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CCCP als Bundestrainer? „Ausgang offen“

Leipzig-Coach im Interview CCCP als Bundestrainer? „Ausgang offen“

Chefcoach Christian Prokop des SC DHfK Leipzig wurde nach einer starken ersten Saison in der Handball-Bundesliga gleich „Trainer des Jahres“. Und das reicht schon, um ihn bei der Suche nach einem neuen Bundestrainer auf den Favoritenschild zu heben. Steiler nach oben geht’s nicht. Oder, Christian Prokop?

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Jung, modern, Trainer des Jahres. Christian Prokop lässt einen frischen Handball spielen, will die Fans mitnehmen – und avancierte so als Shootingstar zum heißen Kandidaten für den Bundestrainer-Job.

Quelle: imago

Leipzig. In Leipzig nennen sie ihn in Anlehnung an die kyrillische Abkürzung der ehemaligen Sowjetunion liebevoll „CCCP“ – Chefcoach Christian Prokop. Der 37-Jährige ist untrennbar mit dem steilen Aufstieg des SC DHfK Leipzig in der Handball-Bundesliga verknüpft. Aufstieg, Klassenerhalt als Elfter, jetzt sorgen die Sachsen als Tabellenfünfte weiter für Furore. Prokop, der in Leipzig gerade erst bis 2021 verlängert hat, steht für ein Händchen für deutsche Talente, für modernen, taktisch ausgereiften Handball, der die Fans mitnimmt.

Herr Prokop, worüber haben Sie sich in den vergangenen Tagen mehr Gedanken gemacht – die Bundestrainer-Debatte oder den nächsten Gegner THW Kiel?

Natürlich den THW Kiel. Das Thema Bundestrainer begleitet mich ja schon etwas länger, nicht erst seit dem Beginn der Berichterstattung.

Sie stehen auf Platz fünf der Tabelle, THW-Kapitän Domagoj Duvnjak warnt vor einem gefährlichen Gegner. Warum?

Weil wir genau wie in der letzten Saison geschlossen auftreten, schwer auszurechnen sind, aber eben auch keine Individualisten haben, die das Spiel allein entscheiden, wenn es einmal nicht so läuft. Dafür steckt in der Mannschaft eine ungeahnte Freude am Handball, Freude am Erfolg.

Und Sie machen trotz eines vergleichsweise geringen Etats von knapp mehr als drei Millionen Euro einige Dinge anders als andere Vereine, Ihre Nachwuchs-Akademie genießt einen ausgezeichneten Ruf, Sie ziehen die Integration deutscher Talente voll durch...

Bei uns haben sich über Jahre super Strukturen entwickelt, wir haben ehrgeizige Trainer und Verantwortliche im Nachwuchsbereich. Was uns ausmacht, ist die Mischung aus gestandenen und jungen Spielern und der Mut, diese Talente wachsen und sich entwickeln zu lassen. Dieses mutige Handeln, dieser Spagat entspricht unserer Vereinsphilosophie. Die Anschlussförderung ist wichtig, um Spielern den Sprung in die Zweite und Erste Liga zu ermöglichen. Da muss man Fehler in Kauf nehmen. Das ziehen wir durch, ja.

Und so entsteht nach der jahrzehntelangen Versenkung des Traditionsvereins im Osten ein Gegenpol zum SC Magdeburg?

Da stimme ich zu. Wir wachsen, haben ehrgeizige Ziele, auch wenn die nicht verwischen dürfen, denn erst einmal wollen wir uns in der Bundesliga etablieren. Mittelfristig wollen wir dann auch ein konstant ernstzunehmender Konkurrent für den SCM werden. Aber wir sind doch gerade erst im zweiten Erstliga-Jahr. Dass wir von den letzten sechs möglichen Punkten gegen Magdeburg fünf geholt haben, ist nur eine Momentaufnahme.

Junge Talente erkennen, ins kalte Wasser werfen, entwickeln – ist der Job des Bundestrainers für Sie auch deshalb so reizvoll, weil er sich in der Weise, wie Dagur Sigurdsson ihn interpretiert hat, kaum von Ihrer derzeitigen Beschäftigung unterscheidet?

Es gibt einige Parallelen. So wie die „Bad Boys“ unter Dagur Sigurdsson spielen, lässt sich das bestimmt mit Leipzig vergleichen – die mannschaftliche Geschlossenheit, das moderne Spiel, die Entwicklung von Spielern, die zuvor noch nicht im Rampenlicht standen.

Wie ist der Stand der Verhandlungen mit dem Deutschen Handballbund?

Wir sind in den Gesprächen schon sehr weit. Es ehrt mich, so weit oben auf der Kandidatenliste zu stehen. Ich habe immer aber auch betont, wie wichtig mir Leipzig ist.

...wo die DHfK-Fans beim letzten Heimspiel gegen Minden mit zahlreichen Aktionen und Liebesbekundungen zum Ausdruck gebracht haben, dass sie Sie nicht gehen lassen wollen...

Das war eine besondere Emotionalität, die mir noch einmal die Augen geöffnet hat, was das da in Leipzig für eine Familie für mich geworden ist. Der Ausgang der Verhandlungen ist offen.

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