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Dumm gelaufen

EM wie Michael Dumm gelaufen

Der Fußball ist schuld. Weil der Fußball nur eine Währung kennt: Tore.  Nicht Spielanteile, nicht Passquote, nicht Torchancen, nicht optische Überlegenheit. Und weil der Fußball auf hohem Niveau eines nicht verzeiht: Fehler.

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Nach der Niederlage gegen Frankreich kommen die Fans ins Grübeln.

Quelle: Ulf Dahl

Die französische Mannschaft hat zwei Tore geschossen, die deutsche keines, dafür zwei dumme Fehler gemacht, die französische keinen. Dumm gelaufen. Raus mit Applaus.

Der Matchplan des Bundestrainers ist ja weitgehend aufgegangen. Das Mittelfeld mit der Hereinnahme von Emre Can massiert, die Außenverteidiger zu Flügelstürmern hochgezogen: Hat funktioniert. Das Spiel fand meistens in der Hälfte der Franzosen statt. Die deutsche Mannschaft war deutlich überlegen.

Nur vorne hat das keiner in harte Währung umgemünzt. Womit wir leider vor allem über Thomas Müller sprechen müssen. Bei der ganzen EM unermüdlich wie eh und je, supersympathisch sowieso, aber: überspielt, im Kopf erschöpft, glücklos. Spätestens im Halbfinalspiel konnte man auf den Gedanken kommen, den ausgebrannten Dauerbrenner rauszunehmen.

Aber auch ohne die letzte Durchschlagskraft ginge so ein Spiel 0:0 aus, wenn nicht Schweinsteiger fahrlässig die Hand zum Ball hebt und wenn nicht Höwedes, Kimmich, Mustafi, Neuer und Schweinsteiger innerhalb einer Minute nacheinander jeder eine kleine Nachlässigkeit begehen. Fehler, die Spieler vom Kaliber Giroud und Griezmann sofort bestrafen. Dann geht so ein Spiel 0:2 aus. Und das ist dann auch gerecht. Weil es Fußball ist. Irgendwie tröstlich.

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Ein Artikel von
Michael Kluth
Ressortleiter Sportredaktion

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