aber wenn einer den Sieg verdient gehabt hätte, dann Holstein.“ Auch Innenverteidiger Dominik Schmidt, der nach dem Schlusspfiff sein Trikot mit Kumpel und Gegenspieler Schäffler tauschte, sprach Klartext: „Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir vorne endlich konstanter treffen. Auch heute haben wir zwei Punkte verloren.“                  

SV Wehen Wiesbaden: Kolke – Kovac, Dams, Yegenoglu, Mintzel – Pezzoni, Blacha (90. Funk) – P. Müller (60. Kevin Schindler), Lorenz – Schäffler (60. Andrich), Mvibudulu.

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Schmidt, Czichos, Sicker – Peitz – Kingsley Schindler (89. Janzer), Siedschlag (71. Bieler), Drexler, Lewerenz (82. Salem) – Fetsch.

Schiedsrichter: Thorben Siewer (Drolshagen) – Zuschauer: 2007 – Gelbe Karten: Mvibudulu, Pezzoni/Peitz, Janzer - Gelb-Rote Karte: Kovac (63.).

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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