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Regeln, die sich keiner wünscht

EM wie Michael Regeln, die sich keiner wünscht

Seien wir froh: Bis zu den heute beginnenden Viertelfinalspielen sind noch immer nicht alle neuen Regeln, die zu dieser Europameisterschaft in Kraft getreten sind, zur Anwendung gekommen. Dazu gehören nämlich Tatbestände, die sich keiner wünscht.

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portchef Michael Kluth ist froh, dass bis zu den heute beginnenden Viertelfinalspielen noch immer nicht alle neuen Regeln, die zu dieser Europameisterschaft in Kraft getreten sind, zur Anwendung gekommen sind.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Zum Beispiel ein Eigentor nach einem eigenen Eckball. Zu dem Fall, dass ein Spieler einen Eckball kraftvoll über das ganze Spielfeld direkt zum eigenen Tor zurückschießt und der Ball dann unberührt reingeht, ist es bei der EM Gott sei Dank noch nicht gekommen. Als Tor zählte so ein Volltreffer  nach der neuen Regel allerdings tatsächlich nicht, sondern es gäbe Eckball für die andere Mannschaft. Weiß der Himmel warum.

Auch die Farbe der Unterhosen mussten die Schiedsrichter noch nicht monieren. Sie ist neuerdings auch geregelt: „Sichtbare“ Unterhosen müssen dieselbe Farbe haben wie die Trikothose. Das gilt auch für Strümpfe und Tape-Verbände. Für diese kuriose Regel gibt es allerdings einen Grund: Bei der Europameisterschaft 2012 hat der dänische Nationalspieler Niklas „The Lord“ Bendtner mal im Torjubel seine Unterhose gezeigt – darauf war Werbung platziert. So etwas soll nicht wieder vorkommen.

Amüsant  wären zwei andere neu geregelte Vorfälle. Verliert ein Spieler seinen Schuh, darf er jetzt bis zur nächsten Spielunterbrechung  sockfuß  weiterspielen und muss erst dann „die vollständige Ausrüstung wiederherstellen“. Und eine Rote Karte darf der Schiedsrichter  jetzt schon vor dem Anpfiff zücken.

Andere neue Regeln werden wie selbstverständlich angenommen. So darf der  Anstoß zurück in die eigene Spielhälfte gespielt werden; was wir als Jungen gleichsam mit der Muttermilch aufgesogen haben, nämlich den Anstoß immer nach vorne zu spielen – gilt nicht mehr. Und beim Elfmeter darf der Anlauf zwar verzögert, aber nicht unterbrochen werden, sonst gibt’s Gelb für den Schützen und indirekten Freistoß für den Gegner. Neu daran ist das Strafmaß, früher wurde der Elfmeter in so einem Fall schlicht wiederholt. Da konnte man das ohne großes Risiko mal probieren…

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Ein Artikel von
Michael Kluth
Ressortleiter Sportredaktion

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