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Störche vor schwäbischer Denksportaufgabe

Partie gegen Stuttgarter Kickers Störche vor schwäbischer Denksportaufgabe

Holstein-Cheftrainer Neitzel grübelt über Taktik und Personal vor der Heimpartie am Sonnabend (14 Uhr) gegen die Stuttgarter Kickers. Vor dem Gegner hat er großen Respekt. Auf den Spektakel-Charakter könnte Störche-Cheftrainer Karsten Neitzel angesichts der bereits 13 Gegentreffer gerne zu Gunsten eines höheren Punkteertrages verzichten.

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Holstein-Cheftrainer Karsten Neitzel und Assistent Jan Sandmann stehen vor dem Duell mit den Süddeutschen vor einer personaltaktischen Denksportaufgabe.

Quelle: imago sportfotodienst

Kiel. Nicht nur der 47-Jährige sieht sich vor der Heimpartie am Sonnabend (14 Uhr) gegen die Stuttgarter Kickers mit drei Fragezeichen konfrontiert: Ist die durch Vereinswechsel oder Verletzungen weggebrochene Achse Kronholm-Wahl-Krause-Vendelbo-Kazior nicht zu ersetzen? Genügt die Qualität der Neuverpflichtungen im Defensivbereich vielleicht doch nicht den Erwartungen? Oder braucht es lediglich Zeit, um die erforderlichen Automatismen im Abwehrverhalten einzuschleifen?

 Neitzel tendiert zur Zeit-Komponente. „Das war am Anfang der beiden zurück liegenden Spielzeiten auch nicht anders. Erfolgserlebnisse helfen im Lernprozess natürlich besonders“, so der 47-Jährige. Bislang erfolgte nur gegen Werder Bremen II und Halle der Drei-Punkte-Jubel. Zu wenig mit Blick auf die elf selbst erzielten Tore. Aue zum Beispiel hat mit fünf Toren drei Zähler (10) mehr auf dem Konto als die Kieler. Und auch die Kickers stellen mit bislang vier Treffern (9 Punkte) nicht eben die Torfabrik der Liga. Dennoch hat Neitzel größten Respekt vor den Schwaben, gegen die es in der Vorsaison 0:0 und 0:2 hieß: „Das ist eines von zwei, maximal drei Spielen in der Saison, in denen wir personell auf die Taktik des Gegners reagieren. Die agieren so wie keine andere Mannschaft in dieser Liga.“

 Nicht nur das vergleichsweise ungewöhnliche 4-3-3-System der Süddeutschen bereitet Neitzel Kopfzerbrechen. Auch die spielerische Qualität der „Himmelblauen“ vom Degerloch, die ihren letzten Gegentreffer vor 274 Minuten kassiert haben, lässt den KSV-Coach grübeln. „Es wird eine große Herausforderung, uns so zu wehren, dass wir die Ballbesitz-Zeit der Stuttgarter nicht ausufern lassen. Wir müssen einfach Ruhe bewahren, wenn die Kickers in unserem Stadion mehr Ballbesitz haben.“ Diese Ausnahmesituation sei zuletzt beim 1:0 der Schwaben in Rostock in extremer Form zu beobachten gewesen. Mit Bentley Baxter Bahn als zentraler Anspielstation im Mittelfeld. „Bild-online“ titelte bereits: Wird „BBB“ der neue Besar Halimi? Das 20-jährige Supertalent der Kickers war zu Beginn dieser Serie für knapp 400000 Euro zu Mainz 05 gewechselt und von dort zum Zweitligisten FSV Frankfurt ausgeliehen worden.

 Gute Aussichten, die Rolle des künftigen Leit-Storches zu besetzen, haben laut Neitzel in Kieler Reihen der neue Kapitän Maik Kegel oder auch die Duisburger Leihgabe Fabian Schnellhardt. Wer aber morgen in hinteren Reihen die Kommandos erteilt, ließ der gebürtige Dresdner noch offen. Sogar eine Abkehr von der gewohnten 4-4-2-Taktik hin zu einer Dreierkette in letzter Instanz mochte Neitzel gestern nicht ausschließen. Patrick Herrmann, der bislang letzte verbliebene Baustein der glorreichen Abwehrreihe der Vorsaison, an der Seite von Dominik Schmidt und Rafael Czichos sowie Evans Nyarko als Libero vor der Abwehr? Oder doch die vergleichsweise eingespielte Variante mit Herrmann, Schmidt, einem als Sicherheitsanker von der reinen Manndeckung befreiten Denis-Danso Weidlich und Czichos? Oder feiert mit Patrick Kohlmann oder Manuel Hartmann gar ein Störche-Routinier sein Saison-Startelf-Debüt?

 Die drei Fragezeichen versprechen mindestens so viel Spannung wie die berühmte Jugendkrimi-Reihe. Kein Zweifel, nach der jüngsten 2:3-Niederlage in Osnabrück und dem Kreuzbandriss von Innenverteidiger Marlon Krause ist die Zeit reif für ein echtes Holstein-Ausfrufezeichen.

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Foto: Augen auf: Holstein-Neuzugang Evans Nyarko will am Sonnabend gegen die Stuttgarter Kickers für das geforderte Gleichgewicht zwischen defensiver Ordnung und dem Mut zum Offensivrisiko sorgen.

Sieben Punkte, 11:13 Tore, Rang 15 – Fußball-Drittligist Holstein Kiel steht am Sonnabend (14 Uhr) im Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers erstmals in dieser noch jungen Saison unter Druck.

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