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THW Kiel und FC Barcelona teilen sich Punkte

Champions League THW Kiel und FC Barcelona teilen sich Punkte

Der THW Kiel hat dem FC Barcelona am Sonntagabend in der Champions-League-Vorrunde ein 27:27 (13:15) abgetrotzt und sich für zuletzt schwache Leistungen rehabilitiert. Bester Werfer bei den Zebras waren Niclas Ekberg und Marco Vujin mit je acht Treffern.

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Niclas Ekberg traf acht Mal für den THW Kiel.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Tabellenstand hin oder her: Das war ein Gigantenduell. Der THW Kiel und der FC Barcelona trennen sich am Sonntagabend in der Sparkassen-Arena mit 27:27 (13:15). Für den THW Kiel ist der Punktgewinn in der Handball-Champions-League gegen den aktuell so übermächtig scheinenden Rivalen Balsam auf geschundene Seelen. Für die Katalanen bereitet das Remis den Weg zum Gruppensieg. Das bedeutet auch: Im Viertelfinale würde es auf jeden Fall zum Wiedersehen mit den Blaugrana kommen.

Es ist kein Abend wie jeder andere. Zu Gast ist ein Gigant des Handballs, ein ewiger Kontrahent, und mit Wael Jallouz und dem ehemaligen Kieler Kapitän Filip Jicha zwei alte Bekannte noch dazu. Sie werden herzlich begrüßt, bei ihrer Vorstellung demonstrieren die schwarz-weißen Fans: „Ihr seid zwei von uns.“ Nach Anpfiff ist es dann allerdings schnell vorbei mit Herzlichkeit. Das isländische Schiedsrichtergespann Eliasson/Palsson hat den sprichwörtlichen Finger nervös am Abzug, verteilt allein in den ersten 30 Minuten sechs Zeitstrafen, zeigt sogar neunmal auf den Siebenmeter-Strich. Hart, aber konsequent.

Durststrecke für Linksaußen

Von Balsam auf Kieler Seelen ist zunächst keine Spur. Der THW Kiel gerät schnell mit 1:5 in Rückstand (9.), die Verunsicherung sitzt offenbar tief, zeigt sich bei zwei Missverständnissen zwischen Christian Dissinger und Marko Vujin. Ballverlust, Ballverlust, Dissinger wird ausgewechselt. Sollte es in diesem legendären Kräftemessen etwa auch deutlich gehen? Wird der THW Kiel wie zuletzt so häufig doch wieder implodieren?

Die Signale sprechen eine andere Sprache: Niklas Landin pariert zwei Strafwürfe, Domagoj Duvnjak peitscht die Zuschauer nach seinem 9:10 aufs verwaiste Barca-Tor zu Dezibel-Höchstleistungen (21.). Doch immer, wenn der Ausgleich winkt, haben die Katalanen eine Antwort parat, stellen mit Cedric Sorhaindo und Viran Morros einen erfahrenen Mittelblock. Auch Filip Jicha verstärkt die Deckung und kommt nur dort zum Einsatz. Und so ganz haben die Zebras das Krisenhafte in ihrem Spiel noch nicht abgestellt. Rune Dahmke scheitert an Gonzalo Perez de Vargas (19.), wirft dann lang am Tor vorbei (21.), wird gegen Raul Santos ausgewechselt. Die Kieler Linksaußen haben momentan eine Durststrecke zu bewältigen.

Hier sehen Sie Bilder vom Spiel THW Kiel - FC Barcelona, 05.03.2017

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Nach der Pause lenkt Nikola Bilyk das Kieler Spiel, und das Wechselbad der Gefühle in dieser hart und mit allen Mitteln geführten Auseinandersetzung geht weiter: 17:18 (38.), 17:20 (40.) – jetzt flankt auch Santos lang vorbei. Ist denn das möglich? Alle geben alles, René Toft Hansen hechtet nach einem verloren geglaubten Ball, das ist noch so ein Signal. Jetzt schlägt die Stunde von Marko Vujin, der sich aufbäumt, ein Tor ums andere erzielt, einen Schlagwurf wie ein Ball gewordenes Ausrufezeichen zum 25:23 (53.) in die Maschen drischt. Standing Ovations auf den Rängen oben, doch unten auf dem Feld bricht Hektik aus. Gerade erst war Niclas Ekberg nach einem Foul von Victor Tomás am Kreis auf den Kopf geknallt. THW-Trainer Alfred Gislason („Meine Mannschaft hat eine tolle Reaktion gezeigt“) wechselt zeitweise drei Akteure zwischen Angriff und Abwehr, die Bank wird zum Bahnhof.

Barcelona stellt seine Abwehr um, deckt jetzt offensiv. Alles kein Problem. Doch avanciert jetzt Raul Santos zum tragischen Helden? Zuerst unterläuft dem Österreicher ein Schrittfehler, dann scheitert er im Tempogegenstoß frei an Perez de Vargas (53.). 25:23, 25:26 (58.), jetzt Barcelona auf einmal wieder in Führung. Mündet alles in einem Tal der Tränen? Marko Vujin macht das 26:26 (58.), sein achter Treffer, Barcelona kontert (26:27/60.), dann fasst sich Nikola Bilyk ein Herz, eine tolle Einzelaktion, das 27:27 sechs Sekunden vor dem Ende. Ein gigantisches Duell.

Liveticker zum Spiel

THW-Kiel-Liveticker

Das Spiel können Sie auch im THW-Liveticker auf KN-online nachlesen.

THW Kiel – FC Barcelona 27:27 (13:15)

THW Kiel: Landin (1.-30. Minute/7 Paraden), Wolff (ab 31./7) – Duvnjak 1, Toft Hansen, Lackovic n.e., Sprenger n.e., Dissinger 1, Wiencek 1, Ekberg 8/3, Zeitz, Dahmke, Brozovic, Vujin 8/1, Bilyk 4, Nilsson 2, Santos 2.

FC Barcelona: Perez de Vargas (1.-41. und ab 54. Minute/9 Paraden), Ristovski (41.-54./2) – Nøddesbo 1, Tomás 2, Entrerrios, Sorhaindo 1, Andersson 1, Ariño, Rivera 4, N’Guessan 3, Syprzak 1, Mem 1, Morros 1, Jicha, Jallouz 4, Lazarov 8/5.

Schiedsrichter: Eliasson/Palsson (Island) – Strafminuten: THW 8 (2x Duvnjak, 2x Wiencek), FCB 12 (Morros, Syprzak, Jicha, Lazarov, N’Guessan, Tomás) –  Siebenmeter: THW 5/4 (Ekberg scheitert an Ristovski), FCB 8/5 (Landin pariert Lazarov und Rivera, 3-Sek.-Regel Lazarov) – Spielfilm: 0:1, 1:1, 1:5 (9.), 4:5, 5:7 (16.), 7:8, 7:10, 9:10 (21.), 11:12 (27.), 12:13, 13:15 – 14:17, 17:18 (38.), 17:20, 19:20, 20:22 (44.), 24:22 (50.), 25:23, 25:26 (58.), 26:27, 27:27 –  Zuschauer: 10285 in der Kieler Sparkassen-Arena.

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Ein Artikel von
Tamo Schwarz
Sportredaktion

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