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Zebras glauben an Legenden-Bildung

MSV Duisburg gegen Holstein Kiel Zebras glauben an Legenden-Bildung

Der Drittliga-Thriller zwischen den Fußball-Traditionsklubs MSV Duisburg und Holstein Kiel wird erst am Sonnabend (13.30 Uhr/live bei WDR3 und N3) angepfiffen. Doch die verbalen Sticheleien in den gegnerischen Lagern laufen vor allem in den sozialen Netzwerken schon seit Tagen auf Hochtouren.

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So war’s im Hinspiel: Holsteins Edel-Joker Patrick Breitkreuz (2. v. li.) verfehlte hier noch das Ziel, drei Minuten vor dem Ende traf er aber per Kopf zum 1:0-Sieg gegen Duisburg. Heute gilt die Konzentration der Störche der MSV-Torfabrik Zlatko Janjic und Kingsley Onuegbu (Foto re. v. li.), die 31 der insgesamt 60 Zebra-Treffer erzielten.

Quelle: pae

Kiel/Duisburg. Auch MSV-Trainer Gino Lettieri heizt das Duell um Rang zwei, den direkten Aufstiegsplatz zur Zweiten Liga, an: „Das größere Herz wird entscheiden.“

Fakt ist: Gewinnen die in heimischer Arena in dieser Saison noch ungeschlagenen und mit einem Zähler Vorsprung vor Holstein auf Rang zwei platzierten Zebras gegen die Störche, ist ihre Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus perfekt. Bei einem Unentschieden oder einem Sieg der Drittliga-Auswärtsrekordhalter von der Förde (13 Begegnungen in Folge ohne Niederlage) wird die Entscheidung auf den letzten Spieltag vertagt. Am 23. Mai gastieren die Westdeutschen beim SV Wehen Wiesbaden, die KSV Holstein empfängt die Kickers aus Stuttgart. Das Ticket für die Relegation (Rang drei) gegen den Drittletzten der Zweiten Liga haben sowohl der Rückrunden-Primus (Holstein) als auch der -Zweite (Duisburg) bereits in der Tasche. 28500 MSV-Anhänger haben das Duisburger Kartenkontingent zu 100 Prozent ausgeschöpft. Bislang 1493 Kieler Schlachtenbummler wollen mit Stimmgewalt ihre Farben in dem 31000 Zuschauer fassenden Stadion unterstützen.

An der Wedau ist der Erfolgsdruck nicht eben gering, schließlich sind die Verbindlichkeiten aus der Vergangenheit in Millionenhöhe in Liga zwei deutlich leichter abzubauen als im Rahmen der jetzigen Konkurrenz. Den Matchball vor Augen lassen sich auch die Macher der MSV-Homepage emotional nicht lumpen. „Werdet zur Legende – Kämpfen bis zum Ende für die Zweite Liga“, steht dort in großen blau-weißen Lettern.

Konfrontiert mit derart markigen Worten, rümpft Holstein-Erfolgscoach Karsten Neitzel leicht irritiert die Nase: „Wenn der MSV aufsteigt, ist das das Normalste der Welt. Legenden-Bildung? Davon könnte man sprechen, wenn wir siegen und aufsteigen. Vor uns liegt ein richtig schweres Spiel, das wir gewinnen wollen. Punkt, Aus!“ Der 47-Jährige spricht im Brustton der Überzeugung davon, dass es eine „reine Freude“ sei, zwei Spieltage vor dem Saisonende die Zweite Liga noch aus eigener Kraft packen zu können. „Dass wir noch mehr gewinnen können als bisher, aber nichts mehr verlieren.“ Der Magie dieser besonderen Dramaturgie allerdings kann sich auch in Kiel niemand entziehen. „Spannung aufzubauen, brauchst du nicht. Wichtig ist, dass die Spieler in Stresssituationen ihre Aufgaben bewältigen.“

Exakt dies dürfte nicht eben leicht fallen in der aufgeheizten Atmosphäre der nahezu ausverkauften Schauinsland-Arena. Die Generalproben für den Showdown indes bestätigen Neitzels Einschätzung: „Wir haben bewiesen, dass wir vor großen Kulissen punkten können.“ In Dresden feierte Holstein vor 24530 Zuschauern einen 2:1-Erfolg, vor 24249 Besuchern auf der Bielefelder Alm gab’s vor 13 Tagen ein viel beachtetes 2:2. Mehr Respekt als vor der Stimmung auf den Rängen hat Neitzel vor den MSV-Standards. „Da entwickeln die Duisburger eine irre Wucht. Und blocken mit ihren groß gewachsenen Routiniers wie Branimir Bajic die Gegner sehr clever aus.“ Dazu kommt die zweiköpfige Zebra-Torfabrik Kingsley Onuegbu und Zlatko Janjic, die zusammen für 31 der insgesamt 60 MSV-Treffer verantwortlich zeichneten, und besonders Spielmacher Martin Dausch. Neitzel: „Den im Spiel zu verteidigen, ist eine echte Herausforderung.“ Schwerstarbeit für die Kieler Abteilung Attacke um die Innenverteidiger Marlon Krause und Hauke Wahl sowie den dänischen Mittelfeld-Bulldozer Mikkel Vendelbo.

Bangen muss Neitzel ob des Einsatzes von Marc Heider. Der interne Top-Torjäger plagt sich seit Dienstag mit Problemen am Sprunggelenk. „Es wäre schon sehr gut, wenn Marc mit an Bord wäre. Denn die Qualität unserer Bank war zuletzt ein großer Faustpfand für uns“, so Neitzel. Dennoch gibt sich der Kieler Fußballlehrer durchaus optimistisch: „Wir haben Luft für 90 Minuten und mehr. Ich glaube, dass wir gute Chancen haben, in Duisburg zu punkten.“ Heute um 13.30 Uhr startet der Tross der Störche gen Wedau. Morgen um 8.30 Uhr bittet die Fitness-Abteilung – wie üblich bei Auswärtsspielen – die KSV-Profis zum Morgen-Jogging. Möglicherweise treffen sie bei dieser Anschwitz-Einheit auch Janjic. Der 29-jährige MSV-Mittelfeldspieler will zwecks mentaler Beruhigung am Vormittag mit seinem Hund Gassi gehen.

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Ein Artikel von
Andreas Geidel
Sportredaktion

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