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Die Effektivitätsmonster von der Förde

Holstein Kiels U19 Die Effektivitätsmonster von der Förde

 Die Mission Klassenerhalt war schon gescheitert – mit dem bedeutungslos gewordenen 4:4 in Magdeburg zeigten Holsteins U17-Kicker bestenfalls noch ein letztes Lebenszeichen in der B-Junioren-Bundesliga. Nach einer Saison, in der die Kieler der Musik früh hinterher liefen.

Holsteins Haci Gündogan (vorn) hielt nicht nur die Leipziger Defensive auf Trab, sondern war mit 23 Einsätzen auch ein Dauerbrenner in der Kieler U19-Truppe.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Besser schlug sich die ebenfalls lange in Abstiegsnöten schwebende A-Jugend, die mit dem 1:0-Erfolg beim Hamburger SV den noch fehlenden Erfolgspflock einschlug. Für den Nachwuchs der Störche gilt mehr denn je: Der Wettbewerb wird von Jahr zu Jahr härter – es kostet immer größere Anstrengungen, den Spagat zwischen Schulbank, Trainingsplatz und Bundesliga-Existenzkampf zu schaffen.

Holsteins U19 bewies auf der Zielgeraden Mentalität, Mut und Nervenstärke und schaffte so die Rettung. „Beim ersten Auswärtsspiel unter meiner Leitung in Hannover war ich absolut ratlos“, gestand Coach Christian Riecks ein, „ich fragte mich ernsthaft, wie wir mit solchen Leistungen überhaupt nur einen einzigen Punkt gewinnen wollen.“ Damals, im November, war der Tiefpunkt erreicht. Leblosund blutleer präsentierten sich gerupfte Jungstörche – eine Woche zuvor hatte es die 0:10-Heimpleite gegen Hertha BSC gesetzt. Riecks, der die Truppe gerade vom langjährigen Vorgänger Frank Drews übernommen hatte, hauchte dem Abstiegskandidaten jedoch schnell neues Selbstvertrauen ein und stabilisierte vor allem die Defensive.

Schon beim 2:1-Heimsieg über den HSV war ein anderes Auftreten erkennbar, giftig rangen die Kieler den Nordrivalen nieder. Es folgten ein 3:3 bei Werder Bremen, ein 1:1 gegen Erfurt – noch vor der Winterpause war der Glaube an den Klassenerhalt zurückgekehrt. Die Kurve bekamen der neue Kapitän Louis Mandel und Co. im März. „Die Initialzündung war das 1:0 gegen St. Pauli“, erinnert sich der Coach, „danach wurden dann die wichtigen Spiele gegen die unmittelbaren Konkurrenten Meppen und Dresden gewonnen“. Die Kieler mutierten zu wahren Effektivitätsmonstern und bezwangen im entscheidenden Match Hansa Rostock mit 3:0. Mit dem KSV-Ligaverbleib wurde zugleich der Untergang der Hansa-Kogge besiegelt. Die neue Nummer eins an der Ostsee heißt Holstein Kiel. Durch Rostocks Zweitklassigkeit erhält die KSV nun besseren Zugriff auf Talente, mit Malte Schuchardt und Philipp Sander wechseln zur neuen Saison zwei Akteure die Vereinsfarben.

Seit 2011 war die U17 des Trainerduos Hannes Drews und Finn Jaensch Stammgast in der Staffel Nord/Nordost, nach vier Jahren endete die Bundesliga-Zugehörigkeit. „Wir hatten einen großen Aderlass zu verkraften, gleich sechs Spieler des 1998er Jahrgangs haben uns vor Saisonbeginn verlassen“, sagt Coach Drews. Letztlich war der Substanzverlust durch die abgewanderten Philip Menzel (VfL Wolfsburg), Tom Baller (Borussia Mönchengladbach), Utku Sen (Hannover 96), Julius Alt (Schalke 04), Christoph Schimming (Hamburger SV) und Maurice Knutzen (FC St. Pauli) nicht aufzufangen.

Nach der 1:6-Schlappe bei Hannover 96 standen Kapitän Kevin Bodendorf und Co. schon am dritten Spieltag mit dem Rücken zur Wand. Diente eine Leistungssteigerung gegen Ende der Hinrunde noch zum Mutmacher, besiegelte die wochenlange Null-Punkte-Serie im Frühjahr den nicht zu verhindernden Abstieg. „Trotz des verpassten Klassenerhalts haben sich viele Jungs gut entwickelt. Dies spiegelt sich auch in der Übernahme für die U19 wider“, sieht Drews zumindest das Ausbildungsziel erfüllt.

Stichwort Ausbildung: Da der A-Lizenz-Inhaber in Hennef die zehnmonatige Fortbildung zum Fußball-Lehrer durchläuft, gleichzeitig aber auch die Bundesliga-Rückkehr mit Holstein unter einen Hut bringen möchte, wird Kim Schatz verstärkt mit Aufgaben in der wöchentlichen Trainingsarbeit an der Seite von Finn Jaensch betraut.

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