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Exkursion in den Derbywochen: THW in Franken

Coburg Exkursion in den Derbywochen: THW in Franken

Zwischen Kiel und Flensburg liegt Coburg: Der THW Kiel trifft Mittwoch (20.15 Uhr) in der Bundesliga in Franken auf den HSC 2000 Coburg. Beim Aufsteiger geht es für die Zebras darum, den Derbysieg gegen die SG Flensburg-Handewitt zu veredeln – ehe am Sonntag Landesduell Nummer zwei auf dem Programm steht.

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Auf dem Sprung in die Startformation? THW-Coach Alfred Gislason hat Rückraumspieler Blazenko Lackovic in Coburg fest eingeplant.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel.  „Ich denke jetzt nur an Coburg“, sagt THW-Kreisläufer René Toft Hansen. „Das Champions-League-Derby gegen Flensburg kommt noch früh genug.“ Die Partie beim Aufsteiger aus der Vestestadt ist für die Kieler zwar Pflichtaufgabe, „aber es ist ein sehr wichtiges Spiel, wir müssen dort den Derbysieg bestätigen“, sagt Marko Vujin. „Sonst ist er nur die Hälfte wert“, gibt auch THW-Coach Alfred Gislason zu bedenken, der einigen seiner Zebras eine „Schonzeit“ verordnen wollte, am Dienstagnachmittag dann aber doch gezwungenermaßen nur mit 14 Akteuren in den Flieger von Hamburg nach Nürnberg stieg. Denn in Coburg, wo der THW im Pokal-Achtelfinale der vergangenen Saison das bisher einzige Pflichtspielduell mit 27:23 für sich entschied, müssen die Zebras neben dem Langzeitverletzten Christian Dissinger auch auf Nikola Bilyk verzichten, der Österreicher laboriert an einer Bänderüberdehnung im Bereich des Sprunggelenkes. „Für Sonntag ist die Prognose bei ihm noch offen“, so Mannschaftsarzt Dr. Detlev Brandecker. Zudem ist Kreisläufer Ilija Brozovic (fieberhafter Infekt) in Kiel geblieben.

 Während Minden (9:13 Punkte) und Erlangen (8:14) als Aufsteiger bis dato voll im Soll liegen, rangiert Coburg als schlechtester Liga-Neuling mit 4:18 Punkten am Tabellenende. Für Gislason ist dennoch Vorsicht geboten: „Der HSC hat eine gute Abwehr und viele bundesliga-erfahrene Spieler. Und wir dürfen Jan Kulhanek im Tor nicht warmschießen“, sagt der Isländer. „Nach so einem Spiel wie gegen Flensburg müssen wir besonders konzentriert sein.“ Gislason kündigt an, „je nach Spielverlauf“ personell rotieren zu wollen. So sei beispielsweise auch Blazenko Lackovic „in Abwehr und Angriff eingeplant“. Wie ein Spiel aussehen kann, wenn Coburg sein Potenzial auf die Platte bringt, zeigte die Partie gegen Balingen: Zu Halbzeit führte der HSC mit 10:7, am Ende konnten die Franken mit 24:19 ihren ersten Heimsieg feiern.

 „Dieser Erfolg war nach unserer langen Durststrecke sehr wichtig“, sagt Coburgs Trainer Jan Gorr. Nach dem Überraschungscoup zum Saisonauftakt, als der HSC bei der MT Melsungen gewann, musste der Neuling acht Niederlagen in Folge hinnehmen. „Vor allem das Heimspiel gegen Stuttgart hätten wir gern gewonnen, das war mit auf dem Zettel der Spiele, in denen wir uns höhere Chancen ausrechnen“, erklärt Gorr. Doch Coburg scheint in der Liga angekommen zu sein, auch wenn Gorr sagt: „Der Unterschied zwischen uns und einigen Teams ist noch sehr groß.“ Gewaltiger als zum THW kann er wohl nicht sein: Aufsteiger gegen Rekordmeister, Tabellenführer gegen Schlusslicht – „Das ist naturgemäß eins der ganz besonderen Heimspiele“, so der HSC-Coach. „Aber auch gegen den THW gehen wir nicht ohne Hoffnung ins Spiel.“

Die haben auch die 3500 Fans, die den HSC am Abend nach vorn peitschen werden. „Unsere Zuschauer haben ein sehr gutes Gespür für die unterschiedlichen Voraussetzungen, schaffen eine tolle Atmosphäre, die uns sehr hilft“, erklärt Gorr. Der Heimvorteil muss Coburg helfen, spielerische Defizite auszugleichen. „Wir haben im Positionsangriff nicht die Durchschlagskraft, die wir in der Bundesliga manchmal bräuchten“, sagt der Coach. Der HSC setzt gegen die Zebras daher auf solide Deckungsarbeit und Tempospiel. „Wir waren immer nah dran, wenn unsere Abwehr funktioniert hat.“ Mit Steffen Coßbau und Florian Billek führen die Außen die interne Torschützenliste an und drücken in Zahlen aus, wie wichtig das Tempospiel für Coburg ist. „Wir dürfen gegen Kiel nicht in einen offenen Schlagabtausch geraten und ins offene Messer laufen“, sagt Gorr. Genau das geschah gegen die Rhein-Neckar Löwen, die beim 31:19 in Coburg keine Probleme hatten. Das würde auch dem THW gefallen.

Verfolgen Sie das Spiel hier in unserem Liveticker.

Von Tamo Schwarz und Niklas Schomburg

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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