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THW Kiel schlägt Hannover 27:26

Auswärtssieg THW Kiel schlägt Hannover 27:26

Eine etwas holprige, aber erfolgreiche Generalprobe, zwei Punkte und der Sprung zurück auf Platz zwei der Handball-Bundesliga: Der THW Kiel siegte am Sonntagnachmittag bei der TSV Hannover-Burgdorf mit 27:26 (13:12).

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Marko Vujin war erfolgreichster Schütze des THW Kiel in Hannover.

Quelle: Uwe Paesler (Archiv)

Hannover. Vier Tage vor dem Rückspiel im Achtelfinale der Champions League bei den Rhein-Neckar Löwen leisteten sich die Zebras dabei allerdings gefährliche Schwächephasen und mussten am Ende nach einem zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Vorsprung doch noch zittern.

Das Gelände der Expo 2000 in Hannover – eine Geisterstadt. Der Weg zur Tui-Arena auf der Expo Plaza führt vorbei am Expowal, der träge in der Sonne liegt und seine Schwanzflosse gen Himmel reckt. Der Blick schweift, eine Szenerie wie aus „Mad Max“, und unter der Donnerkuppel herrscht bei den 9735 Zuschauern – darunter ganze Horden von THW-Fans – vorsommerliche „Spiel des Jahres“-Stimmung. Die Zebras müssen wieder auf Kapitän Domagoj Duvnjak (Patellasehne), Kreisläufer René Toft Hansen und aufgrund einer komplizierten Schwellung im Nackenmuskulaturbereich zu allem Überfluss auch wieder auf Linkshänder Steffen Weinhold verzichten. Bei den „Recken“ der TSV ist Abwehrchef Erik Schmidt wieder an Bord, Rechtsaußen Torge Johannsen feiert nach langer Verletzung sein Comeback. THW-Coach Alfred Gislason beginnt mit Christian Dissinger, Nikola Bilyk und Marko Vujin im Rückraum. So sieht Verunsicherung aus. Dissinger erwischt „keinen guten Tag“ (Gislason), und so rückt Blazenko Lackovic nach einer Viertelstunde nicht nur auf die Spielmacher-Position („Ich war gut darauf vorbereitet“), sondern auch neben Patrick Wiencek in den Abwehr-Mittelblock.

Der THW bewegt sich nur langsam

Die Verunsicherung weicht schleichend, langsam bewegt sich der THW, wie ein träger Wal, der in der 24. Minute mit 8:12 hinten liegt, sich technische Fehler en masse leistet, reihenweise ins offene Tempogegenstoß-Messer läuft und mit Fabian Böhm im Rückraum ebenso Probleme hat wie mit Mait Patrail. Jetzt kommen Ilija Brozovic (Kreis) und der junge Sebastian Firnhaber (Mittelblock) ins Spiel. Lackovic leistet sich zwar einige Ballverluste, macht das Kieler Spiel aber zusehends ruhig, besonnen, an diesem Tag das probate Mittel. Mit Wiencek in der Abwehr packt der Kroate mit gutem Timing zu. Was fehlt, sind die Vollstrecker. Und während Andreas Wolff im THW-Gehäuse beständig gut hält, übernehmen diesen Job in der Folgezeit Rechtsaußen (und Siebenmeter-Spezialist) Niclas Ekberg und Marko Vujin.

Beide treffen je achtmal – essenziell wichtig für einen 9:0-Lauf zwischen 8:12 und 17:12 (37.) und die anschließende Sechs-Tore-Führung bis zum 21:15 (43.). Nein, es ist nicht der ansehnlichste Handball, den die Kieler präsentieren. Er ist an diesem Tag rechtslastig, ein wenig behäbig, aber effektiv. Aber 16 Minuten ohne Gegentor machen auch nachlässig, verleihen den Aktionen einen schlampigen Anstrich. Zum Glück ist Andi Wolff da – gegen Johannsen (42.), gegen Lars Lehnhoff (49.). Zum Glück ist Marko Vujin da. In einer „Wohin mit dem Ball? Dann eben ins Tor!“-Aktion macht der Serbe das 26:23 (56.), bedient Wiencek sehenswert zum 27:24 (58.). Die Vorentscheidung? Nicht bei den Zebras! Nicht in dieser Saison! Nationalspieler Kai Häfner treibt die Burgdorfer jetzt nach vorn. Die TSV ist doch wieder dran. Noch eine Minute, nur ein Tor Vorsprung, Wiencek kann alles klarmachen, TSV-Ersatzkeeper Jendrik Meyer hält. Geht hier noch ein Punkt flöten? So wie Ostern vor genau einem Jahr? Die Zebras reißen sich noch einmal 20 Sekunden lang zusammen, und dann vertändelt Morten Olsen den Ball, die Sirene erlöst die mitgereisten Kieler Fans. Und Alfred Gislason: „Ich bin ziemlich erleichtert.“

TSV Hannover-Burgdorf - THW Kiel 26:27 (12:13)

TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer (1.-40. Minute/7 Paraden), Meyer (ab 40./6) – Johannsen, Mortensen 2/1, Patrail 4, Hykkerud 1, Lehnhoff 1, Häfner 4, Böhm 7, Karason, Schmidt, Olsen 3, Christophersen, Kastening 4.

THW Kiel: Wolff (1.-60. Minute/14 Paraden), Landin (bei zwei 7m/1) – S. Firnhaber, Lackovic 2, Dissinger, Wiencek 3, Ekberg 8/5, Zeitz, Dahmke, Brozovic 2, Vujin 8, Bilyk 3, Nilsson 1.

Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff (Neuss) – Strafminuten: TSV 2 (Böhm), THW 8 (Wiencek, Lackovic, 2x Bilyk) – Siebenmeter: TSV 3/1 (Mortensen vorbei, Landin pariert Lehnhoff), THW 5/5 – Spielfilm: 0:1, 2:1, 3:3 (8.), 5:3 (13.), 6:5, 8:5 (18.), 9:8, 12:8 (24.), 12:13 – 12:17 (37.), 13:17 (40.), 14:18, 14:20 (42.), 19:21 (50.), 20:23, 22:25 (54.), 23:26, 24:27 (58.), 26:27 (59.) – Zuschauer: 9735 in der Tui Arena in Hannover.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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