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THW Kiel kassiert 25:34-Auswärtspleite in Leipzig

Handball-Bundesliga THW Kiel kassiert 25:34-Auswärtspleite in Leipzig

Die makellose Bilanz beschmutzt, den Sieg gegen die Füchse Berlin nicht bestätigt: Der THW Kiel hat in Leipzig die erste Niederlage gegen den SC DHfK kassiert – und gleich eine böse 25:34 (11:15)-Pleite. In der Schlussphase brachen die Kieler dabei förmlich auseinander.

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Lukas Nilsson (Mitte) nimmt Anlauf.

Quelle: Imago

Leipzig/Kiel. Der THW begann mit dem wiedergenesenen Christian Zeitz im rechten Rückraum, Steffen Weinhold auf der Mitte und Nikola Bilyk auf Halblinks, brachte für die Deckung Christian Dissinger und Ilija Brozovic für Zeitz und Bilyk. Kiels Coach Alfred Gislason rotierte sein Rückraumpersonal im gesamten Spiel kräftig durch, doch der Eindruck blieb in jeder Besetzung derselbe: Die Zebras taten sich im gebundenen Spiel unglaublich schwer gegen eine bewegliche und kompakte Leipziger Deckung. Gleichzeitig bekam die Kieler Abwehr deutlich weniger Zugriff als gewohnt – auch weil Gislason streckenweise auf Patrick Wiencek verzichten musste. Der Kreisläufer hatte sich am Dienstag einen Hexenschuss zugezogen.

So mussten zwei Tempogegenstöße von Niclas Ekberg und Rune Dahmke her, um den THW nach 1:3-Rückstand (6.) in die Partie zu bringen. Doch auch das 4:3 nach zehn Minuten brachte keine Sicherheit und vor allem keine Lücken im agilen DHfK-Abwehrverbund. Bilyk mühte sich im linken und zentralen Rückraum nach Kräften, ab der 15. Minute mit Lukas Nilsson neben sich, und hielt den THW mit seinen Toren – meist durch Einzelaktionen – immerhin in Reichtweite. Die Hereinnahme von Marko Vujin (17.) verpuffte dagegen wirkungslos. Und Leipzig fand nach anfänglich ähnlichen Problemen immer mehr die Schlüsselstellen in der Zebra-Abwehr. Vor allem über den Kreis, wo Alen Milosevic immer wieder freigespielt wurde, und die starken Shooter Niclas Pieczkowski und Andreas Rojewski lief die grüne Angriffsmaschinerie immer besser. Die Kieler Keeper bekamen kaum eine Hand an den Ball, Niklas Landin musste nach 15 Minuten ohne Parade Andreas Wolff weichen, der bis zur Pause jedoch auch nur auf deren drei kam. Die Gastgeber setzten sich kontinuierlich ab, vom 7:5 und 12:9 (22.) auf 14:10, und verpassten gar mehrere Chancen auf einen größeren Vorsprung.

Zähes Spiel

Der Kieler Trainer reagierte, nahm zunächst eine Auszeit und brachte dann Youngster Sebastian Firnhaber, um die Deckung zu stabilisieren. Mit 11:15 ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel ging es zunächst so weiter, Leipzig erhöhte auf 17:12. Doch ab der 33. Minute waren die Zebras plötzlich da: Die Deckung funktionierte besser, im Angriff waren die leichten Tore auch aus dem Rückraum da. Beim 16:17 war Kiel dran.

War es in der ersten Halbzeit noch ein teilweise zähes Spiel gewesen, knallten sich beide Teams die Bälle nun nur noch so um die Ohren. Leipzig zog auf 20:17 weg, der THW kämpfte sich wieder heran. Andreas Wolff im Tor steigerte sich, auf der Gegenseite erwies sich Leipzigs Milos Putera als Klasse-Keeper. Eine Viertelstunde vor Schluss war nichts entschieden, es brodelte in der Halle, in der sich die sommerlichen Temperaturen von bis zu 28 Grad in Leipzig deutlich bemerkbar machten. Doch erneut gelang es Leipzig, einen Vorsprung herauszuwerfen, begünstigt durch sich häufende Fehler der Zebras in Angriff wie Abwehr. Und dieses Mal schlug der THW nicht zurück.

Schlimmer noch: Nach dem 21:24 (46.) entwickelte sich der Krampf zur Klatsche. Die Unkonzentriertheiten auf Kieler Seite erreichten ein dramatisches Niveau, die Zebras schmissen reihenweise Bälle einfach weg, fingen Pässe nicht, warfen Putera endgültig zum Helden. Als Nikola Bilyk zwei Mal in Folge am DHfK-Keeper scheiterte und Leipzig auf 28:22 stellte, gingen die Köpfe nach unten, die Kieler fauchten sich auf der Platte gegenseitig an. Leipzig machte weiter, der THW stellte das Spiel beinahe ein. Am Ende stand die Halle Kopf, und auf der Anzeigetafel stand ein auch in der Höhe verdientes 34:25 für den SC DHfK.

DHfK Leipzig – THW Kiel 34:25 (15:11)

SC DHfK Leipzig: Vortmann (bei einem Siebenmeter/0 Paraden), Putera (1.-60. Minute/17) – Semper 4, Rojewski 8/2, Jurdžs 3, Krzikalla 3, Binder 5, Janke 2, Pieczkowski 4, Sommer 1/1, Roschek, Meschke n.e., Milosevic 4.

THW Kiel: Landin (1.-15. Minute/0 Paraden), Wolff (15.-60. Minute/12/1 Tor) – S. Firnhaber, Lackovic, Weinhold 2, Dissinger 2, Wiencek, Ekberg 6/1, Zeitz, Dahmke 3, Brozovic 1, Vujin 3, Bilyk 6, Nilsson 2.

Schiedsrichter: Fabian Baumgart/Sascha Wild (Altenheim/Elgersweiher) – Strafminuten: DHfK 6 (Jurdžs, Roschek, Milosevic), THW 2 (Brozovic) – Siebenmeter: DHfK 3/3, THW 1/1 – Spielfilm: 1:0, 3:1 (6.), 3:4 (10.), 5:4, 7:5, 9:7 (18.), 12:9 (22.), 14:10, 15:11 – 17:12, 17:16 (36.), 20:17, 21:20 (44.), 24:21, 28:22 (50.), 31:24, 34:25 – Zuschauer: 4891 in der Arena Leipzig.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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