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Souveräner Auftritt mit Aussetzern

Handball-Bundesliga Souveräner Auftritt mit Aussetzern

Deutlich mit 31:25 (18:12) hat der THW Kiel sein Bundesliga-Auswärtsspiel in Köln gegen den Bergischen HC gewonnen. In 50 komplett souveräne Minuten mischte sich im Zebraspiel aber auch eine zehn Minuten dauernde Schwächephase, in der die Kieler den BHC nach Sechs-Tore-Führung wieder aufschließen ließen.

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Der THW Kiel war am Mittwochabend beim Auswärtsspiel in Köln zu Gast.

Quelle: imago

Köln. Ein bisschen holprig ging es los in der riesigen Lanxess-Arena in Köln, in die der Bergische HC für das Topspiel umgezogen war. Die Zebras kamen nur sehr schleppend in die Partie, leisteten sich zu Beginn viele Fehler. BHC-Keeper Christopher Rudeck, dessen Vertragsverlängerung bis 2019 vor der Partie bekannt gegeben wurde, entschärfte mehrere unvorbereitete Würfe von Nikola Bilyk und Domagoj Duvnjak. Das war die Grundlage für die ersten Führungen der Gastgeber. Die spielten vorne konsequent mit sieben Feldspielern, der spielende Sportdirektor Viktor Szilagyi auf der Rückraummitte fand mehrmals seinen Kreisläufer Uros Vilovski – nach gut zehn Minuten lag der BHC mit zwei Toren vorn.

Doch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zeigte sich die große Kehrseite des ständigen Überzahlspiels: Bis zum Pausenpfiff erzielte der THW sieben Treffer auf das verwaiste Tor, Keeper Andreas Wolff und Patrick Wiencek profitierten je dreimal von durch die Zebra-Deckung erzwungenen Ballgewinnen, und der wiedergenesene Rune Dahmke traf einmal per Heber über das gesamte Feld. Auch durch solch leichte Tore fanden die Kieler besser ins Spiel, standen ab der 11. Minute in der Abwehr deutlich solider und boten Szilagyi nur noch selten Lücken für die gewohnt präzisen Anspiele. Lediglich über Linksaußen Jan Artmann lief noch etwas zusammen für die Hausherren zur Miete – doch der THW zog kontinuierlich davon. Vorne war es vor allem Steffen Weinhold, der aus dem Rückraum traf, zur Pause stand es 18:12 für den THW.

So schien es, als könne THW-Trainer Alfred Gislason auch in Durchgang zwei vielen Spielern ruhigen Gewissens eine Pause geben. Doch die Gastgeber, die vor der Halbzeit kaum das Gefühl vermittelt hatten, dem THW gefährlich werden zu können, drehten nach dem Seitenwechsel ordentlich auf. Angeführt vom überragenden Keeper Rudeck, der Ball um Ball aus dem Rückraum und völlig freien Positionen parierte, setzte der BHC zur Aufholjagd an und hörte erst beim 18:18 auf (40.). Da half auch Gislasons Auszeit zwei Minuten vorher nichts, nach der nun Niklas Landin das THW-Tor hütete. Unverständlich, wieso die Zebras ein glatt laufendes Spiel so aus der Hand gaben, den BHC mit zwar präsentem Rückraum aus Szilagyi, Tomas Babak und Bogdan Criciotoiu, aber doch begrenzten spielerischen Mitteln wieder herankommen ließen.

Immerhin: Die Kieler fingen sich bald wieder. Der erst ab Minute 40 eingesetzte Vujin sowie der über die gesamte Distanz bärenstarke Weinhold trafen nun auch aus Rückraum wieder. Und wie in der ersten Halbzeit lag das auch am häufig leeren Tor der Gastgeber. Weinhold, Landin und Niclas Ekberg hießen die nächsten Nutznießer, der BHC spielte trotzdem weiter mit sieben Feldspielern im Angriff. Dem THW konnte das nur Recht sein: Erneut zog Kiel auf sechs Tore davon (26:20/49.) – und diesmal gaben die Zebras die Führung nicht mehr aus der Hand. Eine souveräner Kieler Auftritt mit Aussetzer endete 31:25 für den THW.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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Foto: Marko Vujin erzielte nach seiner Einwechslung wichtige Tore für den THW und half so, den Sieg in Köln unter Dach und Fach zu bringen.

Zwischendurch war es kurios, streckenweise ein wenig attraktives Spiel aufs leere Tor, am Ende zählen für den THW Kiel nur zwei wichtige Auswärtspunkte. Da nagten auch die zehn Minuten nach der Pause gegen den Bergischen HC nicht mehr am Gemüt.

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