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Holstein Kiel war sein Schicksal

Stefan Böger Holstein Kiel war sein Schicksal

Trainer-Entlassungen gehören zum Profifußball wie die Gewissheit, dass das Runde ins Eckige muss. Doch unter all den Geschichten vom Heuern und Feuern gibt es eine Verbindung, die für einen bestimmten Übungsleiter über Jahre hinweg als besonders verhängnisvoll bezeichnet werden darf: Holstein Kiel und Stefan Böger.

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Der Holstein-Alptraum wird sich am Freitag nicht fortsetzen: Trainer Stefan Böger sitzt beim Halleschen FC fest im Sattel.

Quelle: imago sportfotodienst

Halle/Kiel. Als Coach des Drittligisten Hallescher FC steht der 49-Jährige am Freitag (19 Uhr) im Holsteinstadion vor der nächsten Begegnung mit jenem Klub, der in seiner Fußballlehrer-Karriere immer wieder Schicksal spielte. Auch der bislang letzte Kontakt zur KSV verlief für Böger negativ, jedoch vergleichsweise harm- und folgenlos. Am 2. August verlor die Mannschaft aus dem ostdeutschen Halle ihr erstes Heimspiel der neuen Saison mit 0:2. Stefan Böger wurde nach dieser Niederlage gegen Holstein nicht entlassen – das war in der Vergangenheit durchaus anders.

Rückblende. Nach seinen ersten Trainer-Stationen Hamburger SV II und Hansa Rostock II übernimmt der Ex-Profi (spielte u.a. in der Bundesliga für Rostock und den HSV) zur Saison 2004/05 den VfB Lübeck in der Regionalliga, damals die dritthöchste Spielklasse. Sein erstes Derby gegen den Erzrivalen aus Kiel kann Böger noch knapp mit 1:0 gewinnen, das Rückspiel in der Landeshauptstadt endet 1:1. Doch in der folgenden Saison beginnt für den gebürtigen Erfurter der ganz persönliche Störche-Horror, der durchaus Züge von Alfred Hitchcocks Klassiker „Die Vögel“ trägt. Am 19. November 2005 kassiert der VfB vor 13100 mehrheitlich fassungslosen Zuschauern auf der Lohmühle eine 0:3-Klatsche. Die Gelegenheit zur Revanche endet am 20. Mai 2006 mit 4:1 – für Holstein. Damit verpasst Lübeck am vorletzten Spieltag den erstrebten Zweitliga-Aufstieg, vier Tage später wird der Coach beurlaubt.

Fünf Monate später bekommt er die nächste Chance. Ausgerechnet Holstein Kiel verpflichtet Böger als Nachfolger von Frank Neubarth, den gescheiterten Heilsbringer. Die gemeinsamen Hoffnungen der KSV und ihres neuen Trainers zerfallen jedoch innerhalb von vier Monaten; am 26. Februar 2007 ist Böger schon wieder arbeitslos und wendet sich vom Klubfußball ab. Von 2008 bis 2014 betreut er die deutschen U16 bzw. U17-Nationalteams. Zur Saison 2014/15 wagt der viermalige DDR-Nationalspieler das Comeback im Liga-Betrieb beim Drittligisten Dynamo Dresden. Und Holstein spielt die übliche Rolle: Dynamo verliert zuhause 1:2 und auch das Rückspiel in Kiel am 14. Februar mit 0:1. Zwei Tage später wird Stefan Böger ... Sie wissen schon.

Zurück in die Gegenwart. Eine Prognose darf gewagt werden: Auch im Falle der nächsten Niederlage gegen Holstein wird Böger nicht entlassen werden. Denn seit er am 8. September Sven Köhler ablöste, hat er einen guten Job gemacht. Nach sieben Siegen, fünf Remis und acht Niederlagen steht der HFC mit 26 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz, immerhin drei Ränge höher als Holstein Kiel (24 Zähler). Und es könnte noch mehr sein, wenn die Mannschaft aus dem südlichen Sachsen-Anhalt ihre größte Schwäche in den Griff bekäme: die schwache Chancenverwertung. Allein beim 1:1 am vergangen Sonntag gegen Cottbus hatten die Gastgeber Chancen für drei Siege. „Das war unsere beste erste Halbzeit der Saison“, stellte Böger fest, aber: „Ich ärgere mich sehr, denn unsere Anstrengungen stehen in keinem Verhältnis zur Ausbeute.“

An diesem Defizit will der Hallesche FC auch im Winter-Trainingslager vom 10. bis 17. Januar im türkischen Belek arbeiten. Auch eine gute Gelegenheit für Stefan Böger, sein Holstein-Trauma abzubauen. Denn zur selben Zeit logiert die Kieler Konkurrent knapp 60 km östlich in Kizilagac bei Side. Wir wär’s mit einem Testspiel?

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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