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Die Halle muss brennen

89. Landesderby Die Halle muss brennen

THW Kiel gegen SG Flensburg-Handewitt, das ist mehr als nur ein Spiel. Und das 89. Aufeinandertreffen der Schleswig-Holsteiner ist am Sonntag (15 Uhr) auch mehr als nur ein Derby: In der Handball-Bundesliga geht es um die Tabellenspitze. Das Vier-Punkte-Spiel ist der Auftakt zu drei Derbys innerhalb von zehn Tagen.

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Wie es den Flensburgern wohl geht, während sie auf den THW warten? 10000 Kieler Fans werden am Sonntag alles geben.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. „Wir müssen die Halle hinter uns bringen, damit die Fans uns nach vorn peitschen und uns den Extra-Schub geben“, sagt THW-Linkshänder Steffen Weinhold. Ein Derby dürfte die 10000 Kieler Fans ohnehin genug motivieren, hinzu kommt der Stellenwert der Partie. „Ein Derby ist immer sehr besonders, dieses ist noch dazu sehr wichtig für die Meisterschaft“, erklärt der Ex-Flensburger Weinhold, der das Zebra auf der Brust längst verinnerlicht hat.

 Ist die SG nach neun Siegen in neun Ligaspielen und der THW-Pleite in Plock der Favorit? „Die Niederlage wird nicht in den Köpfen sein“, ist Weinhold sicher. „Es ist ein anderer Wettbewerb und ein ganz anderes Spiel.“ Dem stimmt Nikola Bilyk zu. „Dieser Stachel darf nicht tief sitzen, bei uns sind alle Augen auf Flensburg gerichtet“, sagt der Österreicher, der mit einer leichten Erkältung von der Nationalmannschaft nach Kiel zurückgekehrt ist.

 Die Achillesferse der Zebras ist momentan der Angriff, in dem auch die Shootingstars Bilyk und Lukas Nilsson auf der Suche nach ihrer Saison-Frühform sind. „Ja, im Moment läuft es nicht so gut“, sagt Bilyk. „Aber Lukas und ich haben gesprochen, wir machen uns keinen Druck. Natürlich wünsche ich mir, dass ich wieder besser spiele – aber die Hauptsache ist, dass wir am Sonntag das Derby gewinnen.“ Für den 19-Jährigen ist es das erste Landesduell. „Ich habe viel darüber gehört, aber ich lasse mich überraschen“, sagt er.

 Ein alter Derby-Hase ist Steffen Weinhold, der sich voll auf das Duell fokussiert. „Vor dem ersten Derby denke ich nicht an die anderen, die noch kommen“, sagt er. „Es geht um dieses eine Spiel.“ In dem muss der THW seine Offensive entscheidend verbessern. „Wir müssen es schaffen, mehr aus dem Tempospiel zu kommen und durch unsere gute Abwehr mehr leichte Tore aus der ersten und zweiten Welle machen“, erklärt Weinhold. „Wir können und müssen alle Vollgas geben, mehr laufen und kämpfen. Unser Kader ist groß genug, wir können wechseln und haben dadurch keinen Qualitätsverlust.“

 17 Kieler und 18 Flensburger sind einsatzbereit, nur je 14 können Alfred Gislason und Ljubomir Vranjes einsetzen. Das Gigantenduell zieht bundesweit Aufmerksamkeit auf sich, lockt mehr als 80 Journalisten und die ARD-Sportschau in die Sparkassen-Arena, wird unter den Augen von Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Torsten Albig und Innenminister Stefan Studt sowie HBL-Präsident Uwe Schwenker stattfinden. Es ist alles angerichtet für das 89. Derby, das Vier-Punkte-Spiel um die Meisterschaft. Und die Halle wird brennen.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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