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Glück gehabt

EM wie Michael Glück gehabt

Am Ende hat Glück und nichts als Glück die deutsche Mannschaft nach einem beispiellosen Elfmetermarathon gegen das italienische Team ins Halbfinale der Europameisterschaft gebracht. Das ist kein Vorwurf, in engen KO-Spielen muss man eben Glück haben.

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Straftraining vom Elfmeterpunkt

Fast hätte der Bundestrainer das Spiel gegen Italien vercoacht - wie 2012, findet Michael Kluth.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Aber es beugt der Interpretation vor, der Bundestrainer habe mit seiner Umstellung der Abwehr und der gesamten taktischen Formation so etwas wie eine taktische Meisterleistung vollbracht. Das hat er nicht. Jogi Löw hat Glück gehabt.

Dreierkette mit Höwedes als drittem Innenverteidiger, obwohl Boateng und Hummels zuvor die Null hinten allein gehalten hatten. Dafür vorne Draxler geopfert, den Matchwinner im Achtelfinale gegen die Slowakei. Ohne Not.

Das Kalkül war wohl, ein Gleichgewicht im Mittelfeld herzustellen, in dem die Italiener sonst oft Überzahl haben, weil sie ihrerseits mit Dreierkette spielen. Tatsächlich hat die Mannschaft aber praktisch mit Fünferkette gespielt, weil Hektor links auch nicht anders spielte als sonst, nämlich überwiegend defensiv, und weil Kimmich rechts ein ums andere Mal hinten helfen musste, wo Höwedes allein nicht klarkam. Die Folgen: Die deutsche Mannschaft erspielte vorne ohne Draxler fast keine Torchancen; das italienische Team machte schnell die rechte deutsche Abwehrseite, wo Höwedes überfordert war und die Abstimmung mit Kimmich nicht klappte, als Schwachstelle aus und griff immer wieder über Links an. Die deutsche Mannschaft hatte zwar mehr Ballbesitz, die italienische aber die besseren Torchancen.

Man muss es so deutlich sagen: Um ein Haar hätte der Bundestrainer wieder das Spiel gegen Italien vercoacht, wie 2012. Er hat Glück gehabt.

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Ein Artikel von
Michael Kluth
Ressortleiter Sportredaktion

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