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Störche wie die Eichhörnchen

Holstein gegen Preußen Störche wie die Eichhörnchen

Fußball-Drittligist Holstein Kiel übt sich in der Eichhörnchen-Taktik. Das 0:0 gegen Preußen Münster war das dritte Remis in Folge bei insgesamt fünf Spielen ohne Niederlage in Serie. Der Klassenerhalt rückt für die am Sonnabend über weite Strecken dominanten Störche bei nunmehr 43 Zählern immer näher.

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Trotz Zweikampfhärte konnte Holsteins Tim Siedschlag (oben) gegen die Preußen von Marcel Reichwein nicht gewinnen.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Vieles hatten die fast durchgängig überlegenen Profis des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel an diesem Sonnabend vor heimischer Kulisse richtig gemacht. Lediglich bei den entscheidenden Situationen im und am gegnerischen Strafraum mangelte es ihnen an optimalen Lösungen. So mussten sich die im Spielaufbau bisweilen zu kompliziert agierenden Störche vor 4936 Zuschauern im nicht eben hochklassigen und wenig Höhepunkte bietenden Duell mit Preußen Münster mit einem 0:0 begnügen.

Das sind die Fotos der Drittliga-Partie Holstein Kiel gegen Preußen Münster.

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Es war bereits die fünfte Holstein-Partie in Serie ohne Niederlage mit nur einem Gegentreffer. Es war aber auch das dritte Remis in Folge mit zuletzt zwei Nullnummern. In Eichhörnchen-Manier nähern die Kieler sich dem endgültigen Klassenerhalt, verpassten indes vier Spieltage vor dem Saisonende die vor Augen liegende magische 45-Punkte-Grenze. Den ersehnten Dreier auf dem Fuß hatte Mathias Fetsch (31.) nach einer brillanten Kombination über Fabian Schnellhardt, Willi Evseev, der den gesperrten Steven Lewerenz ersetzte, und Saliou Sane. Doch aus vier Metern verfehlte der Wintereinkauf das Ziel vergleichsweise dilettantisch. 14 Minuten vor dem Ende entschärfte Niklas Lomb zwischen den Münsterschen Pfosten einen 16-Meter-Flachschuss von Fetsch.

Zwiespalt der April-Gefühle

Auch Sane (5., 51., 76.) hätte die Störche-Vorteile in Sachen Kreativität, Handlungsschnelligkeit und Siegeswillen belohnen können. Auf der Gegenseite gestatteten die Kieler den harmlosen westfälischen Adlern in den 91 Minuten nur einen Hochkaräter. Philipp Hoffmann (45.) scheiterte frei vor KSV-Keeper Robin Zentner. „Unsere Führung hätte zu diesem Zeitpunkt nicht dem Geschehen entsprochen“, räumte Horst Steffen später ein. Der Preußen-Coach hatte die Kieler Ballbesitz-Dominanz (70:30 Prozent) in seinem Matchplan wegen der aus einer Sicht großen Qualität des Störche-Ensembles bewusst einkalkuliert. Nicht jedoch den offenkundigen Freundschaftsspiel-Modus, den seine tabellarisch jenseits von Gut und Böse befindlichen Schützlinge trotz des böigen Rückenwindes speziell in Durchgang eins offenbarten.

Im Zwiespalt der April-Gefühle steckte nach dem Abpfiff der Begegnung ohne Gelbe Karte auch Karsten Neitzel. „Das war heute nicht das große Fußball-Feuerwerk. Bei einem Sieg hätte ich richtig gut schlafen können, jetzt wache ich wohl um 4.30 Uhr auf“, sagte der Holstein-Cheftrainer, der mit immerhin „51:49-prozentiger Zufriedenheit“ feststellen konnte, dass „jeder Punkt zählt, um sich nach hinten abzusichern“.

In der Tat sind die nunmehr sechs Zähler Vorsprung auf den ersten der drei Abstiegsränge ein komfortables, aber noch keineswegs letzte Restzweifel beseitigendes Polster. Entwarnung gab derweil Tim Siedschlag, der kurz vor dem Ende die medizinische Abteilung auf den holprigen Rasen des Holsteinstadions gewinkt hatte. „Eine Kniekehlenreizung. Nichts Wildes, nächste Woche bin ich wieder dabei.“ Dann geht’s voller Hoffnung zum Tabellenvierten SG Sonnenhof Großaspach. Denn zumindest als Spaßverderber für Aufstiegsaspiranten (Aue, Magdeburg, Dresden) nehmen die Kieler in diesem Spieljahr einen Spitzenplatz ein.

Holstein Kiel – Preußen Münster 0:0

Holstein Kiel: Zentner – Herrmann, Schmidt, Czichos, Kohlmann – Evseev (70. Heider), Siedschlag (89. Weidlich), Kegel, Schnellhardt – Sane, Fetsch (81. Schäffler). Preußen Münster: Lomb – Kopplin, Schweers, Pischorn, Schwarz (66. Schwarz) – Wiebe (10. Laprevotte), Philipps, Bischoff – Hoffmann – Krohne, Reichwein (66. Kara). Schiedsrichter: Tobias Reichel (Sindelfingen) – Zuschauer: 4936.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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Reue? Rache? Nein, diese Begriffe kommen Dominik Schmidt nicht über die Lippen. Dabei trifft der Verteidiger des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel am Sonnabend (14 Uhr) vor heimischer Kulisse auf seinen Ex-Verein Preußen Münster.

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