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Zebras siegen mit Comeback und Debüt

33:24 gegen Hüttenberg Zebras siegen mit Comeback und Debüt

Der THW Kiel hat in der Handball-Bundesliga mit 33:24 (17:13) gegen Aufsteiger TV Hüttenberg gewonnen. Der ungefährdete Erfolg war die große Bühne für das Comeback von THW-Kapitän Domagoj Duvnjak nach gut achtmonatiger Reha. Die Krone setzte der Partie das Bundesliga-Debüt von Tim Wendt auf.

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Domagoj Duvnjak umarmt Tim Wendt.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Gleich für mehrere Zebras war das Duell mit dem hessischen Aufsteiger etwas ganz Besonderes. Zum Beispiel für Tim Wendt: Der Torhüter der U23 des THW Kiel kam am Sonnabend zu einem mehr als unerwarteten Debüt im Kader der Bundesligamannschaft. Niklas Landin hatte krankheitsbedingt kurzfristig passen müssen, Nachwuchskeeper Tom Landgraf war nach Roter und Blauer Karte im Trikot des TSV Altenholz nicht spielberechtigt - um 15.30 Uhr erreichte Wendt der Anruf von Assistenztrainer Christian Sprenger. Nicht viel Zeit, um sich mit gepackter Tasche auf den Weg von Rendsburg nach Kiel und vor dem Auftritt auf der ganz großen Bühne Gedanken zu machen. Und auch für einen alten Hasen bedeutete die Partie viel: THW-Kapitän Domagoj Duvnjak kehrte nach Knie-OP und gut achtmonatiger Reha zurück in den Kader, dem auch Nachwuchs-Linkshänder Lucas Firnhaber angehörte.

THW-Trainer Alfred Gislason rotierte für das Spiel zwischen den Derbys etwas, brachte Ole Rahmel und Emil Frend Öfors auf Außen sowie Spielmacher Miha Zarabec von Beginn an. Das ließ sich zwar gut an, etwas als Kreisläufer Patrick Wiencek durch eine Riesenlücke marschierte und zum 2:2 traf (4.) oder Christian Dissinger auf das leere Tor zum 5:5 (10.) - doch Hüttenberg hielt gut mit. Die Hessen verschleppten in der Offensive das Tempo klug, spielten ihre Angriffe lange aus und vermieden so bis zur 16. Minute einen Rückstand.

Parade als Initialzündung für Leistungssteigerung

Auch weil THW-Torhüter Andreas Wolff bis zur 15. Minuten keinen Finger an den Ball bekam. "Hüttenberg war gefährlich mit Schlagwürfen, die hat Andi sehr spät gesehen", verteidigte THW-Coach Gislason seinen Torwart später. Wolffs erste Parade aber war die Initialzündung für eine Kieler Leistungssteigerung. Wenig später gingen die Zebras erstmals in Führung und kamen ins Rollen.

Viel wichtiger als die 11:8-Führung nach 18 Minuten: Wenige Augenblicke später betrat Domagoj Duvnjak erstmals seit dem 9. April 2017 wieder ein Handballfeld, machte unter dem tosenden Jubel der gut 10000 Fans die ersten Schritte auf dem blauen Kieler Parkett. Das Spiel plätscherte anschließend indes etwas vor sich hin. Mit 17:13 ging es in die Pause. Duvnjak nahm wie zuvor angekündigt schon vor dem Halbzeitpfiff wieder Platz auf der Kieler Bank. "Ich bin überglücklich, wieder dabei zu sein", sagte "Dule" nach der Partie. "Ich war schon den ganzen Tag lang total aufgeregt. Als ich dann eingewechselt worden bin, hatte ich am ganzen Körper Gänsehaut."

Einige Unsauberheiten und mehrere Fehlwürfe

Nach dem Seitenwechsel durfte auch Lukas Nilsson mitwirken, der Schwede trug auf der Rückraummitte mit seinen Nebenleuten Zarabec und Christian Zeitz dazu bei, die THW-Führung auf 22:15 hochzuschrauben (38.). Danach aber leisteten sich die Zebras einige Unsauberheiten, technische Fehler und mehrere Fehlwürfe in Folge (zwei Mal Zeitz, Zarabec) brachten Hüttenberg wieder heran, eine Viertelstunde vor Schluss lag der Aufsteiger nur noch mit vier Treffern zurück (19:23).

Gefährlich aber wurde der TV Hüttenberg den Zebras nie. Und so konnten die Fans ungestört die ersten drei Treffer von Rückkehrer Duvnjak feiern, die gute Leistung von Zarabec bejubeln, der insgesamt neun Treffer erzielte und sich auch bei drei Siebenmetern schadlos hielt, und am Ende sogar das Debüt von Keeper Tim Wendt - und was für eins: In der 58. Minute eingewechselt hielt das U23-Zebra seinen Kasten sauber, parierte gleich den ersten freien Ball vom Kreis gegen Hüttenbergs Mario Fernandes, wenige Augenblicke später gleich den nächsten. Mit einer 100-Prozent-Quote zurrte Wendt den 33:24-Erfolg gegen den Aufsteiger fest. "Ich habe gar nicht damit gerechnet, überhaupt zum Einsatz zu kommen", sagte Wendt. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, ich bin total glücklich."

Christian Dissinger hat Vladan Lipovina (am Boden) den Ball abgenommen und wirft zum 5:5 auf´s leere Gästetor.

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