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„Vulkan“ Neitzel spuckt Feuer

Verbale Attacke „Vulkan“ Neitzel spuckt Feuer

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die Torlinien-Technik, diskutiert intensiv über die Einführung des Video-Beweises. Der für die Dritte Liga zuständige Deutsche Fußball-Bund (DFB) schickte zu dem vor Brisanz knisternden Nordduell zwischen Kiel und Osnabrück einen Schiedsrichter-Azubi.

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Die Anspannung muss raus: Störche-Cheftrainer Karsten Neitzel (li.) mit vollem Engagement am Seitenrand.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. 25 Jahre jung ist Justus Zorn aus Opfingen bei Freiburg. Der Auftritt an der Förde war der erst sechste Drittliga-Einsatz des angehenden Doktoranden der Physik. Die erstaunliche Bilanz seiner 540 Minuten als Unparteiischer im DFB-Premiumprodukt: drei Rote, eine Gelb-Rote und 33 Gelbe Karten!

 Nach Zorns Drittliga-Premiere gab’s einen offiziellen Protest von Erzgebirge Aue, weil Gastgeber Großaspach einen Freistoß zur 1:0-Führung (Endstand: 2:0) verwandelte, der nach Ansicht der Sachsen vom Referee noch nicht freigegeben war. Er hatte noch kein Spray verwendet. Der Protest wurde abgeschmettert.

 Am Sonnabend sorgte Zorn kurz vor der Pause für Wutausbrüche im Lager der Störche: eine grenzwertige Abseitsentscheidung beim vermeintlichen 1:0 von Marc Heider, Sekundenbruchteile zuvor ein ebenso unstrittiges wie elfmeterwürdiges Foul an Willi Evseev. „Ich habe den Schiri gefragt. Er hat gesagt, die Aktion sei nicht eindeutig gewesen“, haderte der sechs Meter vor dem Osnabrücker Gehäuse von den Beinen geholte Holstein-Mittelfeldspieler am Vortag seines 24. Geburtstages. Übeltäter Alexander Dercho, der zu allem Überfluss im Fallen auch noch mit der Hand die Richtung des Balles verändert hatte, hätte wegen der Verhinderung einer klaren Torchance vom Platz gestellt gehört. Doch selbst seine zwei Fouls gegen den im Sinne des Fairplay nicht theatralisch zu Boden sinkenden Patrick Herrmann binnen zwei Minuten in Durchgang zwei blieben ohne nachhaltige Folgen – nur eine Gelbe statt der zwingend erforderlichen Gelb-Roten Karte.

Hier finden Sie Fotos vom Match Holstein Kiel gegen VfL Osnabrück im Februar 2016.

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 Eine Strafe im Nachklapp könnte derweil Störche-Cheftrainer Karsten Neitzel ereilen. Schonungslos hielten die TV-Kameras der ARD-Sportschau einen Gefühlsausbruch des 48-Jährigen fest. Hinsetzen solle er sich, seine Jungs in Ruhe lassen und „die Fresse halten“, raunzte Neitzel in Richtung des Osnabrücker Coaches Joe Enochs. „Mein Assistent Jan Sandmann und ich haben 38 Minuten lang nichts gesagt. Dann kam die Gelbe Karte gegen Evseev. Und der Kollege hat zum x-ten Male die Entscheidung der Schiedsrichter und das Verhalten unserer Spieler kommentiert. Da war es meine Pflicht, einzuschreiten. Ich hätte Klappe statt Fresse sagen müssen. Ansonsten würde ich das immer wieder so machen“, so Neitzel mit dem Hinweis, dass die dauerhaften Einlassungen Enochs nicht ein einziges Mal vom Linienrichter geahndet worden seien. „Sollte sich jetzt tatsächlich der DFB melden, brauche ich mich künftig nicht mehr am Seitenrand hinzusetzen“, zürnte Neitzel noch am Sonntag nach dem dritten Video-Studium der Partie.

 Mit öffentlicher Schelte an Zorn hielt sich Neitzel indes zurück. Natürlich sei es ein klarer Elfmeter gewesen, „aber wir haben in dieser Saison ja schon einen bekommen, da wollen wir doch jetzt nicht übertreiben“, flüchtete sich der Fußballlehrer in Galgenhumor. Ohnehin habe sein Team trotz des Schiedsrichters „genügend Chancen gehabt, das Spiel zu gewinnen“ und vor dem Gegentreffer die Möglichkeit ausgelassen, das eigene Tor zu verteidigen“. Die professionelle Analyse – der Vulkan Neitzel war zur Ruhe gekommen

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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