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DHB-Pokalsieger fordert THW Kiel heraus

SC Magdeburg DHB-Pokalsieger fordert THW Kiel heraus

Der Weg nach Hamburg führt über Magdeburg: Der THW Kiel ist am Abend (20.15 Uhr) im DHB-Pokal-Achtelfinale beim amtierenden Pokalsieger SC Magdeburg gefordert. Eine der schwersten Auswärtsaufgaben überhaupt – oder nicht?

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So sah das im Mai dieses Jahres aus: Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert (vorn) jubelt wie die gesamte Getec-Arena über den Last-Second-Sieg gegen den THW Kiel.

Quelle: imago

Kiel.  „Es gibt schlimmere Zeiten für den THW, nach Magdeburg zu kommen“, sagt SCM-Trainer Bennet Wiegert. „Kiel ist nach den Problemen am Saisonbeginn mittlerweile sehr konstant.“ Im Gegensatz dazu hat der Pokal-Titelverteidiger eine Krise. Zwar liegen die Bördestädter in der Bundesliga einigermaßen im Soll (Rang sechs), doch gerade auswärts hapert es.

Nach Niederlagen in Mannheim, Flensburg und Gummersbach sowie einem äußerst knappen Erfolg in Stuttgart setzte es am Sonnabend eine 24:34-Niederlage beim Aufsteiger GWD Minden. „So eine Rutsche trägt nicht zum Wohlfühlzustand bei, das ist ja klar“, sagt Wiegert. „Wir haben jetzt eine Stimmung in der Mannschaft, die nicht so schön ist. Das Team spürt auch den Gegenwind in der Stadt – ich bin gespannt, wie die Halle beim Spiel reagiert.“

Magdeburg hat eine starke Mannschaft

 Ist das Viertelfinale für den THW Kiel also Formsache? THW-Coach Alfred Gislason sieht das nicht so. „Magdeburg hat eine starke Mannschaft und gegen Topteams immer gut ausgesehen“, sagt er. „Und eine Magdeburger Abwehr ist zu Hause etwas ganz anderes als auswärts.“ Seine Spieler teilen diese Einschätzung. „Wir müssen in der Abwehr konsequent und im Angriff konzentriert sein“, sagt Kapitän Domagoj Duvnjak. „Schwächen wird uns Magdeburg nicht verzeihen.“

THW-Kiel-Liveticker

Verfolgen Sie das Spiel SC Magdeburg gegen THW Kiel ab 20.15 Uhr beim uns im THW-Liveticker.

Auch Rune Dahmke ist eher skeptisch. „Man kann sich Schöneres vorstellen, als in Magdeburg spielen zu müssen“, sagt er. „Die Halle ist immer da, die Fans extrem laut. Magdeburg spielt gegen uns immer sehr gut, sie haben keinen Druck.“ Dahmke selbst ist gestern aufgrund der Folgen seiner Sprunggelenksverletzung nicht mit nach Magdeburg gereist. So wird Neuzugang Raul Santos erneut Alleinunterhalter auf Linksaußen sein. Keine leichte Aufgabe, im Champions-League-Spiel gegen die Kadetten Schaffhausen war der Österreicher kaum ins THW-Spiel eingebunden. „Unser Spiel ist eben sehr zentral, zur Mitte gezogen“, erklärte Santos, „das ist o.k. für mich.“ Sein Landsmann Nikola Bilyk ist nach Achillessehnenreizung wieder mit von der Partie.

Bilanz sieht keinen klaren Favoriten

 Die Bilanz liefert Argumente für beide Seiten. Die Zebras gewannen von acht Pokalspielen fünf, drei der vier Auswärtsspiele gingen aber verloren. Das letzte Mal liegt allerdings auch schon 20 Jahre und neun Monate zurück, im Januar 1996 verlor der THW mit 19:23 in Magdeburg, der SCM wurde später Pokalsieger. Mit dabei: auf Kieler Seite der heutige Betreuer Michael Menzel, für den SCM der heutige Sportliche Leiter Steffen Stiebler. In der Bundesliga verlor der THW von den letzten drei Spielen in Magdeburg zwei, darunter auch das 28:29 im Mai dieses Jahres, das die letzte Chance auf den Meistertitel zunichte machte.

 War es nie so leicht, in Magdeburg zu gewinnen? „Es wird ein sehr schwieriges Spiel“, sagt Gislason. „Die Abwehr und Torhüter sind der Schlüssel, und wir dürfen im Angriff nicht überhastet sein und müssen uns gut bewegen.“ Und wie sieht das auf der Gegenseite aus? „Ich habe einen Plan“, sagt SCM-Coach Wiegert. „Aber es müssen viele Sachen greifen, damit er klappt. Wahrscheinlich entscheidet eher der THW, ob wir eine Chance haben oder nicht.“ Immerhin kann der Gastgeber personell beinahe aus dem Vollen schöpfen, in der mit Olympiasieger Mads Christiansen, dem Schweden Daniel Pettersson und Norwegens Nationalspieler Christian O’Sullivan vor der Saison sinnvoll ergänzten Mannschaft gibt es keine Verletzten. Lediglich Torhüter Dario Quenstedt fehlt nach seiner Roten Karte beim Desaster in Minden.

 „In einem K.o.-Spiel kann viel passieren. Es werden verdammt lange 60 Minuten“, sagt Wiegert. Vielleicht werden es sogar mehr? „Dann hätten wir schon viel geschafft“, meint die SCM-Vereinslegende. „Aber wenn wir was Spiel lange offenhalten – warum sollte es für uns in der Crunchtime dann nicht funktionieren können?“ Genau das will der THW verhindern. „Wir wollen nach Hamburg – und das müssen wir ab der ersten Minute jedem klar machen“, sagt Duvnjak.

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Ein Artikel von
Niklas Schomburg
Sportredaktion

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