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Störche erkämpfen Unentschieden

Holstein Kiel gegen Halle Störche erkämpfen Unentschieden

Ein prächtiges Signal an die Konkurrenz im Aufstiegsrennen zur Zweiten Bundesliga! 1989 erlebte Karsten Neitzel als Hallenser Profi den Mauerfall. Gestern meißelten die Schützlinge des Cheftrainers von Holstein Kiel trotz personellen Ungemachs an dessen alter Wirkungsstätte ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit fast in Stein. Beim 2:2 (0:1) drehten die Störche im Top-Spiel der Dritten Liga beim Halleschen FC einen 0:2-Rückstand.

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Nur Rafael Kazior gelang die Abwehr der Hallenser zu überwinden, in dieser Szene schafft es Gegenspieler Tim Kruse nicht, den Holsteiner Kapitän ausreichend zu stören.

Quelle: Matthias Hermann

Halle. Kapitän Rafael Kazior (59., 75.) manifestierte die tolle Moral der Nordlichter mit seinem Doppelpack in Zahlen.Und am Ende durften die rund 300 KSV-Schlachtenbummler unter den 8283 Zuschauern in der Erdgas-Arena gar Historisches bejubeln. Denn das zwölfte Auswärtsspiel in Folge ohne Niederlage ist neuer Drittliga-Rekord. Dabei waren die gastgebenden Rot-Weißen mit einer gehörigen Portion Optimismus in die Partie gegangen. Die Erfahrung von 416 Zweitliga-Spielen hatte Chefcoach Sven Köhler in die Anfangself nominiert. Zuletzt fünf Siege und ein Remis hatte die Brust der Hallenser gestärkt.

Das Neitzel-Team hingegen spürte den heißen Atem der am Vortag siegreichen Verfolger im Nacken und hatte zudem personelle Sorgen. Neben dem gesperrten Mikkel Vendelbo (fünfte Gelbe Karte) fiel kurzfristig mit Marlon Krause (Magen-Darm-Infekt nachts im Mannschaftshotel) auch noch der zweite Mittelfeld-Abräumer aus. Knapp 20 Minuten agierten die Störche dennoch erhofft spritzig und aggressiv. Dann offenbarten sich - den unfreiwilligen Umstellungen geschuldet – die befürchteten Geschwindigkeits-Nachteile gegen das Express-Umschaltspiel des HFC. Nach zu halbherziger Zweikampfführung in Höhe der Mittellinie zog Sören Bertram an und bediente seinen Sprinter-Kollegen Osayamen Osawe. Hauke Wahl ließ den Rot-Weißen alleine auf KSV-Keeper Kenneth Kronholm laufen, Osawe (19.) bedankte sich und schob die Kugel zur Führung der Gastgeber ins lange Eck.

Die beste Defensive der Liga wirkte in den folgenden Minuten angeschlagen. Auf der Gegenseite verriet der Hallenser Deckungsverbund gegen im Ballbesitz zwar dominante, beim letzten Pass aber unpräzise Störche lediglich bei den zwei Eckstößen der Gäste in Durchgang eins Unsicherheiten. Zunächst köpfte Gebers (32.) knapp übers HFC-Gehäuse, dann ließen erneut Gebers und Kazior (38.) eine Doppelchance aus.

Hell strahlte die Sonne aus dem fast wolkenfreien Himmel Sachsen-Anhalts, doch über den Kielern sammelten sich nach Wiederbeginn dunkle Wolken. Erst recht, als die Störche mit einer Slapstick-Einlage den 0:2-Rückstand unfreiwillig einleiteten. Auf Patrick Kohlmanns schlampigen Pass 35 Meter vor dem eigenen Tor ließ Patrick Breitkreuz eine katastrophale Ballannahme folgen. Im eigenen Strafraum wurde Wahl zwei Mal angeschossen, und HFC-Torjäger Tim Furuholm (57.) murmelte die Kugel über die Linie.

Was dann folgte, bestätigte in beeindruckender Weise ein Neitzel-Orakel im Vorfeld der Partie. „Uns schlottern nicht die Knie, wenn wir mal in Rückstand geraten.“ Nur 120 Sekunden nach dem zweiten Rückschlag kam erneut Gebers nach Eckball Nummer vier zum Kopfball, Kazior (59.) staubte reaktionsschnell und entschlossen zum 1:2 ab.

Fortan drückten die Kieler mächtig aufs Gaspedal. Eine Viertelstunde vor dem Abpfiff bewies abermals Kazior seine Klasse. Ballannahme und Dropkick-Schuss in einer fließenden Bewegung – das 2:2, der elfte Saisontreffer des künftigen Bremer Regionalligaspielers, war eine technische Meisterleistung. Fast wäre dem 32-Jährigen sogar noch der Hattrick gelungen, doch sein feiner Freistoßschlenzer (77.) landete denkbar knapp neben dem HFC-Gehäuse.

Halle — KSV Holstein 2:2

Hallescher FC: Lomb – Baude, Franke, Engelhardt, Brügmann – Osawe (81. T. Schmidt), Kruse, Banovic, Bertram (90. Mouaya) – Gogia (81. Aydemir) – Furuholm.

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann, Gebers, Wahl, Kohlmann – Siedschlag (64. Lindner), Kegel, Kazior, Breitkreuz (71. Wirlmann) – Schäffler (90. Sykora), Heider.

Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück) – Tore: 1:0 Osawe (19.), 2:0 Furuholm (57.), 2:1 Kazior (59.), 2:2 Kazior (75.) – Zuschauer: 8283 – Gelbe Karten: Franke, Engelhardt — Heider, Wahl

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