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Die Gnade Götze

EM wie Michael Die Gnade Götze

Jetzt fallen viele über Mario Götze her. Tatsächlich hat der 24-Jährige bei der EM zwei nicht so gute Spiele für Deutschland abgeliefert. Aber tatsächlich ist er da beileibe nicht der Einzige. Trotzdem haben einige Kollegen begonnen, sich auf ihn einzuschießen.

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Da kann man nur sauer werden: Wie KN-Sportchef Michael Kluth nach einer traurig-niveaulosen Kritik an Mario Götze.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Zum Beispiel hat der Kollege Paul-Nikolas Hinz ihm auf "Focus Online" am Freitag gleich einen „Abschiedsbrief“ geschrieben. Kostproben: „Du warst mal ein richtig guter Fußballer … Heute habe ich als Dein Fan Angst, wenn Du den Ball bekommst … Du wirkst wie ein 37-Jähriger im Körper eines 24-Jährigen … Bei Deinen Dribblings gegen Polen hatte ich zeitweise Mitleid…“ 

Dennis Aogo von Schalke 04, ehemals HSV, gehört zu den Intelligenteren unter den Fußballern – und offenbar auch zu den Sensibleren. Aogo hat den „Abschiedsbrief“ am selben Tag öffentlich angeprangert. Er findet ihn „respektlos gegenüber dem Sportler Götze und noch viel mehr gegenüber dem Menschen Mario“, schreibt Aogo und erinnert: „Dabei haben wir diese Diskussionen vor einigen Jahren sehr ausführlich geführt, haben über Werte wie Respekt und den Umgang miteinander gesprochen – alles vergessen und vorbei. Glaubt denn tatsächlich jemand, dass etwas so Persönliches an einem Spieler spurlos vorübergeht? Nur weil er für das Fußballspielen Geld bekommt? Mir fällt dazu nichts mehr ein! Oder doch, nämlich das hier: Mario Götze hat mehr als 150 Bundesliga-, rund 50 Champions League- und 50 Länderspiele bestritten und uns vor zwei Jahren zum Weltmeistertitel geschossen. P.S.: Mario ist vor zwei Wochen 24 Jahre alt geworden…“

Bedenkenswerte Sätze eines Ex-Nationalspielers, denen auf der persönlichen Ebene nichts hinzuzufügen ist. Auf der sportlichen Ebene möchte ich ergänzen: Trainer, die einen begnadet veranlagten Fußballer wie Mario Götze nicht gewinnbringend in ihr Mannschaftsgefüge einzubauen verstehen, machen etwas verkehrt. Mögen sie Guardiola heißen oder Löw.

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Ein Artikel von
Michael Kluth
Ressortleiter Sportredaktion

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