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THW Kiel bezwingt HSC 2000 Coburg

Handball-Bundesliga THW Kiel bezwingt HSC 2000 Coburg

Erst den Gegner überrannt, dann den Vorsprung verwaltet: Der THW Kiel hat sein Bundesliga-Auswärtsspiel beim Aufsteiger HSC Coburg klar mit 30:23 (17:11) gewonnen. Die Zebras gerieten nach einem schnellen 4:0 in Franken zu keinem Zeitpunkt in Bedrängnis.

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Der THW Kiel gewann in Coburg.

Quelle: imago

Coburg. Der THW Kiel begann wie die Feuerwehr. Niklas Landin im Kieler Tor zeigte schnell die ersten Paraden hinter einer stabilen Deckung, vorn waren in der Anfangsphase vor allem Patrick Wiencek, Niclas Ekberg und Raul Santos zur Stelle, erzielten schnelle und leichte Tore. Schon nach knapp sechs Minuten hatte Coburgs Trainer Jan Gorr Redebedarf und nahm die erste Auszeit, da stand es 4:0 für die Gäste.

Zwar erzielte der HSC in Person von Romas Kirveliavicius anschließend seinen ersten Treffer, doch erneut nutzten die Zebras die sich bietenden Chancen konsequent. Niklas Landin war weiter voll auf Betriebstemperatur, auch die im Laufe des ersten Durchgangs immer offensiver werdende 6:0-Deckung war schnell auf den Beinen, packte da zu, wo es nötig war, und führte den 3500 unbeirrt anfeuernden Fans in der Arena schmerzhaft vor Augen, wie groß die Coburger Probleme im Positionsangriff sind – der THW Kiel zog auf 7:2 davon.

Ab der zwölften Spielminute sah es kurzzeitig so aus, als habe Coburg den Zugang zum Spiel gefunden und könne wenigstens einigermaßen mithalten, allen voran hielt HSC-Rückraumschütze Nico Büdel die Franken in der Partie. Doch näher heran als beim 7:10 (18.) kam der HSC nicht. Zu konzentriert agierte der THW Kiel, zu leicht schnitten die präzisen Anspiele auf Niclas Ekberg auf Rechtsaußen und Patrick Wiencek an den Kreis (beide bis zur Pause je fünf Treffer) durch die fränkische Abwehr. Auch Geburtstagskind Lukas Nilsson (20) durfte sich schon vor der Pause in die Torschützenliste eintragen, der Schwede bekam in Abwesenheit von Nikola Bilyk viele Spielanteile im linken Rückraum. Bis zur Halbzeit zogen die Kieler erneut davon, über das komfortable 15:7 ging es mit 17:11 für die Zebras in die Kabinen.

Entspannter Abend für Alfred Gislason

Auch nach dem Seitenwechsel war der THW Kiel durchwegs die bessere Mannschaft. THW-Trainer Alfred Gislason brachte Blazenko Lackovic und Christian Sprenger auf die Platte, gab Nilsson und Ekberg eine Pause, auch Marko Vujin räumte das Feld zu Gunsten von Steffen Weinhold, der den Serben nun nicht nur in der Abwehr ersetzte. Tor um Tor zielte die Angriffsmaschinerie, während der isländische Coach an der Seitenlinie einen entspannten Abend verlebte und sich in der 51. Minute verdientermaßen selbst auf die Schulter klopfte: Er hatte in allerletzter Sekunde vor einem Fehlwurf von Rune Dahmke die Grüne Karte auf den Zeitnehmertisch gelegt.

Zeit, sich über so etwas zu freuen, blieb den Kielern, weil sie weiter konzentriert und dominant waren. Coburg konnte nur sehr kleine und vereinzelte Nadelstiche setzen. Nico Büdel war so ein HSC-Lichtblick, erzielte insgesamt acht Treffer und war bei sechs aus sieben Strafwürfen bis kurz vor Schluss sicher von der Siebenmeterlinie. Und auch Ex-Kieler Lukas Wucherpfennig sorgte bei den treuen Coburger Fans für Jubel, der 21-Jährige traf nach seiner Einwechslung zu Beginn der zweiten Hälfte innerhalb von fünf Minuten drei Mal.

All das konnte den THW Kiel nicht aus der Ruhe bringen. 20:14, 24:18, 28:20 – die Kieler verwalteten ihren Vorsprung und hätten ihn sogar noch weiter ausbauen können, wenn sich Domagoj Duvnjak und Co. im Abschluss noch ein Quentchen mehr konzentriert hätten. Bis auf René Toft Hansen konnten sich alle eingesetzten Zebras in die Torschützenliste eintragen und gewannen das Auswärtsspiel beim Aufsteiger deutlich und souverän mit 30:23.

Tabellenführung bleibt in Kiel

Handball-Rekordmeister THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt liefern sich weiter ein enges Rennen um die Tabellenführung in der Bundesliga. Die Kieler holten drei Tage nach dem knappen Erfolg gegen den Nordrivalen (24:23) auch den Pflichtsieg beim Schlusslicht HSC 2000 Coburg, durch das 30:23 (17:11) verteidigte der THW die Spitze mit nun 22:2 Punkten.

Zuvor hatte Flensburg (20:2) die Kieler mit einem 36:18 (17:9) gegen den Abstiegskandidaten HBW Balingen-Weilstetten unter Druck gesetzt. Herausragender Akteur der Flensburger, die ein Spiel weniger absolviert haben, war der dänische Rechtsaußen Lasse Svan mit neun Toren. Am Sonntag und am kommenden Mittwoch treffen Flensburg und Kiel binnen vier Tagen noch zweimal in der Gruppenphase der Champions League aufeinander.

Die Füchse Berlin (19:3 Punkte) und Meister Rhein-Neckar Löwen (18:2) sind dem Spitzenduo auf den Fersen. Als erster Verfolger dieses Quartetts bringt sich die TSV Hannover-Burgdorf (14:10) in Stellung, die mit dem erstaunlich deutlichen 37:22 (17:8) bei Pokalsieger SC Magdeburg (12:12) den dritten Sieg in Folge feierte.

In einem engen Hessen-Derby setzte sich die HSG Wetzlar (12:12) bei der MT Melsungen (10:14) mit 28:25 (12:11) durch. Im Abstiegskampf holte der TBV Lemgo (6:16) zudem den ersten Sieg seit fast acht Wochen und rang Frisch Auf Göppingen (7:17) mit 27:26 (12:13) nieder.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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