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THW Kiel schafft knapp 23:23 gegen Minden

Bundesliga THW Kiel schafft knapp 23:23 gegen Minden

Der THW Kiel hat den nächsten Nackenschlag eingesteckt: Am Mittwochabend kamen die Zebras in heimischer Arena nicht über ein 23:23 (9:11) gegen GWD Minden hinaus – und hatten dabei sogar noch Glück, überhaupt einen Punkt gerettet zu haben.

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Niklas Landin konnte auch am Mittwoch nicht richtig zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft sein.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Wiedergutmachung wollten die Zebras leisten, die herbe Pleite in Lemgo vom Ostersonnabend vergessen machen. Doch damit wurde es an diesem Abend nichts. Denn der Angriff der Kieler kam nicht auf Touren. In der Offensive begann THW-Coach Alfred Gislason mit Nikola Bilyk in der Rückraummitte, Lukas Nilsson auf Halblinks und Marko Vujin auf Halbrechts, ersetzte für die Deckung Vujin und Nilsson durch Steffen Weinhold und Sebastian Firnhaber. Der Youngster, der am Dienstag seinen 23. Geburtstag gefeiert hatte, ersetzte René Toft Hansen, der wegen seiner Schambeinentzündung zunächst als Inaktiver hinter der Bank Platz nahm.

Trotz der Wechselaktivitäten kam kein echtes Tempo auf. Die Gäste aus Minden spielten ihre Angriffe lange und geduldig aus und fanden an deren Ende in den meisten Fällen eine Lücke im Kieler Defensiv-Verbund. Auf der Gegenseite schien der THW die Pokalsieger-Lethargie nicht abgelegt zu haben: Zu wenig Bewegung, zu wenig Ideen, kaum vertikale Vorstöße, dazu Abspiel- und technische Fehler. Schwere Zebra-Kost.

Es war in den ersten 30 Minuten nun wirklich kein Spiel, das die rund 10.000 Zuschauer von ihren Sitzen gerissen hätte. Und so verfielen auch die Ränge in Lethargie, während die Kieler kontinuierlich einem Rückstand hinterherliefen. Minden spielte clever, abgezockt, beispielhaft der Siebenmeter von GWD-Rechtsaußen Aleksandar Svitlica, der den Ball frech über den Kopf von THW-Keeper Niklas Landin ins Tor legte (7:7/16.). Der guten Leistung von Niklas Landin war es zu verdanken, dass der THW in Schlagdistanz blieb, denn die Wurfausbeute war ein Desaster. Ende der ersten Halbzeit brachte Gislason Blazenko Lackovic für Bilyk auf der Mitte, doch auch der erfahrene Kroate konnte das Kieler Spiel nicht strukturieren, stattdessen ging es mit einem 9:11 in die Pause.

Toft Hansen für Firnhaber

Gislason stellte für den zweiten Durchgang nochmals um, brachte nun doch Toft Hansen für Firnhaber, stellte im Angriff Weinhold auf die Mitte, Bilyk auf Halblinks. Das brachte mehr Tempo ins Spiel, und zunächst schien es so, als würde der THW nun die Partie drehen – doch nach dem schnellen Ausgleich zum 11:11 (33.), der auch die Halle erweckte, hatte sich Minden wieder gefangen, ließ sich vom Rekordmeister nicht überrollen. Weiter fand der THW wenig Mittel im Angriff, entwickelte im Rückraum kaum Gefahr, warf zu viele Bälle weg. 12:14, 15:17, 19:21 – der Vorsprung der Gäste blieb konstant.

Den Zebras blieb ein weiterer Ausgleich oder gar eine Führung versagt, auch weil sie insgesamt fünf Mal per Siebenmeter am Ex-Kieler Kim Sonne („Ich habe mich richtig gefreut, hier wieder zu spielen, und es hat sehr gut geklappt.“ im Mindener Tor scheiterten (dreimal Ekberg, einmal Vujin, einmal Bilyk), freie Würfe vom Kreis nicht im Tor unterbringen konnten. Ein immer verunsicherter wirkender THW (Christian Dissinger: „Irgendwann wirst du halt nervös, weil es nicht klappt.“) vergab Chance um Chance und wirkte schon wie der sichere und verdiente Verlierer. Am Ende retteten die Kieler einen Punkt, „den wir heute nicht verdient hatten“, wie Gislason resümierte. Marko Vujins Brechstange zum 23:23 sechs Sekunden vor dem Ende brachte das schmeichelhafte Remis.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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