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Fliegt, Störche, fliegt!

Holstein Kiel Fliegt, Störche, fliegt!

Die Zeit beim Fußball-Drittligisten Holstein ist reif für den zweiten Heimsieg der Saison. Am Sonnabend (14 Uhr) gastiert der Tabellendritte SG Sonnenhof Großaspach bei den Störchen.

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Holstein Kiel schlägt die SG Sonnenhof Großaspach

Auf geht’s, Jockel: Nach zuletzt drei Niederlagen am Stück könnte heute gegen den Tabellendritten SG Sonnenhof Großaspach das Comeback von Niklas Jakusch zwischen den Pfosten der KSV Holstein erfolgen.

Quelle: imago sportfotodienst

Kiel. Die stehen nach dem ultimativen Absturz ans Tabellenende wie ihr Cheftrainer Karsten Neitzel unter immensem Druck. Zuletzt gab es drei Niederlagen am Stück, das letzte Tor eines Mitglieds des Kieler Angriffstrios Marc Heider, Manuel Schäffler und Saliou Sane liegt 1080 Spielminuten zurück.

Abstiegskampf, Aufstiegsthriller, Abstiegskampf – die sportliche Achterbahnfahrt des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel seit dem Wiederaufstieg 2013 ist geprägt vom Oberbegriff Drama. Heute (14 Uhr) empfangen die Störche den Tabellendritten SG Sonnenhof Großaspach. Und das als Schlusslicht der Konkurrenz. Letztmals stand die Rote Laterne am 30. April 2010 am vorletzten Spieltag an der Förde. Danach ging’s bekanntlich für drei Jahre abwärts in die Regionalliga. In diesem Spieljahr sind noch 23 Partien Zeit, um ein derartiges Schicksal zu vermeiden. Am Mittwoch schalteten die Störche im Kollektiv ab vom Fußball, übten sich stattdessen beim elektronischen Paintball „Lasertag“ in Schwentinental im Präzisionsschießen. Auch die Sportredaktion dieser Zeitung sorgt sich um die Zukunft der Störche, brütete mit brennender Leidenschaft darüber, wie bei der KSV Holstein die Wende zum Guten erfolgen kann. Aufstellung, Einstellung – hier das Ergebnis eines intensiven Austausches unseres „Trainerteams“. Verbunden mit einem – zwecks Lockerheit im finsteren Tabellenkeller erforderlichen – Augenzwinkern.

 

Jakusch: Die 21-jährige Mainzer Leihgabe Robin Zentner wirkt zurzeit nervlich überfordert. Ein Torwartwechsel ist für uns unumgänglich. Also, Niklas Jakusch: Brust raus und die mental wenig erbauliche Tatsache abhaken, nach dem Kreuzbandriss von Stammkeeper Kenneth Kronholm zunächst fünf Spiele zwischen den Pfosten stehen zu dürfen und dann auf die Auswechselbank verbannt worden zu sein. 15 Jahre trägt der 25-Jährige, in der Vergangenheit mit Titeln wie Elfmeterkiller und Reaktionswunder geadelt, bereits das KSV-Trikot. Wir drücken dem Vorzeige-Storch die Daumen, verzeihen erste Fehler – und gegen überdimensionierte Nervosität hilft eine Spur Baldrian.

 

Herrmann: Erst, wenn auf dem Kahlschädel des Beton-harten „Fußball-Gottes“ auf der Außenverteidiger-Position graue Haare wachsen, muss Kiel sich ängstigen.

 

Hartmann: Ihr, Auftrag Mr. Routinier! Mit Kopf und Fuß, Herz und Gehirn das eigene Tor verteidigen. Und den Dirigentenstab in der Innenverteidigung schwingen. 106 Zweitligaeinsätze lügen nicht. Wird das hart, Mann ... für Sonnenhof Großaspach.

 

Czichos: Der abgekürzte Vorname „Rafa“ (in Erinnerung an den Kollegen Kazior) ist heute Programm, der Ex-Erfurter übernimmt ab sofort die Regie im Abwehrzentrum. Nicht zaudern mit dem engen Zweikampf am eigenen Strafraum. Und im gegnerischen 16er der Torgeilheit freien Lauf lassen.

 

Kohlmann: Westfale mit irischen Wurzeln. An dieser tiefenentspannten Kampfnatur beißt sich künftig jeder Stürmer die Zähne aus.

 

Siedschlag: Rückwärtsgang im Kopf haben, Bälle erobern und mutig Dampf machen. Dann rappt der Ur-Kieler „Siedo“ auch die „Sechser“-Position.

 

Lewerenz: Weg mit allen Zweifeln. Laufen, flanken, schießen bis der Arzt kommt. Oder die Luft ausgeht – und ein Kollege den Flügel neu besetzt.

 

Kegel: Auf, auf Capitano! Keine überzogenen Außenrist-Schnörkel mehr im Kreativzentrum. Das Motto lautet: Vom Leichten zum Schweren. Und immer daran denken: Sein letztes Drittliga-Tor beim 1:3 in Duisburg in der Vorsaison landete aus über 30 Meter Entfernung in den gegnerischen Maschen.

 

Schnellhardt: Es gibt keinen stärkeren linken Fuß in der Liga. Doch auch Künstler müssen sich an Grundsätzlichem orientieren: Das Runde muss ins Eckige. Und das notfalls auch mit Gewalt.

Heider: Weg mit dem mentalen Ballast der vergangenen Wochen. Hinfort mit den inneren Fesseln des überzogenen Selbstanspruches. „Renn, Heidi, renn“ – und irgendwann landet die Murmel auch mal wieder im Loch.

 

Sane: Die Redaktions-Würfel haben sich für die Nummer zehn als zentrale Sturmspitze entschieden. Heute oder nie! Ungefährlicher als zuletzt (das letzte Stürmertor liegt 84 Tage oder 1080 Spielminuten zurück) kann es nicht werden. Und Manuel Schäffler scharrt draußen mit den Hufen.

 

Der zwölfte Mann: Das sind wir Zuschauer. Eine Woche lang haben wir über den ultimativen Tabellen-Absturz der Störche zurecht gemeckert. Haben Schuldige gesucht und – jeder für sich – auch gefunden. Heute aber beginnt die Saison neu, ist der Schulterschluss als Symbol des unerschütterlichen Teamgeistes ohne Alternative. Zumindest bis zum Abpfiff.

 

Aufgezeichnet von Andreas Geidel

Verfolgen Sie das Spiel in unserem Liveticker unter www.kn-ksv-liveticker.de ab 13.30 Uhr.

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