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Nur Kegels Einsatz steht noch nicht

Störche gegen Aue Nur Kegels Einsatz steht noch nicht

Holstein Kiel reist am Sonnabend zum Tabellendritten Erzgebirge Aue. Deren Trainer äußert sich zuletzt kritisch zur Leistung seiner Mannschaft. Der Zweitliga-Abstieg hat Fans und Mannschaft traumatisiert. Aber auch die Störche sind verletzungsbedingt angeschlagen.

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Holstein Kiel Maik Kegel (Mitte) wird von Timo Baumgartl (li.) gestellt.

Quelle: Uwe Paesler

Aue. Es war zu spät – Pavel Dotchev hatte das verbotene Wort gesagt. Als der Trainer des Fußball-Drittligisten FC Erzgebirge Aue nach dem 1:0-Sieg vor einer Woche gegen Energie Cottbus damit haderte, dass sein Team zahlreiche Konterchancen nicht zum zweiten Tor genutzt hatte, schimpfte er: „Dann muss eine Spitzenmannschaft…“, und hielt erschrocken inne.

Sekunden später die Korrektur: „Wir sind jetzt noch keine Spitzenmannschaft.“ Diese beiden Sätze sagen viel aus über die Sachsen, die am Sonnabend (14 Uhr) Holstein Kiel im Erzgebirgsstadion empfangen.

 Natürlich kann man einen Tabellendritten, der nach zehn Spieltagen (fünf Siege, drei Remis, zwei Niederlagen) 18 Punkte aufweist, als Spitzenmannschaft bezeichnen, zumindest bis auf Weiteres. Doch Verantwortliche und Fans sind durch den Zweitliga-Abstieg sportlich traumatisiert worden, entsprechend sind Bescheidenheit und Vorsicht jene Tugenden, die in Aue nun gepflegt werden. Der Umbruch war radikal. Trainer Tomislav Stipic verließ den Klub ebenso wie elf Spieler, für die genau so viele neue Profis geholt wurden. Normalerweise braucht es nach so einem radikalen Umbau Monate, bis ein neues Teamgefüge funktioniert, doch der FCE startete von Saisonbeginn an durch.

 Dabei sind Dotchevs Männer in Sachen Tore Meister der Minimalismus, vorne wie hinten. Im eigenen Stadion haben die Lila-Weißen noch keinen einzigen Gegentreffer kassiert und gewannen einschließlich des Pokalsiegs gegen den Zweitligisten Fürth insgesamt viermal mit 1:0. Seit vier Spielen ist das Team ungeschlagen. Immer wenn Aue traf, wurden auch drei Punkte eingefahren. Diese beeindruckende Effizienz wurde erst beim 1:1 am vergangenen Dienstag beim FSV Mainz 05 II unterbrochen.

 Der erste Punkteverlust trotz eigenem Treffer war für Dotchev, der im September 2013 bei Preußen Münster entlassen worden war, die logische Folge eines zuletzt regelmäßig auftretenden Defizits seiner Mannschaft: In der zweiten Halbzeit geht in der Offensive die Konzentration verloren. „Daran müssen wir arbeiten“, sagte der 49-Jährige nüchtern.

 Womöglich hätten die Auer schon mehr als acht Tore geschossen, doch der Königstransfer ist bislang nur ein Kronprinz. Angreifer Nicky Adler kam mit der Erfahrung von 13 Bundesliga-Spielen für den 1. FC Nürnberg (2007/08) und 162 Zweitliga-Einsätzen vom 1. FC Heidenheim, doch der 30-Jährige hat bisher erst einen Treffer erzielt. Seiner guten Stimmung tut das (noch) keinen Abbruch. „Die Truppe hält zusammen und kämpft – das ist einfach geil“, freut sich der Routinier.

 Dotchev hat die Kieler beim 2:1 in Cottbus beobachtet: „Ich habe eine sehr starke Mannschaft gesehen.“ Das wird KSV-Coach Karsten Neitzel schmeicheln, aber dessen Personalsorgen werden dadurch nicht geringer. Kapitän Maik Kegel konnte wegen seiner Sprunggelenksverletzung im rechten Fuß gestern nicht trainieren, Einsatz fraglich. Flügelflitzer Steven Lewerenz, der einen Schlag auf das linke Knie erhalten hatte, absolvierte hingegen die Nachmittags-Einheit ebenso wie Manuel Schäffler. Bei beiden könnte es für die Startelf reichen.

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Ein Artikel von
Thomas Pfeiffer
Sportredaktion

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