18 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Holstein Kiel zeigte sich treffsicher

Sieg gegen FSV Zwickau Holstein Kiel zeigte sich treffsicher

Sonnenschein und allerbeste Laune! Was nach einem veritablen Strandausflug klingt, wurde am Sonnabend beim Fußball-Drittligisten Holstein Kiel geboten. Überaus verdient mit 3:0 (1:0) fertigten die Störche Aufsteiger FSV Zwickau ab.

Voriger Artikel
Keine Zeit für trübsinnige Gedanken
Nächster Artikel
Werner/Drews - Ein Interims-Duo mit Zukunft?

Tim Siedschlag (Holstein Kiel) verwandelt den Elfmeter.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. 4197 Zuschauer feierten bei strahlend blauem Himmel im Holsteinstadion die beste Saisonleistung der Kieler – und ganz besonders Ole Werner und Hannes Drews. Das Interims-Trainerduo hatte bei seiner Drittliga-Premiere personell und strategisch viel gewagt und am Ende alles inklusive der Sympathien der Fans gewonnen. Dominik Schmidt agierte als unüberwindbares Hindernis in der Innenverteidigung, Niklas Hoheneder stellte auf der für ihn eher ungewohnten Sechser-Position die Räume zu. Supertechniker Dominick Drexler bildete statt wie zuletzt in vorderster Front an der Seite des überzeugenden Tim Siedschlag im zentralen Mittelfeld das Kreativzentrum der Störche. Die etatmäßigen Stammkräfte Evans Nyarko und Alexander Bieler saßen zunächst nur auf der Bank.

Es dauerte knapp 30 Minuten, bis die Kieler die richtige Balance zwischen flachen Pässen in die Spitze, schnellen Ballstafetten und hohen Bällen über die Zwickauer Dreierkette gefunden hatten. Anfangs rumorte es gar auf den Tribünen ob der zahlreichen Rückpässe auf den zwölften Feldspieler, Torwart Kenneth Kronholm.

Spieler sollten mutig sein

Es war die Findungsphase gegen stark pressende Westsachsen, die mit diesem Stilmittel die Störche zu vergleichsweise einfach zu verteidigenden Hoch-Weit-Schlägen zwingen wollten. „Wir unseren Spielern gesagt, sie sollen mutig sein und bei unserem abgesprochenen System bleiben. Sich gegenseitig Fehler verzeihen. Ein Plan ist das eine, die Umsetzung die wichtigere Komponente. Und das hat die Mannschaft nach einer halben Stunde hervorragend gemacht“, lobte Ole Werner später.

Ein Schmidt-Knaller aus 18 Metern (23.) war das erste Kieler Achtungszeichen. Und 30 Sekunden, nachdem Toni Wachsmuth einen Hoheneder-Kopfball von der Zwickauer Torlinie gekratzt hatte, schlugen die Nordlichter erstmals zu. Mit Glück und Geschick landete das Zuspiel von Steven Lewerenz bei Mathias Fetsch. Der Holstein-Stürmer drehte sich kurz und schoss aus zehn Metern präzise im Stile eines echten Knipsers zur 1:0-Führung ins FSV-Gehäuse.

Siedschlag (42.) verpasste noch vor der Pause das 2:0. Das allerdings ließ dann doch nicht lange auf sich warten. Immer selbstbewusster gingen die Störche zu Werke. Der Spaß am Spiel war bis unters Stadiondach zu spüren, der Funke sprang vom Rasen auf die Ränge. Erst recht als Wachsmuth im Laufduell Drexler im Gäste-Strafraum dilettantisch zu Fall gebracht hatte und Schiedsrichter Johann Pfeifer auf den Elfmeterpunkt zeigte. Siedschlag (49.) blieb bei sommerlichen Temperaturen eiskalt und traf zur Vorentscheidung.

Holstein Kiel spielte sich in einem Rausch

„Danach hat sich Holstein in einen Rausch gespielt“, sagte Marcel Gebers, der Ex-Storch im FSV-Trikot, später anerkennend. Extraklasse war die Entstehung und Vollendung des dritten Kieler Tores. Fetsch verlängerte die Kugel per Kopf auf den immer brillanter aufdrehenden Lewerenz, der Kontrahent Gebers wie eine Fahnenstange stehen ließ und mit Feingefühl und Genauigkeit vom linken Flügel in die verwaiste Zone des Zwickauer Fünfmeterraumes flankte. Turbo-Sprinter Kingsley Schindler (59.) stürmte heran und krönte das Ganze mit seinem Kopfball zum 3:0.

10:5 Eckstöße, 7:1 Torchancen, 3:0 Tore – die Statistik spiegelte das Geschehen auf dem Rasen diesmal korrekt wider. „Auch, weil die Tore zu optimalen Zeitpunkten fielen“, wie Drexler später treffende bemerkte.

Holstein-Sportchef Ralf Becker wollte sich zur anstehenden Trainerfrage, zur möglichen Nachfolge des am 16. August freigestellten Karsten Neitzel nicht äußern: „Heute freuen wir uns erst einmal über das Ergebnis und die gute Leistung.“ Mutmaßlich am Dienstag soll der Coach, der neue Impulsgeber, präsentiert werden. Oder war es vielleicht doch nicht der letzte Auftritt des Gespanns Werner/Drews auf diesem Niveau? Mehr Empfehlung als die zwei Siege im Landespokal (2:0 beim ETSV Weiche) und die Performance an diesem Sonnabend geht nicht. „Wir sind für alles offen. Die Entscheidungen treffen andere. Wir gehen davon aus, dass wir am Montag das Regenerationstraining leiten“, hielt sich Werner, angesprochen auf dieses Thema, zurück. Für Becker sollte gelten: Besser bis auf Weiteres auf das bei der Mannschaft offenkundig sehr beliebte und aus den eigenen Reihen stammende Duo setzen, als einen Schnellschuss in Richtung 1-C-Trainerlösung abfeuern.

Statistik

Holstein Kiel - FSV Zwickau

Holstein Kiel:

Kronholm – Herrmann, Schmidt, Czichos, Kohlmann – Hoheneder (80. Nyarko) – Siedschlag, Drexler (85. Harder) – Schindler (78. Dürholtz), Lewerenz – Fetsch.

FSV Zwickau:

Brinkies – Berger (63. Bär), Gebers, Christoph Göbel – Lange, Wachsmuth – Patrick Göbel, Könnecke (77. Geisler), Schlicht – König, Zimmermann.

Schiedsrichter : Johann Pfeifer (Heusenstamm) – Tore : 1:0 Fetsch (36.), 2:0 Siedschlag (49., Foulelfmeter), 3:0 Schindler (59.) – Zuschauer : 4197 – Gelbe Karten: Hoheneder/Gebers.

Alle Spielszenen können Sie im KN-KSV-Liveticker nachlesen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

Vergleiche alle Wettquoten für Spiele von Hannover 96 bei SmartBets.
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Holstein Kiel 2/3