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THW Kiel durchbricht Magdeburger Serie

34:32-Heimsieg THW Kiel durchbricht Magdeburger Serie

Mit einer Energieleistung in der zweiten Halbzeit hat der THW Kiel beim ersten Heimspiel der Handball-Bundesliga-Saison den Kopf noch aus der Schlinge gezogen und gegen den SC Magdeburg mit 34:32 (17:20) die Oberhand behalten.

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Handball-Rekordmeister THW Kiel hat den zweiten Sieg im zweiten Bundesliga-Spiel gefeiert.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Der optimale Saisonstart für die Zebras bedeutete für die Gäste die erste Liga-Niederlage seit dem 11. Dezember 2016.

Der THW begann vor ausverkauftem Haus schwungvoll, mehrfach fand Spielmacher Miha Zarabec Kreisläufer Patrick Wiencek mit sehenswerten Anspielen. Doch die 3:2-Führung (5.) sollte vorerst die letzte bleiben. Die Gäste nämlich nutzten in der Folge die schwache Abwehrleistung der Zebras aus, deren Deckung insgesamt zu passiv blieb, vor allem Matthias Musche und Robert Weber über die Außen sowie Michael Damgaard aus dem Rückraum erzielten einfache Tore. Der THW blieb zwar dran, aber auch dauerhaft in Rückstand, auch weil Rune Dahmke per Tempogegenstoß frei an Jannick Green scheiterte (9:10/17.).

Hitze und Aggressivität

Spätestens danach kam die Hitze und Aggressivität in die Partie, wie sie von einem Duell THW gegen SCM zu erwarten war. Bezjak prallte auf seinem Laufweg entlang der Deckung an Steffen Weinhold ab, seine Theatralik und die Zeitstrafe gegen den Kieler sorgten für laute Pfiffe der THW-Fans. Das Pfeifkonzert schwoll weiter an, nachdem Musche von Außen an das Bein von Christian Zeitz gesprungen war und einen Siebenmeter sowie eine weitere Strafe provoziert hatte. Als Magdeburgs Kreisläufer Zeljko Musa nach Foul an Niclas Ekberg auf die Bank musste, dem besten THW-Torschützen noch einige unfreundliche Worte hinterherrief und sich dann auch noch mit dem Publikum anlegte, war endgültig Stimmung in der Bude.

Am Spielverlauf indes änderte das wenig. Zwar hielt der eingewechselte Andreas Wolff gleich den ersten Ball gegen Musche und schaffte der THW beim 14:14 erstmals wieder den Ausgleich (25.), das kleine Strohfeuer war bis zur Halbzeit allerdings schon wieder aus. Nach 30 Minuten hieß es 17:20.

Magdeburg zog davon

Wer dachte, die Zebras würden mit einer starken Reaktion aus der Kabine kommen, sah sich zunächst getäuscht. Die ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit waren nahezu katastrophal, Magdeburg zog davon, führte mit sechs Toren (25:19). Dann stellte THW-Coach Alfred Gislason auf eine offensivere Deckungsvariante um, zog Sebastian Firnhaber kurzzeitig etwas nach vorn. Auch Wolff war nun da. Angetrieben von der besseren Deckung und den lautstark antreibenden Fans, legte der THW einen Zwischenspurt ein. Linkshänder Steffen Weinhold wirbelte gemeinsam mit Zarabec und Nikola Bilyk im Rückraum, über Außen kamen immer wieder Dahmke und Ekberg zum Zug. Gepaart mit einem starken Wiencek, der die Halle immer wieder anheizte, stellten die Kieler den Kontakt wieder her. Zwischen 40. und 47. Minute erzielte Magdeburg kein Tor, der THW aber brannte.

Eine Viertelstunde vor dem Ende stand alles wieder auf Anfang, der THW war zurück und erzielte die Führung zum 27:26. Die Zebras ließen sich auch vom schnellen SCM-Ausgleich nicht mehr verunsichern. Zu stark war der Kieler Charakter, der Wille, dieses Spiel trotz über weite Strecken schwache Leistung zu gewinnen. Beim 30:28 (51.) lagen sie erstmals in dieser Partie mit zwei Toren vorn. Die zuvor so ruhig und abgeklärt wirkenden Gäste schienen mental überfordert mit dieser Aufholjagd, spät aber rechtzeitig kontrollierte der THW die Partie. Am Ende siegten die Zebras mit 34:32, feierten einen perfekten Einstand in die Bundesligasaison und beendeten nebenbei noch die knapp neun Monaten andauernde Serie ohne Niederlage der Magdeburger. Und so durfte Alfred Gislason ein gelungenes Jubiläum feiern, erhielt die für das 500. Pflichtspiel als THW-Trainer fällige Sektflasche mitten im laufenden Sky-Interview. Nach dieser Partie ließ sich THW-Maskottchen Hein Daddel auch von der roten Aufnahmelampe nicht aufhalten.

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