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THW Kiel gewinnt Krimi in Magdeburg

DHB-Pokal THW Kiel gewinnt Krimi in Magdeburg

Riesenjubel bei den Zebras nach Abpfiff der Partie in Magdeburg: Durch ein 22:21 (10:11) beim SCM zog der THW Kiel ins Viertelfinale des DHB-Pokals ein und bestand die harte Auswärtsaufgabe an der Elbe.

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Magdeburg-Spieler Matthias Musche und Domagoj Duvnjak (v.li.) diskutieren.

Quelle: imago

Magdeburg. Beide Teams begannen mit einer soliden 6:0-Deckung und rührten von Beginn an mächtig Beton an. Auf Kieler Seite bildeten Patrick Wiencek und René Toft Hansen den Mittelblock, zudem schickte THW-Trainer Alfred Gislason Kapitän Domagoj Duvnjak und Christian Zeitz auf den Halbpositionen, Raul Santos und Niclas Ekberg auf Außen sowie Niklas Landin im Tor auf die Platte. Im Angriff kam Steffen Weinhold als Mittelmann, ersetzte Toft Hansen. Zwei Linkshänder also im Zebra-Angriff – und der eine sollte gleich im Fokus stehen.

Christian Zeitz nämlich erwischte keinen guten Start. Der 35-Jährige nahm sich mehrere unvorbereitete Schlagwürfe, traf damit zweimal in den SCM-Block und einmal Fabian van Olphen im Gesicht – spätestens danach hatte ihn die gewohnt überhitzte Halle auf dem Kieker. Nach 15 Minuten brachte Gislason den jungen Schweden Lukas Nilsson für den völlig genervten Zeitz, dem von Zuschauern und Schiedsrichtern Unrecht getan worden war. Zu diesem Zeitpunkt war dieses Pokal-Achtelfinale bereits eine Abwehrschlacht, mit einem stark anfangenden, aber etwas nachlassanden Landin im Kieler Tor und einem bärenstarken Jannik Green auf Magdeburger Seite.

Kieler kamen nicht in Schwung

Green bescherte auch THW-Linksaußen Raul Santos keinen guten Einstand: Der Österreicher scheiterte innerhalb von sieben Minuten viermal freistehend am SCM-Torhüter, war der Verzweiflung nah. Doch die anderen Zebras bauten ihn auf – nachdem Ekberg und Marko Vujin beim Siebenmeter an Green gescheitert waren, trat Santos an. Und traf, ab Minute 24 war der Fluch vorbei. Bereits zwei Minuten früher war das Spiel für Magdeburgs Matthias Musche vorbei: Der Linksaußen der Gastgeber sprang vollkommen übermotiviert von hinten in Steffen Weinhold hinein, die Rote Karte war die berechtigte Folge.

Bis zur Halbzeit kamen die Kieler nicht richtig in Schwung, spielten im Angriff zwar geduldig, vegaben aber zu viele Chancen. Daran änderte zunächst auch die Hereinnahme von Nikola Bilyk nichts – Rechtsaußen Niclas Ekberg hielt den THW im Spiel, von zehn Toren bis zur Halbzeit erzielte der Schwede fünf. Ähnlichen Anteil am Magdeburger Torkonto hatte Robert Weber, der am Ende des Tage mit acht Treffern bester Torschütze sein sollte. Mit einem Tor Rückstand gingen die Zebras in die Kabine.

Viele Fehlwürfe

Nach dem Seitenwechsel deutete sich eine Fortsetzung dieses Abnutzungskampfes an. Doch die Gäste waren besser im Spiel, holten sich schnell die erste Führung seit dem 2:3, zogen nun sukzessive davon, zumindest ein bisschen. Bis zur 43. Minute erspielte sich der THW mit Geduld, einem wieder deutlich besseren Landin im Tor und leicht nachlassenden Magdeburgern einen Drei-Tore-Vorsprung (15:18). Das Spiel wogte hin und her, auf beiden Seiten leisteten sich die Akteure viele Fehlwürfe, zudem blieb es hitzig und nickelig.

Und Magdeburg war noch nicht geschlagen. Bis zur 50. Minute kämpften sich die Gastgeber zum 18:18 zurück, Jannik Green sammelte eine Parade nach der anderen, auch Landin wurde immer stärker, Andreas Wolff sammelte zusätzlich drei Siebenmeterparaden. Es war eine echte Abwehrschlacht, und es wurde dazu noch ein echter Krimi. Wieder gelang es dem THW, sich einen Drei-Tore-Vorsprung zu erarbeiten, wieder gab Magdeburg nicht auf. Bis zum 21:22 kamen die Gastgeber – erneut dank Robert Weber und Nemanja Zelenovic – heran. Doch dieses Mal sollte der Ausgleich nicht fallen, der THW rettete das 22:21 über die Zeit.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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