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Reifeprüfung für die Störche

Zu Gast beim VfL Osnabrück Reifeprüfung für die Störche

Wacher, mutiger, konstanter! Ein Appell, der am Sonnabend (14 Uhr) vor dem Gang zum VfL Osnabrück besonders in Richtung der Defensivarbeit des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel zielt.

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Drei Störche für die Defensivzentrale: (v.li.) Denis-Danso Weidlich als Chef-Koordinator vor der Abwehr, Dominik Schmidt als Zentrumsglied der letzten Kette und Maik Kegel als Balleroberer und Regisseur in Personalunion.

Quelle: imago sportfotodienst

KIEL. Nach zwei Siegen, zwei Niederlagen und dem jüngsten 2:2 gegen Fortuna Köln stehen die Störche im ewig reizvollen Nordduell im Hexenkessel Bremer Brücke am Ende der englischen Woche vor der ersten Reifeprüfung dieser noch jungen Saison.

 Wohin führt die sportliche Reise der neu formierten Kieler? Die Offensive scheint trotz der keineswegs optimalen Chancenverwertung ob der ansehnlichen Spielkultur und der bislang beachtlichen neun Treffer gerüstet für die Einleitung eines tabellarischen Höhenfluges. „Die Anzahl unserer Tore hätte für zehn Punkte auf dem Konto reichen müssen“, sagt KSV-Cheftrainer Karsten Neitzel, der es „toll findet“, dass sich die Erfolgserlebnisse „auf mehrere Schultern verteilen“. Fabian Schnellhardt, Manuel Schäffler, Steven Lewerenz und Linksverteidiger Rafael Czichos trafen jeweils im Doppelpack.

 Dass dennoch „nur“ sieben Zähler das Holstein-Konto zieren, liegt an den zehn Gegentreffern – zweitschlechtester Liga-Wert. In der vergangenen Serie hatten die Störche nach 38 Spielen lediglich 30 „Buden“ eingefangen – Liga-Spitzenwert. Neitzels Optimismus, bei der Suche nach der Balance zwischen Sturmlust und Abwehrpflicht kurzfristig Lernerfolge vermelden zu können, ist ungebrochen. „Sieben der zehn Gegentore wären relativ einfach zu vermeiden gewesen. Das haben wir den Spielern per Video-Analysen vorgeführt“, so der 47-jährige Fußballlehrer.

 Noch ist der Ex-Rostocker Denis-Danso Weidlich auf der im Neitzel-System so eminent wichtigen Sechser-Position im defensiven Mittelfeld nicht in die großen Fußstapfen seines Vorgängers Mikkel Vendelbo geschlüpft. „Er muss in der Zusammenarbeit mit der letzten Kette noch stabiler werden“, lautet Neitzels Forderung. Dominik Schmidt, der anstelle des am Montag für kolportierte 800000 Euro (der höchste Ablöseertrag in der Vereinsgeschichte) zum Zweitligisten SC Paderborn wechselte, steht in der traditionell sehr hoch stehenden Innenverteidigung in der Verantwortung. „Dominik hat einen Riesenschritt nach vorne gemacht, ihm ist gegen Köln kein Fehler im Spielaufbau unterlaufen. Er muss jetzt noch ein feineres Gefühl bei den Duellen Mann gegen Mann entwickeln. Es gilt in diesen Situationen nicht nur das Alles-oder-Nichts-Prinzip“, so Neitzels Anweisung an den Ex-Münsteraner. 0:4, 1:2 – in den beiden zurück liegenden Spielzeiten fuhren die Kieler ohne Zählbares aus Osnabrück nach Hause. Und auch am Sonnabend erwartet Neitzel einen harten Kampf. „An der Bremer Brücke herrscht immer eine besondere Atmosphäre.“ Die Stimmung werde nach dem ersten Saisonsieg des VfL in Cottbus „sicher besser sein als in den letzten Wochen, in denen es dort nicht so gut lief“, ergänzt der Sportliche Leiter Ralf Heskamp, der über 26 Jahre als Profi und Geschäftsstellenleiter in Diensten der Niedersachsen stand und eine spürbare Emotionalität vor seiner Rückkehr an alte Wirkungsstätte nicht verhehlen mag: „Ich kenne jeden Stein, jede Ecke im Stadion. Das ist schon ein komisches Gefühl.“

 Zumal mit der lila-weißen Identifikationsfigur Joe Enochs ein guter Freund als Gegner an der Seitenlinie wirkt. Als Interimstrainer, der für pure Leidenschaft steht. Neitzels Arbeitsplan liest sich derweil professionell nüchtern: „Zunächst die Zweikämpfe annehmen, eine große Wucht gegen den Ball entwickeln, bereit sein, dem Kollegen zu helfen – und dann im richtigen Moment Fußball spielen.“ Und das ganze Paket im Optimalfall wacher, mutiger und konstanter als zuletzt.

Feiert Zentner sein Debüt im KSV-Tor?

 Der auf der Suche nach Spielpraxis von Mainz 05 am Mittwoch zu den Störchen gewechselte Robin Zentner oder doch – wie bislang in dieser Saison – Niklas Jakusch? Wer am Sonnabend ab 14 Uhr letztlich zwischen den Pfosten des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel steht, darüber schwieg sich Cheftrainer Karsten Neitzel im Vorfeld des Nordderbys beim VfL Osnabrück aus. Der bisherige Stammkeeper Kenneth Kronholm ist derweil am Montag in Kiel erfolgreich am gerissenen Kreuzband operiert worden. Holsteins Sportlicher Leiter Ralf Heskamp schließt nicht aus, dass Kronholms am 30. Juni 2016 auslaufender Vertrag noch in der Reha-Phase verlängert wird. „Läuft alles optimal, gewinnen am Ende alle Beteiligten“, sagt Heskamp auch mit Blick auf die soziale Komponente in dieser Frage.

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